Politik | 09.02.2021

Landtagskandidat Friedsam zu geplanter ULTRANET-Leitung

Keine Experimente an Wohngebieten

„Energiewende ja, aber nicht über unsere Köpfe hinweg“

„Die Auswirkungen für den Menschen und Wohngebiete auf dieses Verfahren sind noch weitgehend unerforscht“, so Reiner Friedsam.Foto: privat

Kreis Ahrweiler. Über eine neue Stromautobahn soll künftig nach Willen des Energiekonzern Amprion die im Norden Deutschlands erzeugte Windenergie durch den Kreis Ahrweiler fließen.

Hierzu soll die vorhandene Freileitungstrasse zwischen Osterath in Nordrhein-Westfalen und Philippsburg in Baden-Württemberg aufgerüstet werden. Bekanntermaßen verläuft diese im Kreis von der Grafschaft an der Autobahn über das Ahrtal und ab Löhndorf entlang der Ortschaften Franken und Liederlützingen weiter Richtung Weißenthurm.

Bei diesem Verfahren sollen erstmals Gleich- und Wechselstrom parallel übertragen werden. Die Auswirkungen für den Menschen und Wohngebiete auf dieses Verfahren sind noch weitgehend unerforscht.

Kritik anPlansicherstellungsgesetz

Bereits nach dem ersten Bekanntwerden der Pläne hatte der Kreistag eine Resolution gegen das Vorhaben auf den Weg gebracht. Auch die Kommunen haben zwischenzeitlich Resolutionen gegen das Vorhaben verfasst.

Im Rahmen des Planungssicherstellungsgesetz beteiligten sich die Freien Wähler bereits im vergangenen Mai an Protestaktionen. „Die berechtigten Einwände der Bürgerinnen und Bürger sind bei solchen Vorhaben gebührend zu berücksichtigen“, so Landtagskandidat Reiner Friedsam bei einer solchen Aktion in Franken. Das Gesetz beschneidet deutlich die Öffentlichkeitsbeteiligung bei Infrastrukturmaßnahmen und wird auch für das Netzausbauverfahren der Hybrid- Stromtrasse ULTRANET angewendet. Auch die FWG Brohl-Lützing hatte sich bei einer weiteren Aktion klar positioniert. „Unsere Grundrechte müssen auch in außergewöhnlichen Zeiten, wie in der aktuellen Pandemie, eingehalten werden. Jeder Einzelne sollte sich dafür einsetzen“ forderte der FWG Vorsitzende Rainer Mosen.

Bürgerinitiativenfordern Alternativen

Ultranet ist unter vier neuen deutschen Stromautobahnen eine Besonderheit, weil eine 340 Kilometer lange Stromtrasse zwischen Osterath und Philippsburg schon existiert. Auf diesen bestehenden Freileitungsmasten könnten mit Ultranet erstmals Gleich- und Wechselstrom parallel übertragen werden. Die Fachleute sprechen von einer Hybridleitung, die 2000 Megawatt elektrische Leistung übertragen könne.

Beim Energiekonzern Amprion heißt es, die erstmalige Übertragung von Gleich- und Wechselstrom mit einer Spannung von 380 Kilovolt auf denselben Masten sei ein Novum: „Indem wir dafür schon bestehende Trassen nutzen, steigern wir die Leistungsfähigkeit unseres Netzes effizient und ressourcenschonend.“

Während das Stromunternehmen Amprion also von einer Art „Upgrade“ für das Stromnetz spricht, fordern zahlreiche Bürgerinitiativen entlang der Trasse Alternativen. Landtagskandidat Reiner Friedsam: „Energiewende ja, aber nicht über die Köpfe der Bürgerinnen und Bürger hinweg!“

Die Einwände der Bürgerinnen und Bürger, wie in Niederlützingen, sind bei solchen Vorhaben zu berücksichtigen, fordert der Freie Wähler Landtagskandidat Reiner Friedsam.

Pressemitteilung

Reiner Friedsam

„Die Auswirkungen für den Menschen und Wohngebiete auf dieses Verfahren sind noch weitgehend unerforscht“, so Reiner Friedsam.Foto: privat

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