Politik | 21.12.2016

Der Arbeitsmarkt im Wirtschaftsraum Bonn/Rhein-Sieg

Jahresbilanz: Positive Entwicklung

Rückblick 2016 – Ausblick 2017

Region Bonn/Rhein-Sieg. „Im Jahr 2016 hat sich der Arbeitsmarkt der Region Bonn/Rhein-Sieg günstig entwickelt. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist weiter gewachsen, die Anzahl der Arbeitslosen ist insgesamt zurückgegangen. Jedem ausbildungsinteressierten Jugendlichen konnten wir ein Angebot machen“, erläutert Marita Schmickler-Herriger, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg, die gemeinsame Jahresbilanz zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg und der Jobcenter Bonn und Rhein-Sieg.

Herausragende Kennziffer des Arbeitsmarktes ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Nach den letzten Daten für März 2016 mit 320.485 Beschäftigten ist dies der bislang höchste Märzstand (März 2015: 311.739). Das bedeutet ein Zuwachs von 8.746 Beschäftigten oder 2,8 Prozent. Von diesem Wachstum profitierten vor allem Helfer, aber auch Fachkräfte und höher Qualifizierte in den Bereichen: Einzelhandel, Sozialwesen, Unternehmensverwaltung sowie in der Gastronomie.

Im Agenturbezirk Bonn/Rhein-Sieg sank die Arbeitslosenquote im gleitenden Jahresdurchschnitt insgesamt um 0,2 Prozentpunkte auf 6,0 Prozent.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Im Versichertenbereich (SGB III) verblieb die Arbeitslosenquote im gleitenden Jahresdurchschnitt bei 1,7 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen fiel um -34 Personen oder -0,4 Prozent auf 7.969 Frauen und Männer.

Im Grundsicherungsbereich (SGB II) fiel die Arbeitslosenzahl im gleitenden Jahresdurchschnitt, und zwar auf 20.836, das sind -235 Personen oder -1,1 Prozent weniger als 2015. Die gleitende Arbeitslosenquote fiel um -0,1 Prozentpunkte auf 4,4 Prozent.

In Bonn fiel die Anzahl der Arbeitslosen im Grundsicherungsbereich um -23 auf 9.118 Personen, dies bedeutet ein Rückgang der Arbeitslosenquote um -0,1 Prozentpunkte auf 5,5 Prozent im gleitenden Jahresdurchschnitt. Im Rhein-Sieg-Kreis fiel die Arbeitslosigkeit im Grundsicherungsbereich um -212 auf 11.718 Personen, dies bedeutet ein Rückgang der Arbeitslosenquote um -0,1 Prozentpunkte auf 3,8 Prozent im gleitenden Jahresdurchschnitt.

Günter Schmidt-Klag, Geschäftsführer des Jobcenters Bonn erläutert: „Über den geringfügigen Rückgang der Arbeitslosigkeit haben wir uns deshalb gefreut, weil wir mit unseren Maß-nahmen und Mithilfe der Kooperationspartner im Helferbereich aber auch bei den besser Qualifizierten für eine arbeitsmarktliche Bewegung sorgen konnten. Auch wenn es kleine Schritte sind, vor dem Hintergrund des qualifizierten Arbeitsmarktes in Bonn sind es für die Langzeitarbeitslosen Schritte in die richtige Richtung. Ein Sonderfaktor spielt der vergleichs-weise hohe Anteil geflüchteter Menschen in der Bundestadt.“

Ralf Holtkötter, Geschäftsführer des Jobcenters Rhein-Sieg sagt: „Die Integration von Menschen in den Arbeitsmarkt ist dem Jobcenter Rhein-Sieg im Jahresverlauf durchweg gut gelungen. Von der Situation profitierten besonders Frauen. Im Gegensatz zu Bonn konnten wir besonders auf der Fachkraftebene eine arbeitsmarktliche Dynamik für unsere Kunden beobachten.“

Jugendarbeitslosigkeit

Eines der wesentlichen Ziele von Agentur und Jobcenter besteht in der Reduzierung der Jugendarbeitslosigkeit. Dieses Ziel konnte in beiden Rechtskreisen in diesem Jahr nicht erreicht werden.

