Politik | 06.07.2020

Sommerschule Rheinland-Pfalz – Gut oder nur gut gemeint?

Landrat Hallerbach zeigt sich angesichts der Rahmenbedingungen skeptisch

„Selbstverständlich wollen alle Beteiligten im Kreis, dass den Jungen und Mädchen so viel Förderung und pädagogische Unterstützung zu Gute kommt, wie nur irgend möglich. Gemeinsam mit den Verbandsgemeinden und der Stadt werden wir Schulträger die uns zugedachte Aufgabe umsetzen und für bestmögliche Rahmenbedingungen sorgen“, umreißt der Landrat die Bemühungen auf Kreisebene, möglichst schnell die Sommerschule in den Schulen aller Schularten auf die Beine zu stellen. Das ist aber zunächst einmal leichter gesagt, als getan.

Bis zum Beginn der Ferien sollte die Sommerschule zumindest in Ansätzen koordiniert sein und die Eltern in etwa wissen, worauf sie sich und ihre Kinder in der 5. oder 6. Ferienwoche einstellen können. „Kein leichtes Unterfangen, denn zumindest bis tags zuvor hat man uns noch nicht mitgeteilt, wie viele Schülerinnen und Schüler für die einzelnen Schulen und Schularten im Kreis überhaupt beim Land ihr Interesse bekundet haben“, so Hallerbach weiter. „Was wir bis jetzt wissen, ist überschaubar. Für weniger als 900 Schülerinnen und Schüler über alle Schularten und den gesamten Kreis hinweg haben die Eltern Interesse an der Sommerschule angemeldet. Dem gegenüber stehen maximal 73 vom Land geförderte Freiwillige – Oberstufenschüler, Lehramts-Studenten oder pensionierte Lehrer – die die pädagogische Unterstützung leisten sollen: An fünf Tagen in der Woche jeweils drei Stunden, netto also höchstens 15 Stunden, die die Jungen und Mädchen in der Sommerschule verbringen, denn in 5. Ferienwoche besuchen andere Schülerinnen und Schüler die Sommerschule als in 6. Ferienwoche.

„Die Erwartung der Eltern ist hoch. Ich habe große Sorge, dass Kinder bzw. deren Eltern mit der Sommerschule die trügerische Hoffnung verbinden, Wissenslücken, die Corona-bedingt entstanden sind, schließen zu können. Das wird nicht so sein können,“ befürchtet der Landrat. Leider müssen die Schulträger mit einem unausgereiften Konzept arbeiten, welches mit der Erwartungshaltung an eine „Schule“ wenig zu tun habe.

Auch die schon bekannten Rahmenbedingungen der Sommerschule bereiten dem Landrat Sorge: „Das Land möchte, dass Angebote für Schülerinnen und Schülern mehrerer Schulen an zentralen Orten gebündelt werden sollen; gleichzeitig sollen die Eltern das Hinkommen und Abholen selbst organisieren. Das wird für viele berufstätige bzw. wenig mobile Eltern in unserem ländlich strukturieren Kreis eine echte Hürde und in vielen Familien wohl auch den Bedarf bestimmen. Trotzdem sind wir uns natürlich unserer Verantwortung bewusst und werden mit Hochdruck die uns zugedachte kurzfristige Umsetzung vorbereiten“, blickt Achim Hallerbach auf die nächsten Tage.

Pressemitteilung

Kreisverwaltung Neuwied

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