Projektideen zu Wohnen und Tourismus stoßen im Stadtrat auf unterschiedliche Echos
Bad Neuenahr-Ahrweiler: Ja zu sozialem Wohnprojekt, Nein zum Baumhotel im Wald
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Zwei Projektideen beschäftigten den Rat der Kreisstadt in seiner jüngsten Sitzung. Zum einen die Nachnutzung des Geländes der profanierten Sankt-Pius-Kirche, die noch in diesem Jahr niedergelegt werden soll. Zum anderen die Idee der Errichtung von Baumhaushotels in bis zu zehn Stelzenhäusern in einem Eichenwald oberhalb von Walporzheim. In beiden Fällen ging der Rat neuen Wege. Beim Kirchengelände ging es um ein positives Votum, bevor sich die Kirchengemeinde auf die Suche nach einem Investor macht und im Fall der Baumhaushotels darum, ob überhaupt Interesse besteht und dann eine landesplanerische Stellungnahme beantragt werden soll.
„Wohnen im Ahrtal“
Zum Kirchengelände: Hier ist der Grundgedanke unter dem Arbeitstitel „Sankt Pius - Wohnen im Ahrtal“, der dem Entwurf zugrunde liegt, die Schaffung von neuem Wohnraum, der die Vielfalt des Lebens und der Gesellschaft widerspiegelt. Dabei können die unterschiedlichsten Wohnformen, von Kleinstwohnungen über Familienwohnungen, Mehrgenerationen-Wohnmodelle und Wohngruppen berücksichtigt werden. Bei Bedarf eignet sich der Raum auch für betreutes Wohnen oder Tagespflegeeinrichtungen. So sieht es das Konzept vor, das die Pfarrei In Zusammenarbeit mit dem Malteser Hilfsdienst und der Caritas erarbeitet hat. Die Idee stieß im Stadtrat durch die Bank auf Zustimmung. So sprach Werner Kasel für die SPD-Fraktion von einem „ausgezeichneten Konzept“, das als Grundlage für die Pläne von potenziellen Investoren genutzt werden könne, Peter Ropertz nannte die Idee für die CDU „sinnvoll und auch Alfred Förner (FWG) sowie Christoph Scheuer fanden Gefallen an der Möglichkeit, neue Wohngelegenheiten mit sozialem Hintergrund zu schaffen. Entsprechend fiel die Abstimmung im Rat einstimmig zugunsten des Projektes aus.
„Falscher Standort“
Zum Baumhaushotel: Bei dieser Projektidee schieden sich die Geister im Rat. Rüdiger Notnick für die AfD-Fraktion, Rolf Deißler für die FDP und Ursula Koll für die SPD begrüßten den von Vorschlag als Innovation und neue Möglichkeit für den Tourismus. Dieser Verbinde Naturerlebnis, Nachhaltigkeit und sanften Tourismus und sprächen neue Zielgruppen an. Die Zahl der Projekt-Gegner überwog jedoch im Rat. Klaus Beu (FWG) mahnte an, dass die vorgesehene Fläche im Landschaftsschutzgebiet liege und der Ortsbeirat Walporzheim das Projekt einstimmig abgelehnt habe. Zudem sei die Zuwegung dem Verkehr nicht gewachsen. Argumente, die auch Peter Ropertz für die CDU ins Feld führte. Und Christoph Scheuer (Grüne) machte zudem negative Auswirkungen auf die Tierwelt durch Licht und Lärm zum Gegenargument. Was nicht heißen soll, dass sich die Politik mehrheitlich eine solchen Innovation verschließt. Nur der Standort bringe Probleme mit sich. So brachte Beu als Alternative die Paradieswiese ins Spiel und Walporzheims Ortsvorsteherin Petra Lanzerath erklärte am Rande der Sitzung gegenüber Blick aktuell: „Eine gute Idee, nur der falsche Standort. So etwas gehört an den Ahrsteig.“ Schließlich votierte der Stadtrat mit 22 Nein, sieben Ja und zwei Enthaltungen gegen die Beantragung eine landesplanerischen Stellungnahme. GS
