Politik | 05.05.2020

Ausbau des Kita-Platzangebots im Landkreis Neuwied geht weiter

Kindertagesstätten-Bedarfsplan 2020 sieht 5.310 Kita-Plätze an 61 Standorten vor

„Die Kindertagesstätten, Träger und Kommunen brauchen eine verlässliche Planungsgrundlage. Mit Blick auf den weiteren notwendigen Ausbau des Betreuungsangebots in den Kindertagesstätten wäre eine Zurückstellung der Entscheidung über die Fortschreibung des Kindertagesstätten-Bedarfsplans mit den aktuellen statistischen Auswertungen nicht sinnvoll gewesen. Dies auch vor dem Hintergrund der Umstellung des Kita-Systems in Rheinland-Pfalz durch das Kita-Zukunftsgesetz zum 01.07.2021 und die damit verbundenen notwendigen umfangreichen Planungen aller Beteiligten“, erläutert Landrat Achim Hallerbach.

Die Kinderzahlen im Landkreis sind in Folge einer konstant hohen Geburtenrate sowie eines starken Zuzugs junger Familien in den Landkreis Neuwied weiter angestiegen. So hat sich die Zahl der Kita-Kinder kreisweit auf rd. 6.730 erhöht, was innerhalb eines Jahres ein erneutes „Plus“ von rd. 260 Kindern bedeutet. Diese Entwicklung zeigt deutlich die Notwenigkeit für einen weiteren Ausbau des Platzangebots in den Kindertagesstätten.

Perspektivisch werden entsprechend der vorliegenden Fortschreibung im Kreisjugendamtsbezirk Neuwied 5.310 Betreuungsplätze in 61 Kindertagesstätten zur Verfügung stehen, davon 1.431 Plätze für Kinder unter drei Jahren und 2.578 Ganztagsplätze. Dies bedeutet einen erneuten Höchststand des kreisweiten Platzangebots. Die gegenüber der letzten Fortschreibung rd. 280 zusätzlichen Plätze entstehen z. B. im Rahmen der Neubaumaßnahmen in den Ortsgemeinde Puderbach und Asbach sowie durch verschiedene Kita-Erweiterungen, u. a. in den Ortsgemeinden Buchholz und Niederbreitbach.

„Die Nachfrage nach Kita-Plätzen ist kreisweit ungebrochen hoch. Insbesondere der Kita-Besuch ab dem 1. Lebensjahr wird immer selbstverständlicher und wirkt sich neben den gestiegenen Kinderzahlen maßgeblich auf die Bedarfsplanung aus. Gleichzeitig verkürzt sich damit der zeitliche Vorlauf für die Planung und Schaffung eines evtl. notwendigen zusätzlichen Platzangebots, denn ein Teil der Kinder, die bereits im nächsten Jahr die Kita besuchen werden, sind heute noch nicht geboren“, so Landrat Achim Hallerbach. Zusätzlich zu den bereits ganz konkret im Bedarfsplan erfassten Ausbaumaßnahmen werden auch in weiteren Ortsgemeinden quantitative Erweiterungen des Kita-Platzangebots erforderlich werden, so zum Beispiel in den Ortsgemeinden Rheinbreitbach, Erpel, Windhagen und Roßbach.

„Die Kindertagesstätten und Träger im Landkreis Neuwied stehen damit sowohl vor der Herausforderung, das Kita-Platzangebot weiter quantitativ auszubauen, um den vorhandenen Betreuungsbedarfen Rechnung zu tragen, als auch die Voraussetzungen zur Umsetzung der Vorgaben des neuen Kindertagesstättengesetzes zu schaffen. An nahezu allen Kita-Standorten im Landkreis stellt sich u. a. die Frage, wie der Rechtsanspruch auf eine siebenstündige Betreuung aller Kinder mit den gewohnt hohen Qualitätsstandards umgesetzt werden kann und welche räumlichen und ggf. pädagogischen Anpassungen hierfür notwendig sind,“ erklärt Kerstin Neckel, Referatsleiterin für Kindertagesstätten in der Kreisverwaltung. Aufgrund der aktuellen Lage sind bereits einige mit den Kitas und dem Landesjugendamt vereinbarte Beratungstermine abgesagt worden, sodass sich die Planungszeit für alle Beteiligten weiter verkürzt. „Es ist derzeit noch unklar, wann die vor-Ort-Beratungen wieder aufgenommen werden können“, fasst Kerstin Neckel die aktuelle Situation zusammen.

Die Investitionskostenzuschüsse für den Kita-Ausbau im Landkreis Neuwied (inkl. neuer Maßnahmen) betragen laut Achim Hallerbach seit 2008 rund 7,2 Millionen Euro: „Und obwohl wir in den zurückliegenden Jahren viele Zahlungsverpflichtungen abschmelzen konnten, hat der Landkreis wieder 4,22 Millionen Euro ´vor der Brust´. Hinzu kommen nach unserem letzten Stand noch 2,4 Millionen Euro für den Stadtjugendamtsbezirk Neuwied.“

„Der weitere Angebotsausbau und die Vorbereitungen zur Umsetzung des neuen Kindertagesstättengesetzes erfordern auch in Zukunft unseren vollen Einsatz. In der gewohnt guten, konstruktiven und wertschätzenden Zusammenarbeit wird uns das alles gemeinsam gelingen“, ist sich Landrat Achim Hallerbach sicher.

Sein Dank gilt ausdrücklich allen Mitarbeiter/innen der Kindertagesstätten, den Trägern und Kommunen sowie dem Kreistag und dem Jugendhilfeausschuss: „Die Akteure aus dem Kita-Bereich setzen sich bereits seit Jahren in beispielhafter Weise für den Kita-Ausbau ein, um ein gutes, bedarfsgerechtes Angebot an Kita-Plätzen zu schaffen und eine gesicherte Betreuung für die Eltern und Kinder in unserem Landkreis zu gewährleisten.“

Pressemitteilung

Kreisverwaltung Neuwied

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