Förderverein Moselweiß (fvm)
Gut besuchte Ideenbörse
Informationsveranstaltung zur Nahversorgung des Koblenzer Stadtteils Moselweiß
Koblenz-Moselweiß. Am 27. September, beginnend um 19 Uhr, fand nun die bereits angekündigte Informationsveranstaltung und Ideenbörse zur Nahversorgung des Koblenzer Stadtteils Moselweiß im Museum Moselweiß statt. Eingeladen hatte der im April 2016 neu gegründete Förderverein Moselweiß (fvm), der sich die Verbesserung der Lebensqualität im Stadtteil Moselweiß zum Ziel gesetzt hat. Als einen ersten diesbezüglichen Schwerpunkt bestimmte nun der Förderverein die Schaffung eines Dorfladens, der für alle Bewohner eine Versorgung „direkt vor der Haustür“ sicherstellen und eine Ergänzung der bestehenden Handels- und Handwerksunternehmen darstellen soll.
Der Veranstaltungsraum war gut gefüllt. Die Begrüßung der Anwesenden erfolgte durch die erste Vorsitzende des Fördervereins Moselweiß (fvm), Henriette Meinhardt-Bocklet. Neben der Schaffung des Dorfladens, so die erste Vorsitzende in ihren einleitenden Ausführungen, habe sich der Verein - als ein weiteres Projekt - die Gestaltung eines generationsübergreifenden Freizeitgeländes auf dem ehemaligen Tierheimgelände vorgenommen. Der heutige Abend sei jedoch dem Ideenaustausch zur Schaffung eines Dorfladens vorbehalten. Zur weiteren Leitung der Veranstaltung wurde der zum Vorstand des Vereins gehörenden Christiane Zügner das Wort erteilt. Christiane Zügner erläuterte nun den weiteren Fortgang des Abends und wies zunächst darauf hin, dass noch vor dem offiziellen Beginn der Veranstaltung die erschienenen Gäste die Möglichkeit gehabt hätten, ihre mit der beabsichtigten Etablierung eines Dorfladens verknüpften Erwartungen zu artikulieren - bei Vorgabe von vier Antwortmöglichkeiten (netter Treffpunkt; notwendig, um Waren des täglichen Bedarfs einkaufen zu können; Möglichkeit, eigene Erzeugnisse zu vertreiben oder Luxus, da die wöchentlich erforderlichen Einkäufe bei bereits vorhandenen Märkten realisiert werden können). Es konnte durch Christiane Zügner festgestellt werden, dass die Erwartung, dass durch die Errichtung eines Dorfladens ein netter Treffpunkt geschaffen werden würde, deutlich dominierte.
Sodann erläuterte Christiane Zügner die weitere Vorgehensweise dergestalt, dass mit den Erschienenen drei Gruppen gebildet wurden, die sich innerhalb einer vorgegebenen Zeitspanne jeweils mit einem Themenfeld zu beschäftigen hatten (Welche Produkte sollen angeboten beziehungsweise verkauft werden? Wo konkret im Stadtteil soll der Dorfladen errichtet werden? Wie sollen die Öffnungszeiten gestaltet werden?). Nach Ablauf der für die drei Gruppen vorgegebenen Diskussionszeit wechselte jede Gruppe das Thema, so dass sich alle drei Gruppen im Ergebnis mit jedem der drei Themenfelder beschäftigt hatten und somit alle anwesenden Teilnehmer der Veranstaltung in das erzielte Ergebnis der Erörterung aller drei Themen einbezogen worden waren.
Die Auswertung der Diskussionen zu den drei Themenfeldern zeigte jedoch kein einheitliches Bild. Es wurden insbesondere keine Ergebnisse erzielt, die geeignet gewesen wären, bereits zum jetzigen Zeitpunkt von einem geeigneten beziehungsweise tragfähigen Konzept zur Schaffung eines beabsichtigten Dorfladens in Moselweiß auszugehen. Als nachteilig hierfür zeigten sich besonders die Nähe vorhandener Handelsketten und der damit verbundene extreme Konkurrenzdruck und die auch daraus resultierende Notwendigkeit, ein recht breites, zumindest ein sehr sorgfältig ausgewähltes Warensortiment anzubieten. Aus demselben Grund wären auch längere Öffnungszeiten während der gesamten Woche, mit Ausnahme des Sonntags, zu garantieren. Hieraus wiederum würden sich nicht unerhebliche Kosten zum Betrieb des Dorfladens, insbesondere bei der Position der Personalkosten, ergeben. Auch der zu wählende Ort des Dorfladens blieb zwischen den Anwesenden strittig.
Daher - so das von der Vereinsvorsitzenden Henriette Meinhardt-Bocklet vorläufig gezogene Fazit - müssten die positiven Erfahrungen mit dem gut funktionierten Herbstmarkt in Moselweiß und ähnlichen Einrichtungen in Ehrenbreitstein ausgewertet beziehungsweise genutzt werden. Zudem hätte die durchgeführte Veranstaltung nochmals das Erfordernis verdeutlicht, eine Art Bestandsaufnahme darüber zu erstellen, wie das aktuelle Aufkommen an Waren des täglichen Bedarfs nun tatsächlich im Stadtteil Moselweiß aussieht. Zudem zeigte sich - für den neutralen Beobachter - ein weiteres Mal, dass Theorie und Praxis, Wunsch und Wirklichkeit nicht immer beziehungsweise nicht immer ohne Weiteres kompatibel sind und selbst die Realisierung eines „kleinen“ Dorfladens noch immer betriebswirtschaftlichen Prinzipien unterliegt.
Eberhard Koksch
Jeder Besucher gab an diesem Abend zunächst seine Meinung in Form eines grünen Punktes zu vier Vorgaben zum Thema „Dorfladen“ an der Tafel ab.
Die Vorstandsmitglieder des Förderverein Moselweiß (fvm) präsentierten sich auf der Ideenbörse gut aufgestellt und bestens vorbereitet; v.l. Friedrich Goos, Christiane Zügner, die 1. Vorsitzende Henriette Meinhardt-Bocklet und Thomas Kirsch.Fotos: US
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