Leserbrief
Mendiger Denkmalpreis verliehen
Mendig. Obwohl wir nie eine Unterschutzstellung unseres Wohnhauses in der Heidenstockstraße 34 beantragt haben, hat es uns außerordentlich gefreut, als Leo Heinen mit seiner Ehefrau und Stephan Retterath von den Mendiger Grünen uns besuchten, um uns den Mendiger Denkmalpreis 2018 zu verleihen, einen Blumenstrauß und eine Geldspende überreichten.
Umso bemerkenswerter ist es für uns beide, dass die beiden Mitglieder des Mendiger Stadtrates das ihnen zustehende Sitzungsgeld verwendet haben, um uns damit auszuzeichnen. Wir danken sehr herzlich dafür. Die Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen des 1882 von Anton Weber und seiner Ehefrau Anna geb. Mittler errichtetem Wohnhauses wurde durch die vollständige Neueindeckung mit Naturschiefer, Wiederherstellung der Original-Dachgauben, sowie die Wärmedämmung der gesamten Dachfläche restauriert. Die Außenwand des Anbaus zur Straßenseite wurde zurückgesetzt, da wir von Beginn an eine Verkleidung mit Naturstein, entsprechend dem Altgebäude, vorgesehen hatten. Anfänglich hatten wir gehofft, Steine aus dem Abriss eines Basalthauses erwerben zu können. Leider mussten wir feststellen, dass diese Steine nicht die richtige Größe gehabt hätten. So haben wir alle Basaltsteine selbst behauen und vermauert. Entscheidend war dabei die große Unterstützung durch das Mendiger Natursteinunternehmen Josef Bous – heute – Andres, die uns aus Reststücken besten Mendiger Steins die passenden Mauersteine auf ihrem Firmengelände herstellen ließen. Beiden Unternehmen sind wir zu großem Dank verpflichtet.
Die Stadtverwaltung hatte auf unsere Anfrage hin zugesagt, altes Grabsteinmaterial vom städtischen Bauhof übernehmen zu dürfen, dass wir aber nicht in Anspruch nehmen mussten, da die uns zur Verfügung stehenden Steine letztendlich ausreichten. Dass die Bearbeitung der vielen Steine nicht in kurzer Zeit erfolgen konnte, war uns bewusst, häufig aber nicht für Fremde oder einheimische Betrachter, denen es alles zu langsam ging. Da wir den Umbau neben unseren beruflichen Tätigkeiten mit selbst erarbeiteten Kenntnissen im Maurer- und Steinmetzbereich, wozu Betonier- und Einschalungsarbeiten gehörten, durchgeführt haben, brauchte alles seine Zeit. Den zweiten oberen Steinbogen, den Abschluss der Basaltaufmauerung und die Herstellung und den Einbau des Tuffsimses wurde in meisterhafter Weise durch das Steinmetzunternehmen Gebrüder Rothbrust aus Bell ausgeführt.
Unser Wunsch ist nun, dass wir Nachahmer fänden, die den altberühmten Niedermendiger Mühlstein schätzen. Die ehemalige Kölner Dombaumeisterin Fr. Prof. Dr. Schock-Werner hat uns bei einem Besuch unserer unterirdischen Steinbrüche von ihrer hohen Wertschätzung des Niedermendiger Steins berichtet. Die zahlreichen Besucher unserer Stadt, die wegen ihrer schwarzen Häuser im Dumont Reiseführer mit einer walisischen Kohlen-Bergarbeiterstadt verglichen wird und die Mendiger Natursteinunternehmen, werden es zu würdigen Wissen.
Ute und Klaus Schmidt, Mendig