Im Einzelnen ergab sich folgendes Bild:In 2016 gab es im gleitenden Jahresdurchschnitt insgesamt 2.755 arbeitslose Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahren, 2015 waren es 2.626 (+129 oder +4,9 Prozent).

Betrachtet nach Rechtskreisen gab es im SGB III 1.054 Jugendliche, das sind 110 Jugendliche oder +11,7 Prozent mehr als 2015 (944 Jugendliche).

Im SGB II waren 2016 1.701 Jugendliche arbeitslos, zum Vergleich: 2015 waren es 1.682. Das sind 19 oder +1,1 Prozent mehr.

Frau Schmickler-Herriger und die Geschäftsführer der Jobcenter erklärten: „Wir führen den Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit insbesondere auf den Zuzug junger geflüchteter Menschen zurück, die einen Einstieg in den Ausbildungs- oder Arbeitsmarkt suchen. Für diese Personengruppe ist die erste Anlaufstelle der „Integration Point“. Hier können eine Vielzahl speziell für geflüchtete Menschen konzipierte Maßnahmen zur Hinführung in die Arbeitswelt sowie zum erweiterten Spracherwerb vermittelt werden.“

Geflüchtete Menschen in Bonn/Rhein-Sieg

Der Bestand an arbeitssuchenden Personen im Kontext von Fluchtmigration betrug für den Agenturbezirk im November 5.592 (Vormonat 5.266) geflüchtete Menschen. Darunter befanden sich 2.415 (Vormonat: 2.262) arbeitslose Personen.

Im Agenturbereich (Rechtskreis SGB III) betrug der Bestand an arbeitssuchenden Personen im Kontext von Fluchtmigration 1.590 (Vormonat: 1.568) geflüchtete Menschen. Darunter befanden sich 902 (Vormonat: 884) arbeitslose Personen.

Im Grundsicherungsbereich betrug der Bestand an arbeitssuchenden Personen im Kontext von Fluchtmigration 4.002 (Vormonat: 3.698) geflüchtete Menschen. Darunter befanden sich 1.513 (Vormonat: 1.378) arbeitslose Personen.

Der Bestand an arbeitssuchenden Personen im Kontext von Fluchtmigration betrug im November für die Stadt Bonn 2.966 (Vormonat: 2.814) und den Rhein-Sieg-Kreis 2.626 (Vormonat: 2.452) geflüchtete Menschen. Darunter befanden sich in der Stadt Bonn 1.225 (Vormonat: 1.167) und im Rhein-Sieg-Kreis 1.190 (Vormonat: 1.095) arbeitslose Personen.

Frau Schmickler-Herriger und die Geschäftsführer der Jobcenter meinten: „Die Einrichtung der drei rechtskreisübergreifenden Erstanlaufstellen für Geflüchtete ist erfolgreich abgeschlossen und die Integration Points haben ihren Betrieb erfolgreich aufgenommen. Über die positive Resonanz zu unserer gemeinsamen Aufbauarbeit sind wir ein wenig stolz. Jetzt geht es aber darum, die geflüchteten Menschen, die nun anerkannt sind und auch bereits den Integrationskurs besucht haben, für die Ausbildung und Arbeit zu qualifizieren. Für diese Gemeinschaftsaufgabe bieten wir Arbeitgebern interessante Kooperationsmodelle zur verzahnten Integrationsarbeit.“ Um den geflüchteten Menschen Wege in diese Programme zu eröffnen, haben die Arbeitsagentur und die Jobcenter in diesem Jahr ein Integration Point-Filmprojekt umgesetzt, das auf YouTube abrufbar ist.

Langzeitarbeitslosigkeit

Neben den Jugendlichen und den geflüchteten Menschen galt den Langzeitarbeitslosen in 2016 ein besonderer geschäftspolitischer Schwerpunkt. Um das Engagement zur Bekämp-fung von Langzeitarbeitslosigkeit zu bündeln, verstetigten die Agentur für Arbeit und die Job-center mit anderen Arbeitsmarktakteuren ihr Engagement am Runden Tisch Langzeitarbeits-losigkeit. Mit innovativen Aktionen, wie den „Versteckten Talenten“ oder der Öffentlichkeits-kampagne „Mut zur Lücke“, konnten viele Menschen für die Belange von Langzeitarbeitslosen aufgeschlossen werden.

