Politik | 18.10.2022

Grünen-Experte für Katastrophenschutz im Ahrtal

Konkrete Vorschläge für verbesserte Warninfrastruktur

Das Haus von Klaus Puchstein aus Bad Neuenahr, ca. 200 m von der Ahr entfernt, ist noch nicht wieder bezugsfähig. Foto:Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Kreis Ahrweiler

Kreis Ahrweiler. Auch im Bundestag setzen sich die Grünen für eine Aufarbeitung der Flut im Ahrtal und die Verbesserung der Warninfrastruktur ein. Leon Eckert, Grünen-Abgeordneter mit Sitz im Ausschuss für Inneres und Heimat sowie Berichterstatter für Bevölkerungsschutz und Ehrenamt, besuchte das BABZ und Flutopfer im Ahrtal.

MdB Leon Eckert, in seiner bayerischen Heimat Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, hat die Verbesserung des Katastrophenschutzes im Fokus. Darum besuchte er in Bad Neuenahr-Ahrweiler die Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung (BABZ, früher AKNZ) als zentrale Bildungseinrichtung der Bundesrepublik.

Im Anschluss sprach er mit Klaus und Charlotte Puchstein, Flutopfer aus Bad Neuenahr. Sie wünschen sich ein gesamtheitliches Hochwasserschutzkonzept, denn während sie beide in der Flutnacht ruhig schliefen, ertrank ein Freund in seinem Haus im Keller – 200 m von der Ahr entfernt. Solche dramatischen Folgen möchte Leon Eckert vermeiden und fragte detailliert nach den erfolgten Warnungen. „Am Vorabend sagte der Wetterbericht 200 l Regen pro m² vorher. Für uns kein Grund zur Sorge, denn beim Hochwasser 2016 war kein Wasser in unser Haus gekommen. Am späten Abend fuhr die Feuerwehr umher und sagte, man solle nicht in den Keller gehen und die Autos weiter oberhalb abstellen. Weiter nichts“, so Puchsteins.

Hier identifiziert der Grüne Leon Eckert das Problem: „Wenn es wirklich ernst wird, muss es auch ernst klingen. Laute Sirenen müssen aufrütteln, vor der akuten Gefahr warnen und auf weitere Infos im Radio oder Fernsehen hinweisen. Dazu brauchen wir flächendeckend eine funktionierende Warninfrastruktur. Wir müssen die Bevölkerung verlässlich, verständlich und rechtzeitig warnen und durch konkrete Anweisungen handlungsfähig machen.“ Ein Bevölkerungsschutztag, die Entwicklung stromunabhängiger und barrierefreier Warnungen und der Aufbau kommunaler Evakuierungspläne gehören zu einer effizienten Warninfrastruktur.

Die Grüne im Kreis Ahrweiler begrüßen dies ebenso wie die Anregungen der Enquete-Kommission aus dem Landtag. In beiden Fällen entsprechen die Vorschläge zur Sensibilisierung der Bevölkerung und insbesondere der Schulen, der Organisation von Warntagen und der Kommunikation im Katastrophenfall dem 17-Punkte-Plan der Grünen aus dem Dezember 2021.

Pressemitteilung

Bündnis 90/Die Grünen,

Kreis Ahrweiler

Das Haus von Klaus Puchstein aus Bad Neuenahr, ca. 200 m von der Ahr entfernt, ist noch nicht wieder bezugsfähig. Foto:Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Kreis Ahrweiler

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