Politik | 08.06.2013

Integrationsministerin Irene Alt auf Einladung der Grünen in Remagen

Integration - Nehmen und Geben

Anlässlich der siebten öffentlichen Fraktionssitzung der Grünen im Stadtrat von Remagen kam Integrationsministerin Irene Alt auf Einladung der Grünen nach Remagen. privat

Remagen. Die Landesregierung von Rheinland-Pfalz hat in den letzten beiden Jahren in zwei Bereichen deutliche Reformen umgesetzt und ihre Ziele dabei erreicht oder sogar überschritten: Zum ersten böten die rund 2.500 Kinderbetreuungseinrichtungen im Lande bereits 35 Prozent Plätze für die unter Dreijährigen an, zum anderen besuchen hier 97 Prozent aller drei- bis sechsjährigen Kinder einen Kindergarten. Im Bundesdurchschnitt seien es weniger als 93 Prozent. Das Besondere sei hierbei, dass auch Familien mit Migrationshintergrund zu rund 92 Prozent ihre Kinder in den Kindergarten schickten. Dies sei über acht Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt (83,5 Prozent).

Auch in anderen Bereichen sei man gut in den letzten Jahren vorangekommen, so Integrationsministerin Irene Alt am Sonntag anlässlich der siebten öffentlichen Fraktionssitzung der Grünen im Stadtrat von Remagen. In der „Casa Antonio Lopez“ konnte die Ministerin auch erhebliche Fortschritte bei der Betreuung von Asylbewerbern vorweisen. So werde die besonders unwürdige und für Familien nahezu unerträgliche Abschiebehaft in Rheinland-Pfalz nach Möglichkeit nicht angewandt und wo 150 Plätze in der Abschiebehaft vorgesehen gewesen wären, seinen heute zum Glück nur drei belegt.

Stolz ist die Landesregierung auf ihre Initiative, für ausländische Mitbürger eine „Willkommenskultur“ schaffen zu wollen. So würden in Seminaren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Verwaltungen darin geschult, Einwanderern freundlich zu begegnen und ihnen das Gefühl zu ermitteln, in Deutschland willkommen zu sein. Auch sei angestrebt, die Quote der Mitarbeiter im öffentlichen Dienst auf den Prozentsatz der Menschen mit Migrationshintergrund im Bundesland allgemein zu bringen, also von derzeit weniger als 10 Prozent auf angestrebte 17 oder 18 Prozent. Dies hätte zum Beispiel bei Polizei, Lehrern oder im Kindergarten erhebliche Vorteile. Kürzlich gestartet sei in Rheinland-Pfalz eine Einbürgerungsinitiative. Zusammen mit den Landräten sollte Familien, die sich seit Langem in Deutschland aufhalten und sprachlich und gesellschaftlich integriert hätten, die deutsche Staatsbürgerschaft angetragen werden. Hierbei seien auch die Bürgermeister aufgerufen, sich direkt an entsprechende Mitbürger mit Migrationshintergrund in ihren Kommunen zu wenden.

Mit Blick auf die islamischen Gemeinden in Rheinland-Pfalz habe man mit dem landsbezogenen „runden Tisch“ einen vertrauensvollen Dialog einleiten können, an dem gegenwärtig 21 verschiedene Verbände beteiligt seien.

In der Diskussion, an der Vertreter des Remagener Seniorenbeirats, des Beirats für Migration und Integration, Mitglieder anderer Ratsfraktionen sowie zahlreiche andere Gäste teilnahmen, kam auch die Familien- und Jugendpolitik zur Sprache. Die Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie stünde hier an erster Stelle der Landespolitik, betonte Ministerin Alt. Alleine 460 von insgesamt 600 Millionen EUR Jahresetat des Ministeriums würden in Rheinland-Pfalz für die Kinderbetreuung verausgabt. Hier sei aber Weiteres zu leisten. Ganztagsschulen reichten nicht aus, um ältere Kinder zu betreuen. So müssten Kinderhorte auch weiter gefördert werden.

Mit einem Appell an das politische Engagement von Frauen verabschiedete sich die Ministerin schließlich von den Anwesenden. Derzeit seien nur 16,8 Prozent aller Mitglieder von Kommunalparlamenten in Rheinland-Pfalz Frauen. Die Bürgerinnen und Bürger auch in Remagen seien deshalb aufgefordert, diesen Anteil bei den Wahlen 2014 deutlich zu steigern.

Pressemitteilung

Bündnis90/Die Grünen,

Stadtratsfraktion Remagen

Anlässlich der siebten öffentlichen Fraktionssitzung der Grünen im Stadtrat von Remagen kam Integrationsministerin Irene Alt auf Einladung der Grünen nach Remagen. Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
  • Beatrix Biskup: Ich habe Bibliotheken immer geliebt und ich freue mich über jeden Schritt den die Stadtbibliothek in Richtung Zukunft geht und über jede Veranstaltung die diese durchführen würde.
Dauerauftrag
Stellenanzeige
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten, Wohnen
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten -bitte beim Text vom Gartenmarkt
Titelanzeige Nissan  114/1407895/2454617/4746681
Sonderseite Geschäftsführungswechsel
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Die Stadt Mayen trauert um ihren Ehrenbürger Mario Adorf.
64

Im Foyer des Rathauses in der Rosengasse liegt ein Kondolenzbuch aus, in das sich Bürgerinnen und Bürger eintragen können

Stadt Mayen trauert um Mario Adorf

Mayen. Die Stadt Mayen trauert um ihren Ehrenbürger Mario Adorf, der am 8. April 2026 im Alter von 95 Jahren verstorben ist.

Weiterlesen

Pfarrer Jörg Meyrer. Foto: privat
17

Sie ist gerade nicht besonders verlässlich. Kriege, Krisen, harte Worte in der Politik. Vieles ist in Bewegung, manches gerät aus den Fugen. Für uns Erwachsene ist es schon nicht einfach, alles zu verfolgen – und erst recht nicht, alles zu verstehen. Und zu begreifen, warum die Mächtigen ihre Gewalt- und Kriegsspiele treiben. Wie machen Kinder das?

Weiterlesen

Imageanzeige
Imageanzeige - Dauerauftrag
Anlagenmechaniker
Container Anzeige
SB Standesamt
Dauerauftrag 2026
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0220#
Titelanzeige KW 15
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten, beim Artikel Gartenmarkt/Stadt Neuwied
Veranstaltung 15.April
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
Wohnträume - Wohnen und Garten im Blick
Anzeige KW 15
Sachbearbeiter/in (w/m/d)