Politik | 28.03.2019

Stationäres Hospiz für den Kreis Neuwied soll eine wesentliche Versorgungslücke abdecken

Landrat befürwortet stationäre Hospizangebote im Landkreis

Betreiberkonsortium favorisiert Standort Neuwied

Kreis Neuwied. Die Ankündigung des aus der Marienhaus-Unternehmensgruppe, des DRK-Krankenhaus Neuwied, der Franziskanerbrüder aus Hausen und des Neuwieder Hospizvereins bestehenden Betreiberkonsortiums, gemeinsam ein stationäres Hospiz für den Kreis Neuwied aufzubauen wird im Landkreis Neuwied eine wesentliche Versorgungslücke abdecken helfen. Landrat Achim Hallerbach erklärte hierzu: „Die Schaffung eines stationären Hospizangebotes im Landkreis Neuwied ist mir persönlich seit einigen Jahren ein ganz besonderes Anliegen. Die Notwendigkeit einer solchen Einrichtung im Landkreis Neuwied wird zweifelsfrei auf allen fachlichen Ebenen gesehen. Dies zeigten die zahlreichen Veranstaltungen und Diskussionen in den vergangenen Monaten. Alle Beteiligten erkennen die Arbeit der bereits existierenden Palliativstationen bei den Krankenhäusern sowie der ambulanten Hospize an. Leider fehlt es jedoch im gesamten Landkreis an einer festen und ergänzenden Einrichtung zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen“.

Über die konkreten Pläne informierten der Vorsitzende des Vorstandes der Marienhaus Stiftung, Dr. Heinz-Jürgen Scheid und der Leiter der Marienhaus Hospize, Christoph Drolshagen den Landrat. Gegenstand des Gespräches war vor allem auch die Standortfrage eines künftigen stationären Hospizes. „Bekannt ist ja, dass es potentielle Standorte in Linz und Neuwied gab. Ich hatte mich auf Bitten aller Beteiligten gemeinsam mit meinem Kollegen 1. Kreisbeigeordneter und Sozialdezernent Michael Mahlert bereits im Vorfeld ergebnisoffen in die Standortsuche eingebracht. Gewünscht wurde von der Marienhaus-Unternehmensgruppe von Anfang an ein möglichst von Krankenhäusern und Palliativstationen losgelöster eigenständiger Standort“, konstatiert Landrat Achim Hallerbach. Die Marienhaus-Vertreter legten anhand von Zahlen und Fakten sowie konkreter Flächenangebote ihre Vorstellungen und Bereitschaft für ein Engagement in Neuwied dar. „Unser Wunsch wäre ein Standort mehr in der Mitte des Landkreises, mehr in Richtung Norden. Hier haben wir auch entsprechende Grundstücksvorschläge zwischen Rheinbrohl, Bad Hönningen und Linz unterbreitet. Leider haben diese Grundstücksalternativen nicht den gesetzten Bedingungen entsprochen und erhielten keinen Zuspruch“, bedauert Landrat Achim Hallerbach.

Die Hauptkriterien für den Standort Neuwied sind nach Meinung der Marienhaus-Hospize beispielsweise die Entfernung und das Vorhandensein von konkurrierenden – einschließlich in Bad Ems und Hennef geplanter – Einrichtungen, die Bevölkerungsdichte und daraus resultierender Bedarf in der Region sowie die verkehrstechnische Erreichbarkeit aus dem Kreis Neuwied. Hierzu wurde ermittelt, dass bei einem Standort Neuwied 95 Prozent der Hospizgäste aus einem Umkreis von 30 Kilometern stammen. Dies entspricht einer errechneten Fahrzeit von 36 Minuten. Der ermittelte Bedarf des Hospizes geht von 10 bis 14 Betten aus.

Bedarf steigt aufgrund der demografischen Entwicklung

Landrat Achim Hallerbach sieht ebenfalls, dass aufgrund der demografischen Entwicklung die Menschen deutlich älter und damit auch pflegebedürftiger werden und somit ein deutlicher Hospiz-Bedarf im Norden des Landkreises bestehe. In anderen Hospizen haben im vergangenen Jahr zahlreiche Abweisungen von Betroffenen stattgefunden. „Wir sollten weiterhin mit aller Kraft ein Trägerkonsortium unter Einbeziehung des Linzer Fördervereins für Hospizarbeit für einen weiteren möglichen Hospiz-Standort im Großraum Linz in Betracht ziehen. Denkbar wäre ein Angebot im ehemaligen Schwesternhaus neben dem Linzer Krankenhaus. Ruhige Lage, wunderbarer Ausblick, viel Natur und Landschaft. Für Menschen, die in einem stationären Hospiz ihre letzte Phase des Lebens verbringen, sollten auch die äußerlichen Rahmenbedingungen passen. Dies könnte ich mir sehr wohl auf der Höhe Roniger Hof vorstellen,“ betont Achim Hallerbach. In diesem Zusammenhang würdigt er das bisherige Engagement des in Linz ansässigen Fördervereins für Hospizarbeit, dem sich mittlerweile über 100 Mitglieder angeschlossen haben.

