Josef Oster lud zu einer großen Videokonferenz zur Zukunft der Uni Koblenz ein
„Historische Chance muss ergriffen werden“
Koblenz. Nicht nur die Anzahl von 120 Teilnehmern beeindruckte: Die Videokonferenz zur Zukunft der Universität Koblenz, zu der der Koblenzer CDU- Bundestagsabgeordnete Josef Oster gemeinsam mit seinem Landtagskollegen Dr. Adolf Weiland eingeladen hatte, war auch hochkarätig „besetzt“. Mehrere Bundestags- und Landtagsabgeordnete, Oberbürgermeister und Bürgermeister der Region, Mitglieder des Koblenzer Stadtrates, Unternehmens- und Behördenvertreter sowie Studierende und Lehrende der Hochschule Koblenz-Landau hatten sich zugeschaltet. Mit dabei waren auch die Präsidentin der Universität Koblenz Landau, Prof. Dr. M-Britt Kallenrode und der Vize-Präsident, Prof. Dr. Stefan Wehner.
Die gut 90-minütige Diskussion lässt sich kurz zusammenfassen: Es besteht Einigkeit, dass die Universität Koblenz nach der Scheidung von Landau ab Januar 2023 eigenständig und stark dem Standort Koblenz und der Region erhalten bleiben muss. Doch mangels konkreter und verbindlicher finanzieller Zusagen vom Land ist bereits der Weg in die Eigenständigkeit alles andere als einfach. Und was danach kommt, ist leider immer noch unsicher.
Partei für Uni ergreifen
Wie bei vielen Projekten geht es auch bei der künftig eigenständigen Universität Koblenz ums Geld. Josef Oster machte gleich in seinem Eingangsstatement deutlich, was ihm wichtig ist. „Wir müssen parteiübergreifend Partei für die eigenständige Uni Koblenz ergreifen. Denn eine eigenständige Uni mit eigenem Profil ist für die Zukunft des Standortes Koblenz und die Region eine historische Chance“, so Oster. „Dies ist eines der wichtigsten Strukturthemen der vergangenen Jahre. Die Landesregierung hat Trennung der Universität Koblenz-Landau beschlossen. Jetzt müssen für die künftig eigenständige Uni aus Mainz endlich klare Signale kommen“, so Oster.
Seit mehr als einem Jahr wirbt Oster bereits für eine möglichst breite öffentliche Unterstützung für den Universitätsstandort Koblenz. Bei einem Oster-Forum, in Gesprächsrunden mit Studierenden, der Präsidentin, Professoren, Unternehmern und Behördenleitern macht er sich für den Unistandort stark. Die Summe aller Gespräche hat die Überzeugung des Bundestagsabgeordneten bestätigt: „Vom Universitätsstandort Koblenz hängt es maßgeblich ab, ob Koblenz und das nördliche Rheinland-Pfalz im Wettbewerb der Regionen mithalten können“, so Oster.
45 bis 50 Millionen
In der Videokonferenz vermied es die Prof. Dr. May-Britt Kallenrode aufgrund ihrer Zuständigkeit für beide Standorte Forderungen in Richtung der Mainzer Landesregierung zu formulieren. Aber nach beharrlichen Nachfragen aus dem Teilnehmerkreis nannte sie für die künftige Uni Koblenz dann doch eine notwendige Summe von 45 bis 50 Millionen Euro als Jahresbudget. Uni-Insider bewerten diesen Kostenansatz als Minimalansatz, denn große Sprünge ließen sich damit nicht machen. Auch wenn über externe Forschungsaufträge künftig mehr als die derzeit sechs Millionen Euro an Drittmitteln in den Campus-Kassen landen sollten, sind Träume von einem Ausbau mit neuen Fakultäten absolut unrealistisch. Auch noch mit einem Fragezeichen versehen ist, wie viel von den 70 Millionen Euro an Bundesmitteln im Zeitfenster 2021 bis 2023 im Rahmen des Zukunftsvertrages Studium und Lehre explizit von Mainz nach Koblenz „überwiesen“ werden. Denn dieser Vertrag bedient die Standorte Landau, Mainz und Koblenz.
Aufbauarbeit notwendig
Ein echtes „kostspieliges“ Problem, das wurde in der Videokonferenz erneut deutlich, ist der Aufbau einer unverzichtbaren eigenen Verwaltung in Koblenz. Bisher wurden diese Arbeiten in Mainz für Koblenz und Landau übernommen, künftig wird Landau zur Uni Kaiserslautern gehören und diesbezüglich keine Probleme bekommen. Für Koblenz aber muss geeignetes und ausreichendes Personal gefunden werden und – dies macht Dr. Adolf Weiland deutlich – auch räumlich untergebracht werden. Am Campus, der bereits jetzt aus allen Nähten platzt, muss baulich investiert werden. „Es werden für Lehre und Forschung, die Verwaltung und Wohnungen für Studierende auf dem Campus und in Koblenz Baumaßnahmen erforderlich“, so Adolf Weiland.
Profil zeichnet sich ab
Die Zeit drängt, die Universität Koblenz benötigt schnellstens verlässliche finanzielle Zusagen. Inhaltlich ist man am Standort Koblenz schon einen Schritt weiter: Prof. Dr. Stefan Wehner gab Einblick in das Stadium der Profilbildung der künftig eigenständigen Uni. Neben der Lehrerausbildung setzt man in Koblenz natürlich auf die Informatik und dort speziell auf interdisziplinäres und vernetztes Arbeiten in Kooperationen zwischen Uni, Unternehmen und Behörden. Wehner machte deutlich, dass die Tatsache, dass Koblenz anders als beispielsweise Mainz keine Volluniversität ist, sich bei der Profilbildung als Vorteil erweisen könnte. Angesprochene Kooperationen mit dem Bundesarchiv und der Bundesanstalt für Gewässerkunde (beide mit Sitz in Koblenz) hörten die Teilnehmer der Videokonferenz gerne. Die Botschaft war mit Blick auf die inhaltliche Profilbildung eindeutig: Die Uni Koblenz braucht die Region und die Region braucht die Universität Koblenz.
Pressemitteilung des
Büro von Josef Oster
