Politik | 30.05.2016

Ehemaliges Heiligenhäuschen in Kettig

Kettiger Heimatkundler arbeiten an Wiederaufbau

1780 entworfenes Häuschen "Am alten Miesenheimer Weg" soll neu gebaut werden

Eine Nachzeichnung von Heimatkundler Herbert Korb: Das ehemalige Heiligenhäuschen „Am alten Miesenheimer Weg“, erbaut um 1780 aus Basalt und Schirbensteinen. privat

Kettig. Seit einiger Zeit beschäftigen sich die „Kettiger Heimatkundler“, die sich einmal im Monat im „Hotel Kaiser“ treffen, mit dem aktuellen Thema „Wiederaufbau des ehemaligen Heiligenhäuschens“ am Alten Miesenheimer Weg.

Der in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts am Ortsausgang erbaute sakrale Kultgegenstand ist dem radikalen Bimsabbau in den 50er Jahren zum Opfer gefallen.

Ortshistoriker Gerhard Elingshäuser hat bereits schon so manches historische Ereignis aus Überlieferungen „ausgegraben“ und diese zum Gegenstand von Erörterungen der „Heimatkundler“ bzw. der Bevölkerung gemacht.

Es sei sehr bedauerlich, so Gerhard Elingshäuser, dass dieses Flurdenkmal nach dem Bimsabbau nicht wieder aufgebaut wurde, obwohl eine verbindliche Zusage zum Wiederaufbau vereinbart war, aber jedoch nie realisiert wurde. Keiner von den Gemeindevätern im Ort hat sich in den 50er oder 60er Jahren nach dem Bimsboom Gedanken darüber gemacht, damit nicht nur das Heiligenhäuschen, auch die vielen sakral begründeten Bildstöcke, Kapellchen und Wegekreuze in der Flur wieder aufgerichtet werden. Zwar wurden entsprechende Nachforschungen angestellt, wo gerade dieses besagte Bauwerk wohl geblieben sein könnte, doch alle Erkundigungen endeten in einer Sackgasse.

Ottwin Windheuser und einige weitere „Heimatkundler“ haben sich bereit erklärt, dieses Kleinod wieder aufzubauen.

Allerdings gestaltet sich eine authentische Nachbildung als schwierig, weil es wahrscheinlich hierüber keine Fotos gibt. Jedoch erinnern sich einige ältere Heimatkundler an dieses Heiligenhäuschen, das nunmehr Herbert Korb aus der Erinnerung heraus nachgezeichnet und im Maßstab von etwa 1:200 eine beinahe authentische Nachbildung gebastelt hat und zur Ansicht vorstellte.

Das Heiligenhäuschen war etwa 1,20 x 0,90 Meter breit und etwa zwei Meter hoch. Im oberen Teil befand sich eine Nische, die mit einem Eisengitter verschlossen war.

Auf der innen liegenden Rückwand war ein Bild der Gottes-Mutter aufgemalt und davor stand eine Figur. Die Abdeckung des religiösen Kultgegenstandes war aus Mendiger Basalt.

Natürlich wurde auch Ortsbürgermeister Peter Moskopp über die Absichten der Heimatkundler unterrichtet, dieses sakrale Bauwerk nach etwa 60 Jahren wieder zu errichten.

Er sagte seine Unterstützung für dieses Vorhaben unbedingt zu und würde sich auch um eine Spende von der Gemeinde bemühen.

Neuer Standort mit Nähe zum Alten

Am ehemaligen alten Standort ist ein Aufbau leider nicht möglich, da dort inzwischen ein Wohnhaus errichtet wurde. Nach einigen Überlegungen waren Bürgermeister und Heimatkundler der Meinung, dass dies aber in unmittelbarer Nähe, nämlich am Schallmerich/Miesenheimer Straße geschehen könnte.

Das Gemeindegrundstück auf dem ein Brunnen, ein kleines Spielgelände mit einer Ruhebank gestaltet ist, dort passt ein solches Heiligenhäuschen unbedingt in das vorzufindende Umfeld hinein.

Nachdem der frühere VG-Oberverwaltungsrat Werner Sorger alle relevanten Behörden befragt hatte, ob dies überhaupt möglich wäre bzw. welche Anträge gestellt werden müssten, erhielt er die Nachricht, dass weitere Genehmigungen für den Neuaufbau eines solchen Kultgegenstands nicht notwendig seien.

Nach diesen Erläuterungen sowie der Entscheidung über den vorgesehenen Standort können nun die weiteren Überlegungen vollzogen werden. Bürgermeister Peter Moskopp schlug vor, für dieses Vorhaben ein Sammelkonto einzurichten, wo ein Jeder, der bereit ist, dort eine Spende für die Fertigstellung des Heiligenhäuschens leisten kann.

Außerdem soll eine Kostenaufstellung erfragt werden. Stiftungsvorstand Herbert Nickenig von der Bürgerstiftung erläuterte, dass Spenden der Bürger für das Projekt über die Bürgerstiftung mit Konto bei der Sparkasse und bei der Raiffeisenbank möglich sind, über die natürlich auch Spendenquittungen ausgestellt werden. Nach Auskunft von Gerhard Elingshäuser sind Gesamtkosten von bis zu 4.000 Euro und mehr zu erwarten.

Wer das geplante Projekt zur Wiederherrichtung des Heiligenhäuschens auf dem Gemeindegelände „Schallmerich/Miesenheimer Straße“, mit einer Spende unterstützen will, wendet sich an Gerhard Elingshäuser, Tel. (0 26 37) 26 88 oder Herbert Korb, Tel. (0 26 37) 83 83.

Pressemitteilung

Kettiger Heimatkundler

Eine Nachzeichnung von Heimatkundler Herbert Korb: Das ehemalige Heiligenhäuschen „Am alten Miesenheimer Weg“, erbaut um 1780 aus Basalt und Schirbensteinen. Foto: privat

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