Ein möglicherweise ergänzendes Angebot für den ländlichen Raum sieht Landrat Achim Hallerbach im so genannten „Ratinger Modell“. Das dortige St. Marien-Seniorenhaus unterhält in Zusammenarbeit mit der Hospizbewegung Ratingen einen Wohnbereich für palliative Pflege mit hospizlicher Betreuung. Das wohnortnahe Angebot wurde 2009 mit dem Gesundheitspreis des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Dies sei jedoch kein Ersatz für ein stationäres Hospiz im nördlichen Kreisgebiet, könne jedoch ein ergänzendes Angebot darstellen.

„Ich bin mir ganz sicher: Alle Mitwirkenden behalten als Hauptziel im Fokus ihres Handelns, dass schwerkranke Menschen ihrem ursprünglichen Wohnort und persönlichen Umfeld möglichst nahe bleiben sollen; auch dann, wenn eine Pflege in der eigenen Wohnung nicht mehr möglich ist“, bewertet Landrat Hallerbach die bisherigen Gespräche.

Pressemitteilung der

Kreisverwaltung Neuwied

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Bertram: Das ist mittlerweile der 4. Bus der von dieser Marke vollkommen ausbrennt. Des Weiteren berichte die Rhein Zeitung darüber, dass der VREM 37. Busse der ersten Generation vorsichtshalber außer betrieb...
  • Fabian F: Nichts Neues gefühlt ein Bus pro Woche
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
Wohnträume
Wohnträume
Blütenfest
Anzeige Lagerverkauf
130 Jahre freiwillige Feuerwehr Bad Neuenahr und Tag der offenen Tür, 19.04.26
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: Adobe Stock
890

Mehrfach stach der Täter auf den Oberkörper eines Mannes ein:

13.04.: Prozess um Messerstecherei in Bad Neuenahr gestartet

Koblenz. Am heutigen Montag ist der Prozess am Landgericht Koblenz um eine Messerstecherei in Bad Neuenahr im Oktober 2025 gestartet. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 25-jährigen Angeklagten vor, versucht zu haben eine andere Person zu töten. . Es soll in einer Gaststätte zu einer zunächst verbalen Auseinandersetzung gekommen sein. Diese soll sich dann in eine körperliche Auseinandersetzung entwickelt haben.

Weiterlesen

In der hoch technisierten Werkstatt werden hochwertige Schweizer Uhren wieder von grundauf aufgearbeitet.
10

-Anzeige-Uhren Atelier Retterath

„Wir leben Nachhaltigkeit!“

Bad Neuenahr. Sie hatten schon immer ein Uhrentraummodell aus den vergangenen Jahrzehnten? Dann schauen Sie doch mal bei uns online vorbei. Wir freuen uns, Ihnen unsere Vintagemodelle auf unserer neuen Webseite vorstellen zu können.

Weiterlesen

20

Allgemeine Berichte

JHV bei Aloisiusjugend

Ahrweiler. Einladung zu der gemäß § 5 der Vereinssatzung am Freitag, den 24. April 2025, 19.00 Uhr n der Weinstube „Franz Coels“, Ahrhutstraße 13, Ahrweiler stattfindenden ahreshauptversammlung er Aloisius-Jugend Ahrweiler von 1813 e.V.

Weiterlesen

Wir helfen im Trauerfall
Imageanzeige - Dauerauftrag
Wir helfen im Trauerfall
Mitarbeiter IT-Administrator
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606 // Wohnträume MYK
Werksverkauf Anhausen
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
Angebotsanzeige (April)
Veranstaltung 15.April
Wohnträume - Wohnen und Garten im Blick
Sachbearbeiter (m/w/d)
Anzeige KW 15
Aushilfskraft (w/m/d)
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0220#
Titelanzeige
130 Jahre freiwillige Feuerwehr Bad Neuenahr und Tag der offenen Tür