Politik | 09.07.2013

Realschulleiter Werner Surges mit großer Feier verabschiedet

Jetzt hat er Zeit für die Enkelin und den Jakobsweg

Dem scheidenden Direktor wurde ein stimmungsvolles Fest in der Rheinhalle bereitet

Werner Surges genoss mit seiner Frau Dagmar den Vormittag. WM

Remagen. „My way“ rahmte die Feier ein. Das stimmungsvolle Lied von Frank Sinatra erklang in ganz unterschiedlichen Interpretationen am Anfang und am Ende der Feier in der Rheinhalle. Und stimmungsvoll fiel auch die Verabschiedung von Realschulleiter Werner Surges aus. Drei Stunden dankten Kollegen, Schüler, Freunde und andere Wegbegleiter dem beliebten Pädagogen. Mal komisch, mal ernst und nachdenklich waren die Beiträge, die hauptsächlich von Schülern, Lehrern und Eltern der Realschule Plus gestaltet wurden. Dazu skizzierten Offizielle aus Schullandschaft und Träger den Werdegang des in den Vorruhestand Tretenden. Dass nichts wird aus „Ruhe“ in nächster Zeit, davon überzeugten sich die zahlreichen Gäste im Foyer. Werner Surges, seine Frau Dagmar und die Familie in erster Reihe verfolgten das Programm mit sichtlicher Freude.

Markus Wald, der stellvertretende Schulleiter, begrüßte die Gäste und fand für seinen „nicht immer einfachen, aber jederzeit im Sinne der Schüler zielgerichteten“ Chef sehr nette Worte und spielte dazu mit dem Ausdruck „surguresk“, der so gut auf den Leiter passe. Zwischen den Offiziellen lockerten dann immer wieder Schüler, Lehrer und Eltern das Programm auf. Der leitende Regierungsdirektor Alfred Schmitt und Seminarleiter Dr. Heinz Ollmann eröffneten den Reigen der Reden und attestierten Werner Surges eine „knorrige Robustheit“. Ernsthafte Fakten aus dem Leben von ihm wurden angesprochen. Anekdoten waren zu hören, nachdenkliche und lustige Zitate von Sophokles bis Tucholsky. Das Adjektiv „gerecht“ fiel an diesem Vormittag häufiger bei der Charakterisierung des in die Altersteilzeit tretenden Schulleiters. „Ich kann dich verstehen“, begann Karl-Heinz Sundheimer, Sprecher der Realschulen Plus, seinen Beitrag. Er würde den Ruhestand gerne mit seinem Freund teilen, klang ein wenig an.

Schulträger und Bürgermeister Herbert Georgi griff den von Heinz Ollmann geprägten Ausdruck auf und sprach sogar von einer „knurrigen Robustheit“. Spannend, holprig, oft schwierig, aber meist im Interesse der Kinder erfolgreich und daher sehr gut sei die intensive Zusammenarbeit gewesen. Dem schloss sich auch Elke Buschbaum an, die Vorsitzende des Schulelternbeirates. Hildegard Baum ließ in einem Daumenkino den Schulleiter auf dem Gebäude tanzen. Das Kollegium skizzierte die 13 Jahre von Werner Surges in Remagen mit lustigen Meilensteinen in und außerhalb des Unterrichts. Die Damen des Kollegiums hatten eine besondere Überraschung parat und legten eine fesche Sohle auf’s Parkett. Der „Direx“ nutzte die Gelegenheit, um die Kolleginnen ganz herzlich in die Arme zu nehmen.

In Zukunft wird es keine Langeweile geben

Reibungspunkte habe es gegeben, man habe sich oft in der Sache zusammenraufen müssen und engagiert um Lösungen gerungen. Die aber immer gefunden. „Er hatte stets ein offenes Ohr, war ein verlässlicher Helfer und Partner.“ So dankte Marcus Wald dem direkten Vorgesetzten. Für den gab es einen Bildband und ein Navi, damit er stets den richtigen Weg finde. Den braucht er auch, denn nun wird Werner Surges mit seiner Frau, die ebenfalls in Altersteilzeit wechselt, viel reisen. Doch zuerst wird sich Anna-Maria über die Zeit mit „Opa Werner“ freuen. Die Enkelin nimmt schon jetzt in seinem Leben einen großen Teil ein, mit ihr verbringt er gerne viel Zeit auf dem Teppich und auf Spaziergängen. Langeweile wird es für den Waldbauern mit eigenem Forst, für den Bienenzüchter und Schützen bei den Sankt Sebastianern in Ahrweiler nicht geben, die Liste der Steckenpferde ließe sich locker verlängern. Nach dem letzten „My way“ trat er ans Mikrofon.

„Ihr macht mir den Abschied nicht leicht“, dankte er den Aktiven und Gästen mit deutlicher Rührung. Die Stimme zitterte ein wenig, „das geht mir an die Nieren“. Immer habe er „für eine gute Schule gekämpft, hart, mit aller Kraft und fast immer mit Erfolg für unsere Schüler“. Mit einem Dank vom Hausmeister über das Sekretariat und das Kollegium bis zu seinen Chefs in der Schulverwaltung betonte er, ohne solche Helfer hätte er seine Aufgabe nicht erfüllen können. „Zum Beispiel das Vorzimmer hat mich gemanagt.“ Seine Frau Dagmar und die ganze Familie hätten hinter seiner Arbeit gestanden. „Ich habe mich nie verbiegen lassen und bin nie aus dem Raum gegangen ohne eine Lösung“, meinte er nach der Veranstaltung im Gespräch mit Blick aktuell. Nun habe er mehr Zeit für Anna-Maria und wird den Jakobsweg vollenden, da stehe noch ein gutes Stück aus. Und dann gibt es ja noch die vielen anderen Hobbys, und der Schule werde er gerne zur Seite stehen, wenn sie rufe.

Sichtlich gerührt dankte Werner Surges den Aktiven bei seiner Abschiedsfeier. WM

Sichtlich gerührt dankte Werner Surges den Aktiven bei seiner Abschiedsfeier. Foto: WM

Werner Surges genoss mit seiner Frau Dagmar den Vormittag. Foto: WM

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