Erwin Rüddel plädiert für eine „rationale Politik statt Wolfsromantik“
Immer mehr Wölfe – und trotzdem „Weiter so“?
Kreisgebiet. „Es vergeht kaum ein Tag, an dem in der Lokalpresse nicht über Wölfe und Wolfsrisse an Weide- und Nutztieren auch in den Landkreisen Neuwied und Altenkirchen berichtet wird. Die Population wächst dauerhaft jährlich um 30 Prozent, die Wolfsrudel werden größer und es gibt zunehmend mehr Wölfe und Rudel auch in unserer Region. Deshalb ist es an der Zeit für rationale Politik statt Wolfsromantik“, argumentiert der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel.
Er sieht die Probleme umso größer werden, je stärker sich der Wolf ausbreitet. Dabei gebe es für den Wolf, der im Bestand nicht gefährdet ist, zweifellos andere Regionen auf der Welt, die für eine Ausbreitung weitaus geeigneter seien als unser dicht besiedeltes Land mit seiner vom Menschen geschaffenen Kulturlandschaft.
„Je zahlreicher die Wölfe werden, desto stärker sind auch größere Tiere durch Übergriffe gefährdet. Schafe, Ziegen und Kälbchen gehören mittlerweile schon zur Standardnahrung des Wolfs“, hat der Bundestagsabgeordnete von Weide- und Nutztierhaltern erfahren. So seien auch Rinder, Fohlen und selbst ausgewachsene Pferde zunehmend in Gefahr. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis sich auch Menschen durch den Wolf akut bedroht fühlten, zumal er inzwischen am Rand oder sogar mitten in Wohnbereichen gesichtet wurde.
„Seit 2000 wächst der Wolfsbestand in Deutschland exponentiell. Der derzeitige Bestand – die Schätzungen variieren zwischen 1.400 und 1.900 Tieren – dürfte deshalb weiter stark steigen. Entsprechend nehmen die Schäden immer mehr zu. Bereits im Jahr 2018 rissen Wölfe insgesamt 2.067 Stück Weidevieh, darunter 1.656 Schafe, aber auch etliche Dutzend Ziegen, 130 Rinder und sogar ein Lama. Die Länder, die für den Natur- und Artenschutz zuständig sind, gaben 2018 fast 2,6 Millionen Euro als Ausgleich für durch Wölfe getötetes Vieh aus, ferner für vorbeugende Maßnahmen wie Elektrozäune und Hütehunde“, ergänzt Rüddel.
Alles spreche für eine Regulierung des Wolf-Bestandes: „Je näher der Wolf dem Lebensraum der Menschen kommt, desto mehr und dringlicher wird eine konsequente Regulierung des Bestands erforderlich.“ Letztlich könne auch kein Zaun für unsere Nutztiere hoch und sicher genug sein, um sie vor dem Wolf zu schützen. Eine verantwortliche Politik müsse die wirtschaftlichen Schäden und die extrem hohen Kosten von Schutz- und Sicherungsmaßnahmen, deren Wirksamkeit nicht garantiert sei, sowie die Frage nach dem langfristigen Überleben der Betrieb mit Tierhaltung gerade in ländlichen Regionen zwingend im Blick haben.
Muss die Gesellschaft wirklich für alle Schäden, die eine ungebremste Ausbreitung des Wolfes verursacht, unbegrenzt aufkommen? Diese Frage beschäftigt den heimischen CDU-Bundestagsabgeordneten, wobei er verdeutlicht: „Ich habe kein Verständnis dafür, wenn die Zunahme des Wolfs unkritisch verklärt und bejubelt wird. Auch Weidetiere haben ein Recht auf Tierschutz. Denn Wölfe, die zum Beispiel Schafe oder Ziegen getötet haben, werden das immer wieder tun und müssen daher aus dem Bestand entnommen werden.“
Grundlegend sei ein konsequentes Monitoring, eine genaue Beobachtung und Überwachung der wachsenden Wolf-Bestände. Dies sei die Voraussetzung für alle weiteren Überlegungen und eventuell notwendigen Maßnahmen. Der Parlamentarier weist darauf hin, dass seit Februar 2020 ein von Bundestag und Bundesrat verabschiedetes Gesetz gilt, woraufhin Wölfe nach Nutztierrissen auch von Hobbytierhaltern leichter geschossen werden dürfen, selbst wenn nicht klar ist, welcher Wolf für den Riss verantwortlich ist. Dies gelte so lange, bis es in dem entsprechenden Gebiet keine Nutztierrisse mehr gibt.
Bislang scheinen sich die gesetzlichen Änderungen in der Praxis allerdings kaum auszuwirken. Und angesichts der bisherigen Erfahrungen mit der „grünen“ Wolfspolitik der Mainzer Landesregierung hegt Erwin Rüddel diesbezüglich „nur die denkbar geringsten Erwartungen“. Hinzu komme das Problem, dass wegen des fälligen „Shitstorms“ der „Wolfsfreunde“ kaum noch ein Jagdberechtigter, obwohl eigentlich für die Entnahme prädestiniert, freiwillig dazu bereit wäre.
