Wie ein Bad die Zukunft der Stadt Bad Breisig gefährdet
Gutachten zeigt andere Sicht der Römer-Thermen
Endlich liegt das seit langem angekündigte Gutachten zur Bedeutung der Römer-Thermen für Bad Breisig vor. Im Rats- und Bürgerinformationssystem der Verbandsgemeindeverwaltung kann es von jedem Bürger heruntergeladen werden. Leider bringt es als Ergebnis nicht das, was uns von den örtlichen Inhabern der Deutungshoheit immer eingeredet wurde. Um es kurz zu fassen: Die Thermen tragen so gut wie nichts zur Entwicklung der lokalen Wirtschaft bei. Was konnte man hier im BLICK aktuell in der jüngsten Vergangenheit schon alles an Aussagen zu den Thermen lesen: „Daher habe man auch zur besseren Begründung der Wichtigkeit dieser Infrastruktureinrichtung für die Stadt Bad Breisig ein Gutachten in Auftrag gegeben. Mit diesen gesicherten Daten und Fakten soll begründet werden, dass die Römer-Thermen ein Infrastrukturprojekt ersten Ranges für die Quellenstadt ist.“ oder „Mit dem Gutachten zur wirtschaftlichen Bedeutung der Thermen soll auch gegenüber dem Bürger begründet werden, warum die Stadt bereit ist, für den Fortbestand des Bades hohe finanzielle Lasten zu schultern.“ oder „Die Zahlen sind erschreckend hoch, aber diese Investition rechnet sich für die Stadt als Infrastrukturprojekt.“ Nun ja, in dem Gutachten steht das genaue Gegenteil und damit das, was jeder klar denkende Bürger eigentlich schon vorher wusste: Das Bad rechnet sich selber nicht, es rechnet sich für die Stadt nicht, es rechnet sich für die heimische Wirtschaft nicht und für die Bürger von Bad Breisig am allerwenigsten. Unter dem Strich also eine Geldverbrennungsmaschine ersten Ranges. Und was sind jetzt die Konsequenzen hieraus? Sehen die Entscheidungsträger der Stadt ihren Irrtum ein und steuern gegen? Diese Frage geht an die Mitglieder des Stadtrates. Ein „weiter wie beschlossen“ kann und darf es nach diesem Gutachten nicht geben. Alles andere käme der vorsätzlichen Verschwendung von Steuergeldern gleich. Noch kann die „Reißleine“ gezogen werden! Es steht nichts anderes als Bad Breisigs finanzielle Zukunft der nächsten Jahrzehnte auf dem Spiel.
Michael Daum, Bad Breisig
