Politik | 09.07.2024

Leben und Arbeiten hinter dem Zaun: Der Koblenzer Bundestagsabgeordnete Josef Oster besucht Klinik Nette-Gut

In der forensischen Psychiatrie in Weißenthurm werden suchtkranke und psychisch kranke Straftäter behandelt

Zum intensiven Austausch in der Klinik Nette-Gut trafen sich (von links) Dr. Frank Goldbeck, Ärztlicher Direktor der Klinik Nette-Gut, der Koblenzer Bundestagsabgeordnete Josef Oster, Dr. Alexander Wilhelm, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses und dessen Stellvertreter und Kaufmännischer Direktor der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach Dr. Thorsten Junkermann.  Foto: Markus Wakulat/Landeskrankenhaus (AöR)

Weißenthurm. Maßregelvollzug statt einer Gefängnisstrafe – das erwartet Straftäter, die aufgrund einer psychischen Erkrankung nicht oder vermindert schuldfähig sind. Viele dieser Menschen leben in Weißenthurm in der Klinik Nette-Gut.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Josef Oster zeigte sich sehr interessiert an der umfangreichen und vielschichtigen Arbeit des Nette-Teams. In einem intensiven Austausch mit dem Ärztlichen Direktor Dr. Frank Goldbeck sowie dem Geschäftsführer des Landeskrankenhauses Dr. Alexander Wilhelm und dessen Stellvertreter Dr. Thorsten Junkermann machte sich der Abgeordnete aus Koblenz ein genaues Bild von der Einrichtung.

Mit offiziell 390 Behandlungsplätzen ist das Nette-Gut eine der größten Kliniken für forensische Psychiatrie in Deutschland. Träger der Klinik ist das Landeskrankenhaus, der größte Krankenhausträger im psychiatrisch-psychotherapeutischen und neurologischen Bereich in Rheinland-Pfalz. 5000 Mitarbeiter in 30 Einrichtungen beschäftigt das öffentliche Unternehmen. Etwa 580 davon in Weißenthurm.

Gleich mehrere Herausforderungen stellen sich der Klinik. Erstens: Die Einrichtung ist mit 450 Patienten deutlich überbelegt. Besonders die zunehmenden Einweisungen von Patienten aus dem Spektrum des § 64 Strafgesetzbuch (Unterbringung in einer Entziehungsanstalt) hatten – verbunden mit Corona – eine schwierige Zeit zur Folge. Erst die Novellierung des Gesetzes durch den Bundestag hat für Entlastung gesorgt, die allmählich auch die Verantwortlichen die Weißenthurm spüren. Zweitens: Es hapert am „Abfluss“ von Patienten, die eigentlich nicht mehr die intensive Behandlung im Maßregelvollzug bräuchten. Da es aber keine geeigneten Folgeeinrichtungen gibt, die diese Menschen auffangen, bleiben viele zunächst in der Klinik. Drittens: Die Patienten altern – mit allen Schwierigkeiten, die das Phänomen mit sich bringt. Demenz ist da nur eins von vielen Themen.

16 Prozent der Patienten sind Sexualstraftäter, 7 Prozent haben einen Menschen getötet. 42 Prozent aller Patienten in der Klinik sind suchtkrank, knapp 27 Prozent leiden unter Schizophrenie. Und auch wenn hinter dem Klinikzaun das Bild verschoben ist: „99,5 Prozent aller Straftäter sind nicht psychisch krank“, betont der Ärztliche Direktor Goldbeck.

Josef Oster bedankte sich bei dem Team für die aufschlussreichen Stunden und das informative Gespräch in der Klinik. „Mit ihrer Arbeit leisten Sie einen extrem wichtigen Dienst an der Gesellschaft“, so der Abgeordnete. „Das hat allerhöchsten Respekt und Wertschätzung verdient.“ Pressemitteilung des

Büro von Josef Oster

Zum intensiven Austausch in der Klinik Nette-Gut trafen sich (von links) Dr. Frank Goldbeck, Ärztlicher Direktor der Klinik Nette-Gut, der Koblenzer Bundestagsabgeordnete Josef Oster, Dr. Alexander Wilhelm, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses und dessen Stellvertreter und Kaufmännischer Direktor der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach Dr. Thorsten Junkermann. Foto: Markus Wakulat/Landeskrankenhaus (AöR)

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