Kein stures „Weiter so“
„Und wenn dann nach endlosen amtlichen Verwaltungs- und Verzögerungsakten sowie nach genauer rechtlicher Einzelfallprüfung auf Basis von Ausnahmegenehmigungen schließlich doch ein behördlich zusammengestellter Eingreiftrupp ausrücken sollte, ist der Wolf in aller Regel leider unauffindbar. Deshalb ist es statt eines sturen ‚Weiter so‘ dringend erforderlich über konkrete Maßnahmen nachzudenken und zu entscheiden“, so Rüddel.
Nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union sowie nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist der Wolf streng geschützt. Planspiele, die auf eine weitere, faktisch unbegrenzte Ausbreitung des Wolfs in einem der am dichtesten besiedelten Industrieländer und damit auf die weltweit größte Wolfsdichte ausgerechnet in Deutschland hinauslaufen, bezeichnet der Politiker als „völlig verantwortungslos, zumal der gute Erhaltungszustand des Wolfes in Deutschland und in den Nachbarländern längst erreicht ist.
Damit wendet sich der heimische Bundestagsabgeordnete auch frontal gegen das in Bonn ansässige Bundesamt für Naturschutz (BfN), das jüngst eine Studie zur „Abschätzung der potentiellen Anzahl von Wolfsterritorien in Deutschland“ vorgestellt hat. Wenn die öffentlich Bediensteten in ihrer Bonner Behörde davon schwärmen, die Wölfe könnten in weiten Teilen Deutschlands sesshaft werden, da hierzulande angeblich ‚“geeigneter Lebensraum für etwa 700 bis 1.400 Territorien vorhanden“ sei, stelle sich ernsthaft die Frage, ob die Verfasser noch in der Realität unseres Landes leben. Denn 700 bis 1.400 Territorien entsprächen nach den bisherigen Daten einem geschätzten Wolfsbestand zwischen 7.000 und 14.000 Wölfen in Deutschland.
„Unser Nachbarland Frankreich, das bekanntlich flächenmäßig weitaus größer und deutlich dünner besiedelt ist als Deutschland, hat übrigens ein generelles Limit festgelegt. Mehr als 500 Wölfe sollen es nicht werden zwischen Alpen und Pyrenäen. – Finde den Fehler“, fügt Rüddel trocken hinzu und erhebt die konkrete Forderung nach möglichst umgehender „Entnahme“, sobald Problemtiere eindeutig identifiziert sind – statt endloser behördlicher Verzögerungen.
Ferner stellt Rüddel drei Punkte heraus: 1. Die Frage nach Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht. Hierüber sollte noch einmal grundsätzlich, vorurteilsfrei und ergebnissoffen auf EU-Ebene diskutiert werden. 2. Die Frage nach einer Obergrenze. Warum ist in Frankreich, wo die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union ebenfalls gilt, eine Obergrenze möglich, während hier bei uns eine Bundesbehörde die künftige Verfielfachung des Wolfsbestands „herbei phantasiert“? 3. Die Frage nach einem Zonenmanagement. Diesen Gedanken hat der niedersächsische Umweltminister Lies (SPD) angesichts beängstigender Schadensmeldungen in seinem Bundesland in die Diskussion eingebracht. Im Kern geht es darum, den Wölfen nur noch zu gestatten, sich in bestimmten, genau definierten „Zonen“ aufzuhalten.
Abschließend fasst Erwin Rüddel seine Überlegungen so zusammen: „Ich behaupte nicht, eine Patentlösung für das Problem zu haben. Aber Naivität und Blauäugigkeit in Sachen Wölfe sind nach meiner Überzeugung fehl am Platz. Wenn Dinge aus dem Ruder laufen und vorhandene Probleme sich absehbar noch deutlich verschärfen werden, dann geht es nach meinem Verständnis von Politik darum, rationale Antworten und Lösungen für das jeweilige Problem zu finden. Dazu möchte ich mit meinen Überlegungen Denkanstöße geben, von denen ich hoffe, dass sie aufgenommen werden.“
Pressemitteilung der
Büro von Erwin Rüddel

@Herr Seligmann,
Ihr Artikel 16a GG nützt Ihnen gar nichts, wenn 1000 Mann per Wasser, Luft, Landweg oder durch die wunderbare Brotvermehrung vor der Tür stehen.
NIEMAND wird diese Leute einfach zurückschicken, weil das gar nicht geht. Zunächst werden die versorgt, untersucht und so gut es geht überprüft. Diejenigen, die aus welchem Grund auch immer ihre Pässe weggeworfen oder versteckt haben, kann man nicht einfach wegschicken.