Holtkötter und Schmidt-Klag zeigten sich bestätigt in ihrem Engagement am Runden Tisch Langzeitarbeitslosigkeit: „Das ESF-Bundesprogramm zum Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit spiegelt sich auch in den guten Entwicklungen der Arbeitsmarktentwicklung für Langzeitarbeitslose. Dieses Sonderprogramm wird auch im nächsten Jahr Langzeitarbeitslosen und Un-ternehmen aktiv angeboten.“

Der Ausbildungsmarkt

Zum Abschluss des Ausbildungsjahres bietet sich folgendes Bild bei der Agentur für Arbeit für die Region: Die von den Unternehmen gemeldeten Ausbildungsstellen stiegen auf 5.877. Das sind 374 oder 6,8 Prozent mehr als im bereits erfolgreichen Vorjahr. Die Bewerberzahl stieg zum Vorjahr leicht, um 0,4 Prozent (26 Jugendliche) auf insgesamt 6.300. Davon haben im Laufe des Berichtsjahres 3.778 Jugendliche die Schule verlassen (-36 Jugendliche gegenüber dem Vorjahr). Von den insgesamt 5.412 abgeschlossenen Ausbildungsverträgen entfielen zum 30. September auf die beiden größten Kammern insgesamt 4.425 Ausbildungsverträge, davon auf die Industrie- und Handelskammer 2.976 und 1.449 auf das Handwerk.

Jedem bei der Berufsberatung gemeldeten Bewerber für einen Ausbildungsplatz konnte ein beruflicher Einstieg angeboten werden.

Das Arbeitsstellenangebot

Die Nachfrage der Betriebe und Verwaltungen der Region nach Personal stieg im Vergleich zum Vorjahr. Die Arbeitgeber aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis meldeten 2016 im gleitendenJahresdurchschnitt 22.051 Stellen bei der Agentur für Arbeit; das waren 803 oder 3,8 Prozent mehr als 2015.

Ausblick 2017

Die aktuelle Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sieht für die Region einen leichten Zuwachs der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung um 1,5 Prozent.

Die IAB-Prognose zur Entwicklung der Arbeitslosigkeit geht im günstigsten Fall von einer Reduzierung um -12,2 Prozent aus, der mittlere Prognosewert liegt bei -3,5 Prozent und die Obergrenze bei +5,2 Prozent.

Für das neue Jahr markierte Schmickler-Herriger insbesondere folgende arbeitsmarktpolitische Aufgaben und Herausforderungen für die Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg:

Unseren Geschäftsplan 2017 haben wir überschrieben mit „Das Richtige tun.“ Dazu gehört, dass wir die berufliche Qualifizierung von Arbeitslosen auch im nächsten Jahr ins Zentrum unserer Aktivitäten legen.

Mit der Initiative „Zukunftsstarter“ zielen wir auf das vorhandene Fachkräftepotential von jungen Erwachsenen ab 25 Jahre ohne Berufsabschluss. Sie werden gezielt angesprochen, ihre Fähigkeiten stärker zu nutzen und weiter auszubauen. Und sie sollen motiviert werden, eine abschlussorientierte, vorrangig betriebliche Qualifizierung aufzunehmen.

„Die Integration von geflüchteten Menschen bleibt auch im nächsten Jahr eine Gemeinschaftsaufgabe, die einen langen Atem benötigt. Nichtsdestotrotz behalten wir alle anderen Personengruppen auch im Blick. Den Herausforderungen in den Bereichen Jugend- und Langzeitarbeitslosigkeit, um nur zwei wichtige Gruppen zu nennen, stellen wir uns gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern“, so Schmickler-Herriger.

Für 2017 erwartet die Berufsberatung eine weiterhin gute Performance am Ausbildungsmarkt: Kein Jugendlicher soll verloren gehen. Ein mindestens vergleichbares Stellenangebot ist hierfür notwendig und zu erwarten. Wichtig ist aber auch, dass die angebotenen Ausbildungsstellen besetzt werden. Hierfür ist Flexibilität bei den jugendlichen Berufswählern wie bei den einstellenden Unternehmen gefordert.

Pressemitteilung

der Agentur für Arbeit

Bonn

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