Politik | 28.04.2026

Die Kreisstadt investiert mit neuer Drehleiter und neuer Atemschutzwerkstatt in ihre Feuerwehr

Guido Orthen leitet letzte Ratssitzung als Bürgermeister

Die Atemschutzwerkstatt der Feuerwehr Ahrweiler ist seit der Flut in Containern am Bad Neuenahrer Feuerwehrhaus untergebracht.  Fotos: GS

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Kreisstadt investiert in ihre Feuerwehr. Während an der Ramersbacher Straße in Ahrweiler die Arbeiten für das neue Feuerwehrhaus begonnen haben, standen zwei weitere Maßnahmen auf der Tagesordnung der letzten Stadtratssitzung unter Leitung von Bürgermeister Guido Orthen. Orthen wurde am 22. März als Direktkandidat der CDU in den neuen Landtag von Rheinland-Pfalz gewählt, der sich am 18. Mai konstituiert. Orthens Nachfolger ist Pascal Rowald, der am 15. Juni in sein Amt eingeführt wird. Den Dienst tritt der CDU-Mann, der ebenfalls am 22. März gewählt wurde, am 1. Juli an. Dennoch nahm CDU-Fraktionschef Orthens letzte Sitzung als Stadtchef, der Verabschiedung vorauseilend, zum Anlass, dem scheidenden Bürgermeister für seine „Arbeit im Rathaus mit Engagement und Herzblut“ zu danken. Beifall von allen Fraktionen. Und Orthen dankte dem Gremium mit einer Feststellung: „Für mich waren die Ratssitzungen Sternstunden der demokratischen Zusammenarbeit und der Entscheidungen.“

Bei den Feuerwehrthemen im Rat, die beide einstimmig beschlossen wurden, ging es zum einen um die Anschaffung einer neuen Drehleiter und zum anderen um den Ersatzneubau der Atemschutzwerkstatt der Feuerwehr Ahrweiler als Anbau am Bad Neuenahrer Feuerwehrhaus.

Zur Drehleiter: Die aktuelle DLK 23/12 (das steht für 23 Meter Höhe bei zwölf Meter Auslage) ist 27 Jahre alt und entspricht nicht mehr dem notwendigen Stand der Technik. 2027 steht die verpflichtende Zehn-Jahres-Wartung für den Leitersatz des Fahrzeuges an. Die Kosten der letzten Zehn-Jahres-Wartung betrugen, inklusive der Beseitigung diverser altersbedingter technischer Mängel, mehr als 100000 Euro. Eine erneute Durchführung übersteigt den Zeitwert des Fahrzeuges deutlich. Ohne Durchführung der Wartung darf das Fahrzeug nicht mehr eingesetzt werden, Ersatzteile gibt es für den Typ nicht mehr. Restwert: 20000 Euro.

Für die Menschenrettung

Die Drehleiter soll nunmehr durch ein neues Fahrzeug ersetzt werden. Die bisherige DLK 23/12 des Löschzuges Bad Neuenahr wird nach der Indienststellung der neuen DLAK 23/12 nB ausgesondert und veräußert. Die DLAK 23/12 nB muss nach der Feuerwehrverordnung und dem Organisationsplan für den Standort Bad Neuenahr vorgehalten werden. Bei dem neuen Fahrzeug handelt es sich um eine Drehleiter 23/12 (DLK23/12). Die Besatzung besteht aus drei Personen. Das Fahrzeug dient vorrangig zur Menschenrettung. Die DLAK 23/12 nB wird in einer niederen Bauweise (nB) ausgeführt um eine Gesamthöhe des Fahrzeugs von 3,10 Meter nicht zu überschreiten. Dies ist zur Durchfahrt der Altstadttore in Ahrweiler zwingend notwendig. Die Leiter ist abknickbar. Und wie Stadtwehrleiter Marcus Mandt erläuterte, soll auch eine zusätzliche Hinterachsenlenkung gewährleisten, dass die Drehleiter auch in engen Gassen eingesetzt werden kann. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 1,5 Millionen Euro. Kreis und ADD haben Förderungen in Aussicht gestellt, der Eigenanteil der Stadt beträgt knapp 1,1 Millionen Euro.

Anbau in Bad Neuenahr

Freigegeben wurde die Vorplanung für die neue Atemschutzwerkstatt am Standort Heerstraße. Hintergrund: Durch den Notabriss eines Teils der Feuerwehr in Ahrweiler unmittelbar nach der Flutkatastrophe ist an diesem Standort auch die Atemschutzwerkstatt entfallen. Seit der Flut 2021 wird die Atemschutzwerkstatt am Standort in Bad Neuenahr durch ein Container-Provisorium sichergestellt. Die Fläche für Atemschutzwerkstatt, Kleiderkammer, Lager sowie zwei zusätzliche Stellplätze für Fahrzeuge beträgt rund 350 Quadratmeter und wurde mit dem Fördergeber im Rahmen des genehmigten Raumprogramms für den Neubau der Feuerwehr abgestimmt. Aus Platzgründen am neuen Standort in Ahrweiler ist entschieden worden, die neue Atemschutzwerkstatt am Standort der Feuerwehr in Bad Neuenahr umzusetzen. Die Baukosten werden auf rund 3,9 Millionen Euro geschätzt, sind aber im Hinblick auf mögliche Zuschüsse laut Peter Diewald „noch nicht finalisiert“. Der Bauantrag soll bis Ende des Jahres gestellt werden, mit einer Fertigstellung des Anbaus, der modernsten Standards entsprechen soll, wird im ersten Halbjahr 2028 gerechnet. GS

Guido Orthen leitete zum letzten Mal die Sitzung des Stadtrates von Bad Neuenahr-Ahrweiler. Ab dem 18. Mai gehört er für die CDU dem neuen Landtag von Rheinland-Pfalz an.

Guido Orthen leitete zum letzten Mal die Sitzung des Stadtrates von Bad Neuenahr-Ahrweiler. Ab dem 18. Mai gehört er für die CDU dem neuen Landtag von Rheinland-Pfalz an.

Die Atemschutzwerkstatt der Feuerwehr Ahrweiler ist seit der Flut in Containern am Bad Neuenahrer Feuerwehrhaus untergebracht. Fotos: GS

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