Informationsveranstaltung in Wormersdorf
Im öffentlichen Personennahverkehr soll sich schon bald einiges zum Besseren wenden
Bürgermeister Stefan Raetz und Ortsvorsteher Günter Zavelberg hatten die Verantwortlichen eingeladen
Wormersdorf. Schon vor einem halben Jahr hatte sich der Wormersdorfer Ortsvorsteher Günter Zavelberg an Bürgermeister Stefan Raetz gewandt mit der Bitte, sich für eine bessere Anbindung des Ortsteils an den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) einzusetzen. Mit diesem Anliegen stand Zavelberg nicht allein, denn er hatte 60 Unterschriften von Gleichgesinnten mit dabei, die er damals dem Bürgermeister übergab.
In erster Linie war es der Taxi-Bus, der seit einiger Zeit als Ersatz für den früheren Linienverkehr der Buslinie 844 und 849 unterwegs ist, der zu Ärger und Verdruss bei den Wormersdorfern führt. Denn eigentlich muss man eine halbe Stunde vorher anrufen, wenn man mit dem Taxibus mitfahren möchte. Doch leider sei die Hotline oft besetzt, und ohne Anmeldung weigerten sich die Fahrer, Fahrgäste mitzunehmen. Auch habe man es schon erlebt, dass der bestellte Taxi-Bus gar nicht erst aufgetaucht sei. Dabei seien gerade ältere Menschen auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen, um Arztbesuche oder Besorgungen machen zu können, machte Zavelberg klar. Allein in Wormersdorf gebe es mehr als 500 Bürger im Alter von über 70 Jahren, und nicht alle seien mobil.
Zusammenhänge sind kompliziert
Diese Problematik war das Thema eines Informationsgespräches in der Wormersdorfer Grundschule, an dem rund 30 Wormersdorfer teilnahmen. Raetz hatte dafür die Verantwortlichen der zuständigen Verkehrsbetriebe und Verwaltungen eingeladen. Die Stadtwerke Bonn (SWB), der Regionalverkehr Köln (RVK), die Ahrweiler Verkehrsbetriebe (AVB) und der Rhein-Sieg-Kreis waren vertreten. Das war auch nötig, denn die Zusammenhänge sind etwas komplizierter, als die meisten Anwesenden vermuteten.
Wer nämlich den Taxibus nutzen will, muss zunächst bei der Dispositionsstelle RVK Bescheid geben, die wiederum die Anmeldung an die SWB weiterleitet, welche ihrerseits ihren Vertragspartner AVB mit der Fahrt beauftragt. Eine der Folgen nach dem Eindruck der Wormersdorfer: bei Beschwerden fühle sich niemand zuständig, und jeder schiebe die Verantwortung auf den anderen ab.
Jeder Beschwerde so nachgegangen werden
Etwa dann, wenn – wie eine Seniorin berichtete – der bestellte Bus zwar kommt, aber mit hoher Geschwindigkeit einfach an der Haltestelle vorbeifährt und die Fahrgäste stehen lässt. Und das nicht nur einmal, sondern gleich mehrfach. Michael Leykum (SWB) konnte das kaum glauben und bat darum, solche Fälle möglichst umgehend mit Datum und genauer Uhrzeit zu melden. „Wir gehen jeder Beschwerde nach“, versicherte er.
Ein weiteres Ärgernis sei die Unpünktlichkeit der Taxibusse, die manchmal zu spät, manchmal zu früh und manchmal überhaupt nicht kämen. Immer wieder komme es vor, dass der Bus zu voll besetzt sei, und hin und wieder gebe es auch unfreundliche Busfahrer. Auch diesen Beschwerden werde man nachgehen, versprachen die Verantwortlichen.
Verbesserungsvorschläge wurden eingebracht
Ortsvorsteher Zavelberg rechnete vor, dass manche Wormersdorfer bis zu 1,2 Kilometer laufen müssten, um von Ortsrand zur Bushaltestelle in der Ortsmitte zu kommen. Er schlug vor, eine weitere Haltestelle einzurichten, um insbesondere den Senioren kürzere Wege zu ermöglichen. Weitere Verbesserungsvorschläge drehten sich um die Einrichtung einer Kurzstrecken-Buslinie von Wormersdorf nach Meckenheim und Rheinbach sowie um die schlechte Lesbarkeit der Fahrpläne. Die sollten größer gedruckt und tiefer aufgehängt werden, außerdem wünscht man sich eine bessere Kennzeichnung der Taxibusse.
Auch das Beschwerdemanagement könne verbessert werden, so die Anregung der Wormersdorfer. Beispielsweise mit der Einrichtung einer zentralen Hotline oder mit dem Aufdruck der Beschwerde-Telefonnummer auf der Fahrkarte. Die Verantwortlichen sagten zu, über die Vorschläge nachzudenken und das System so zu optimieren, dass es funktioniere. -VJ-