Zudem hat die Regierung einen Pakt mit dem Libanon, das z.B. Syrer ganz normal mit Flüchtlingsstatus von Beirut aus eingeflogen werden. Das hat einen Grund ! Vielleicht machen Sie sich mal schlau in der Vertragsgegend der Länder. Ebenso gibt es Verträge mit anderen Ländern des "schwarzen Kontinents", mit China, mit den ehemaligen Sowjet-Staaten und meinetwegen auch mit Donald Fauntleroy Duck - es ist wie es ist. Und damit Ihr Frust noch größer wird, die JC zahlen auch von hier aus Flüge in den Iran, damit sich die F-Familien treffen können. Nur per Antrag!
Hallo Jürgen Müller, ihr Einwand mag berechtigt sein, ändert aber nichts an der Gültigkeit des Grundgesetzes für Deutschland und zusätzlich sind die Nachbarstaaten von Deutschland ebenfalls Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen, was den Art. 16a GG zusätzlich aufwertet.
@Herr Seligmann, was heisst denn "Menschen wie Sie"?
Ich habe 13 Jahre in Düsseldorf gelebt und alle Städte wie Neuss,Krefeld, Ruhrpott etc.haben einen hohen Ausländeranteil.
In Neuss ist jeder 2. Ausländer, davon 90 % Muslime. Sie haben Geschäfte, gehen arbeiten,haben sich meist integriert. Was zu ahnden ist von den Behörden sind Kriminelle, die sich nicht integrieren lassen. Leider lassen es die Gesetze oft nicht zu, die Leute direkt abzuschieben und bei uns bestimmt der Kapitän, ob die Maschine abhebt. Auch Corona spielt hier eine Rolle.
Ich bin für eine kontrollierte Einreise, denn immerhin ist Deutschland Einwanderungsland seit 2020. Wir lassen niemanden im Meer ertrinken und retten zunächst einmal Leben. Diese Menschen versuchen ihr Glück.70 Millionen Menschen auf der Welt sind auf der Flucht. Wenn Die Flüchtlinge über Land kommen, werden sie ebenso überprüft. Die Welt gehört uns nicht, wir müssen sie teilen ob es uns passt oder nicht. Ich habe nichts gegen Flüchtlinge.
Nur so nebenbei.
Als ein Teil der weltweiten Migrationsströme genießen FLÜCHTLINGE auf GRUNDLAGE des Internationalen Rechts besonderen Schutz durch die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen.Ausschlaggebend als Flüchtling anerkannt zu werden und Anspruch auf ein Asylverfahren zu haben,ist die Tatsache der SCHUTZLOSIGKEIT im HEIMATLAND.Flüchtlinge sind auch Migrant*innen,auch wenn ihnen ein anderes Schutzbedürfnis zugesprochen wird, sie einer gründlicheren Prüfung ihrer Anträge und damit der Schutzbedürftigkeit unterzogen werden.
Hallo Gabriele Friedrich, nun ja, es war klar dass Menschen wie Sie versuchen das ganze zu emotionalisieren, anstatt zu diskutieren. Und so ganz Nebenbei, alle (sogenannten) Flüchtlinge, die auf dem Landweg zu uns kommen, haben keinen Anspruch auf Asyl, siehe hierzu Art. 16a Absatz 1 und 2 Grundgesetz!
@ Herr Seligmann
das wäre auch Rassismus, denn es zeigt nur, das Sie? immer noch nicht mit den Flüchtlingen klar kommen?
Wenn ich in solchen Ländern wie Syrien oder anderen blutigen Ländern leben müsste, würde ich auch abhauen, egal wie. Ich bin aber ein Sprachtalent und würde nach wenigen Wochen eine Sprache so gut beherrschen, das ich mich unterhalten kann. Wenn es in Deutschland brenzlig wird, haue ich meinetwegen auch in die Vereinigten Emirate ab und trage eine Burka- wenn ich damit mein Leben retten könnte und nicht im Dreck liege und hungere wie die Leute in Bangladesch, etc.
Das eine sind Tiere
Das andere sind Menschen....wie Sie und ich
Wachen Sie auf- und helfen Sie Ihrem "Nächsten" da- wo es nötig ist.
Was mich stört ist- dass Menschen nicht mehr lernen ! Knigge sei nur als Beispiel genannt. Die Deutschen entwickeln sich immer mehr zu Pratzen und Trampeln, die ihre eigene Intelligenz durch künstliche ersetzt und kein Niveau mehr da ist. Egoismus und Dummheit.
Zitat: „Ich behaupte nicht, eine Patentlösung für das Problem zu haben. Aber Naivität und Blauäugigkeit in Sachen Wölfe sind nach meiner Überzeugung fehl am Platz. Wenn Dinge aus dem Ruder laufen und vorhandene Probleme sich absehbar noch deutlich verschärfen werden, dann geht es nach meinem Verständnis von Politik darum, rationale Antworten und Lösungen für das jeweilige Problem zu finden. Dazu möchte ich mit meinen Überlegungen Denkanstöße geben, von denen ich hoffe, dass sie aufgenommen werden.“Zitatende - Und nun ersetzen wir "Wölfe" durch "Flüchtlinge" und schon sind wir Rassisten, obwohl nur ein Diskurs gefordert wird.