Stadt Adenau
Hilfe für italienische Partnerstadt Castione della Presolana
Adenau. Das Corona-Virus hat derzeit weltweit die Macht übernommen. Es ist das beherrschende Thema in den Medien, in der Politik, bei Gesprächen mit Nachbarn und Freunden. Wir glauben, in Deutschland selbst sehr betroffen zu sein, weil wir Einschränkungen bei der Arbeit, im Alltag und im täglichen Umgang mit anderen Menschen erfahren, die wir so noch nie erlebt haben.
Wie dramatisch die Lage anderenorts ist, kann man durch die Nachrichten erahnen, wenn man italienische Militär-LKWs sieht, die die Leichen von Seuchenopfern zu den Krematorien bringen. Die Realität ist jedoch noch viel schlimmer, wie ein kürzlich geführtes Telefonat mit Sergio Rossi aus der Adenauer Partnerstadt Castione della Presolana in der oberitalienischen Provinz Bergamo zeigt.
Rossi, selbst ein langjähriger Unterstützer der Partnerschaft und häufiger Gast in Adenau, berichtete dem Adenauer Stadtbürgermeister Arnold Hoffmann über die dortigen schrecklichen Zustände. Die Gesundheitsversorgung in der Region ist vollständig zusammengebrochen. Niemand in der Partnerstadt weiß, wie viele Menschen erkrankt sind, niemand kann sie zählen. Die vielen Kranken in den Häusern werden weder auf das Virus getestet noch haben sie eine Chance auf medizinische Betreuung. Von den niedergelassenen Medizinern in dem rund 3.500 Einwohner zählenden Ort ist nur noch ein Arzt arbeitsfähig, dieser bietet lediglich eine telefonische Beratung von Erkrankten an.
Das kleine Krankenhaus im Nachbarort Clusone ist hoffnungslos überbelegt, dort liegen Schwerkranke auf den Fluren und können kaum versorgt werden. Alleine aus Castione sind dort 20 lebensbedrohlich Erkrankte in Behandlung. Seit Januar sind in Castione bereits 35 Personen verstorben, die meisten davon in den letzten Wochen.
Der dortige Bürgermeister Angelo Migliorati und sein Team arbeiten rund um die Uhr, um die schlimmsten Folgen für die Bevölkerung abzumildern.
Das Rückgrat der örtlichen Hilfe bildet dabei der örtliche Sanitäts- und Katastrophenschutzdienst „Corpo Volontari Presolana“ mit rund 200 ehrenamtlichen Helfern aus Castione und einigen Nachbardörfern, die permanent im Einsatz sind. Sie versorgen Kranke und Isolierte, bringen Essen und Medikamente, machen Mut und sind vor allem für kranke Menschen in den abgelegenen Häusern in den Bergen oft der einzige Kontakt zur Außenwelt.
Doch aufgrund der Dauer und Intensität des Einsatzes geht dem Corpo das Geld aus. Die Zuwendungen der Gemeinde sind aufgebraucht. Auf zusätzliche Spenden aus der heimischen Bevölkerung, die normalerweise einen Großteil der Einnahmen ausmachen, ist angesichts der dramatischen Lage kaum zu hoffen. Der Adenauer Stadtbürgermeister Arnold Hoffmann bittet daher um Spenden für den Corpo Volontari Presolana. „Partnerschaft“, betont der Bürgermeister, „kann sich nicht nur auf gemeinsames Feiern und schöne Reden beschränken. In solch einer extremen Notlage müssen wir unseren Partnern auch helfen, soweit dies in unserer Macht steht.“
Mit dem Rotary Club Adenau-Nürburgring hat Hoffmann bereits einen ersten Spender gefunden. Der Club hat sich darüber hinaus bereit erklärt, die Spendensammlung zu koordinieren und Spendenquittungen zur Vorlage beim Finanzamt auszugeben. Jede Einzahlung auf das Konto Förderverein Rotary Club Adenau-Nürburgring; Volksbank RheinAhrEifel eG; IBAN: DE84 5776 1591 0527 0800 00; BIC: GENODED1BNA mit dem Kennwort „Corona Castione“ kommt an und bietet neben der materiellen Hilfe eine wertvolle Unterstützung und Motivation für die Helfer in Castione, die Kraft gibt, in dieser schweren Zeit nicht nachzulassen.
Selbstverständlich können auf dieses Konto auch weiterhin Einzahlungen mit dem Kennwort „Corona Hilfe“ zugunsten der Adenauer Tafel und der Coronahilfe des Kinderschutzbundes eingezahlt werden.
Stadtbürgermeister Hoffmann und der Präsident des Rotary-Clubs, Dr. Jens Böhle, danken allen Spendern für ihre großherzige Unterstützung.
Pressemitteilung Stadt Adenau
