UWG-Anfrage zur Gesamtschule in Rheinbach
Konzept nach den Sommerferien zugesagt
Rheinbach. Drei Monate sind nun vergangen, seit dem im Anmeldeverfahren der Gesamtschule vier Rheinbacher Kinder eine Ablehnung erhalten haben. Diese Kinder hatten in Rheinbach keinen Platz erhalten, da die Schülerzahl der Gesamtschule voll ausgeschöpft war. Mittlerweile wurde für zwei Kinder eine Lösung gefunden, für zwei Kinder allerdings nicht: Diese müssen nun nach Swisttal bzw. Meckenheim auspendeln. UWG-Ratsherr Jörg Meyer hat hierfür noch wie vor kein Verständnis. Mit einem Antrag auf eine erneute Ausnahmegenehmigung für eine 6. Eingangsklasse hatte er sich im März an die Verwaltung gewandt, dieser Antrag wurde jedoch von der CDU/FDP Ratsmehrheit abgelehnt. „Völlig unverständlich“ findet Meyer dies nach wie vor. Nicht nur Rheinbacher Kinder werden abgewiesen, zusätzlich ist nun die Gesamtschule bis auf den allerletzten Platz ausgebucht. Folglich werden „Rückläufer“ aus den Gymnasien, die es während der Erprobungsstufe naturgemäß immer gibt, kaum mehr einen Schulplatz in Rheinbach finden. In persönlichen Gesprächen direkt mit den betroffenen Eltern bestätigte sich für Jörg Meyer das große Problem. „Diese Kinder fühlen sich ausgesetzt. Sie wohnen teilweise nur in geringer Entfernung der Gesamtschule und müssen nun über eine Stunde unterwegs sein. Die Kinder verlieren dabei viele soziale Kontakte und können aufgrund der großen Entfernung nur schwierig neue Kontakte zu Mitschülern aufbauen. Die Eltern fühlen sich auch als Zahler von Gemeindesteuern diskriminiert. Man fährt hier nicht wie in einer Großstadt mal eben ein paar Straßenbahnhaltestellen weiter zur nächsten Schule“, so Jörg Meyer. Daher hatte sich die UWG bereits im Mai in einer Anfrage direkt an den Bürgermeister gewandt. Ziel war es insbesondere, zu erfahren, welche Ergebnisse die von Bürgermeister Raetz für April angekündigten Gespräche mit der Gemeinde Swisttal erbracht hatten. Dabei sollten die Möglichkeiten von finanziellen Beteiligungen und Kooperationen erörtert werden, um Lösungen für beide Kommunen zu entwickeln. Swisttal hat mit 35 Anmeldungen zur Gesamtschule den größten Anteil der Anmeldungen aus den Nachbarkommunen. Der Elternwille macht an Stadtgrenzen nicht Halt. Swisttal verfügt mit rund 19.000 Einwohnern im Bereich der weiterführenden Schulen lediglich über eine dreizügige Sekundarschule. Auf die Frage, ob dies für Swisttal eher eine Unterversorgung an Schulangeboten darstelle, verwies die Verwaltung ohne weitere Stellungnahme auf die derzeitigen Schülerzahlen aus Swisttal: Auf dem Rheinbacher städtischen Gymnasium werden derzeit alleine 235 Kinder aus Swisttal beschult, also im Schnitt 29 Schüler pro Jahrgang. Die Kosten für die Schulausstattung und vor allem für die Gebäude werden jedoch bekanntermaßen aus den vorhandenen Schülerpauschalen bei weitem nicht gedeckt. Bereits drei Monate sind nun seit Abschluss des Anmeldeverfahrens an der Gesamtschule vergangen. Erfreulicherweise sicherte die Verwaltung jedoch in der UWG-Anfrage konkrete Ergebnisse aus den Gesprächen mit der Nachbarkommune Swisttal zur Vorstellung bereits nach den Sommerferien zu. „Swisttal als Kommune mit der geringsten Pro Kopf-Verschuldung im Rhein-Sieg-Kreis sollte als Schulträger mehr Verantwortung übernehmen“, findet Jörg Meyer. Damit das Thema nach den Sommerferien effektiv bearbeitet werden kann, hofft Meyer nun auch auf eine breite Initiative der Rheinbacher Eltern. „Viele Eltern sind gerade wegen des sehr guten schulischen Angebotes nach Rheinbach gezogen und zahlen auch dafür Steuern. Diese darf man nicht mehr auf die Nachbarkommunen verweisen, sechs Züge (Klassen) wären weiterhin zumindest temporär möglich, neue Zugbrücken benötigen wir in unserer schönen Stadt aber nicht“, so Jörg Meyer abschließend.
Pressemitteilung
UWG Rheinbach
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