Politik | 30.11.2016

Lotsenhaus erleichtert Flüchtlingen die ersten Schritte in der neuen Heimat

Koblenzer Gemeinschaftseinrichtung von Arbeitsagentur, Jobcentern, Stadt- und Kreisverwaltung, Caritasverband und Kammern eröffnete vor einem Jahr

Lotsenhaus erleichtert Flüchtlingen die ersten Schritte in der neuen Heimat

Koblenz/Kreis MYK. Es ist genau ein Jahr her, da unterzeichneten acht Einrichtungen im Sitzungs-saal der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen eine ganz besondere Kooperationsvereinbarung: Im Koblenzer Lotsenhaus sollten Flüchtlinge und ihre Betreuer künftig „unter einem Dach“ beraten werden. Zwölf Monate später fällt die Bilanz einhellig positiv aus.

Schon die Zahlen sind beachtlich: Rund 1.300 Flüchtlinge wurden allein im letzten Monat aus der Stadt Koblenz in der Arbeitsagentur und im Jobcenter betreut - etwa 4.000 waren es im gesamten Agenturbezirk. Rund 80 Prozent dieser Menschen verfügten nur über geringe oder überhaupt keine Deutschkenntnisse.

Etwa 100 Frauen und Männer wurden monatlich im Schnitt über verschiedene Programme in betriebliche Praktika vermittelt und konnten den deutschen Arbeitsmarkt auf diese Weise unmittelbar kennenlernen und wichtige Kontakte knüpfen.

400 junge Menschen suchten die Berufsberatung auf und immer häufiger wurde eine speziell auf die Zielgruppe ausgelegte Berufsorientierung in Flüchtlingsklassen angeboten.

Besonders gefragt waren im Lotsenhaus neben den individuellen Sprechstunden auch die Beratung zur Anerkennung von Berufsabschlüssen oder Besuche im benachbarten Berufsinformationszentrum (BiZ).

Eine Zielgruppe des Lotsenhausteams, die sich im Laufe der Monate immer stärker in den Blickpunkt rückte, waren die ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer.

Etwa 400 An-fragen kamen im Jahresverlauf allein über das E-Mailpostfach der Einrichtung her-ein. Hoch im Kurs standen aber auch Informations- und Netzwerkveranstaltungen für Haupt- und Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit. Von den knapp 40 Angeboten für diese Gruppe fanden zwölf allein im Oktober und November statt.

„Die Stärke des Koblenzer Lotsenhauses offenbart sich allerdings nicht allein an der enormen Zahl der Menschen, die hier Hilfe gefunden haben“, betont Heidrun Schulz, Leiterin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit. „Es ist gerade der Netzwerkgedanke, der von Beginn an einen der Schwerpunkte dieses Projektes bildete, der die gemeinsame Arbeit mit und für Flüchtlinge stärkt.“

Dabei reiche die enge Verzahnung weit über das Miteinander von Agentur, Jobcentern, Kommunen, Kammern und Caritasverband hinaus. „Zum Besten unserer Kunden gestaltet sich die Zusammenarbeit zum Beispiel auch mit über-regionalen Einrichtungen wie Ausländerbehörden oder dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge lebensnah und effizient.

Deshalb können wir nach einem Jahr sagen: Das Koblenzer Lotsenhaus ist schon jetzt ein großer Erfolg.“

Auf den Lorbeeren ausruhen wolle man sich allerdings nicht, betonte der Koblenzer Agenturleiter, Frank Schmidt. „Wir haben von Anfang an Wert darauf gelegt, dass das Lotsenhaus eine lernende Einrichtung sein soll.

Denn die Arbeit mit Flüchtlingen ist so vielseitig und anspruchsvoll wie es die Schicksale der Menschen sind, die hierherkommen. Flexibilität und die Bereitschaft, sich auf immer wieder auf neue Situationen einzulassen, bleiben deshalb die Garanten für eine erfolgreiche gemeinsame Arbeit im Lotsenhaus.“

Pressemitteilung

Bundesagentur für Arbeit

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