Politik | 29.04.2020

Wegen Corona: Ministerinnen machen sich ein Bild vom Zoo

Mit Landes-Futterhilfe und Spenden sind Verluste nicht zu kompensieren

Umweltministerin Ulrike Höfken, Familienministerin Anne Spiegelsowie Land- und Bundestagsabgeordnete besuchten den Zoo Neuwied. Fotos: FF

Neuwied. Der Neuwieder Zoo hat wieder geöffnet. Ganz anders sieht es in den benachbarten Bundesländern aus. In Köln und Frankfurt haben die Tierparks geschlossen. „Die eher ländliche Prägung in Rheinland-Pfalz rechtfertigt das“, stellte Ulrike Höfken fest. Gemeinsam mit Familienministerin Anne Spiegel machte sich die Umweltministerin ein Bild von den Sicherheitsvorkehrungen im Neuwieder Zoo. Außerdem überreichte sie die Futterhilfe, die mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 1 Mio. Euro achtzig Tierheimen, Tierparks und Zoos in Rheinland-Pfalz zur Verfügung gestellt wird. Für die Öffnung des Neuwieder Zoos sieht Anne Spiegel gleich eine ganze Reihe guter Gründe. Neben den wirtschaftlichen Interessen des Zoos hat die Ministerin vor allem die Familien im Blick. „Es gibt derzeit wenig Freizeitangebote, die Kitas, Grundschulen und Spielplätze sind geschlossen. Das ist vor allem für Familien in Wohnungen ohne Balkon und Garten schwierig“. Der Neuwieder Zoo, so Anne Spiegel, lenkte die Menschen zudem etwas von Corona ab. Funkelnde Kinderaugen hat Zoodirektor Mirko Thiel festgestellt. „Alle sind froh, wieder raus zu dürfen“. Vergessen lässt sich Covid 19 allerdings auch im Neuwieder Zoo nicht. Ein großer Teil der Besucher trug Mundschutz, die Delegation aus Mainz sowie die anwesenden Bundes- und Landtagsabgeordneten sowieso. Zur Beruhigung der Ministerinnen berichtete Zoodirektor Mirko Thiel von den Schutzvorkehrungen. Die Öffnung solle keinesfalls in Frage gestellt werden. Bis auf wenige Ausnahmen verhalten sich die Menschen kooperativ. Plexiglaswände schützen die Mitarbeiter an der Kasse und eine Einbahnstraßenregelung verhindert, dass sich Besucher am Ein- und Ausgang kreuzen. Geschlossene Räumlichkeiten, wie das Affenhaus, das Südamerikahaus und die Gastronomie, sind weiterhin nicht zugänglich. Ebenfalls der Streichelzoo, in dem sich die Menschen besonders nah kommen. Zufrieden ist Mirko Thiel mit dem Zuspruch. Derzeit besuchen etwa so viele Menschen den Zoo wie an Ferientagen. Das ist auch dringend nötig, denn während der Osterferien blieb der Zoo geschlossen. Mit den Feiertagen gehört diese Zeit zu den publikumsstärksten im Jahr. Trotz Futterhilfe und Spenden werden die Einnahmeverluste in diesem Jahr kaum noch zu kompensieren sein.

Zoolidarität begeistert

Die Spenden haben neben dem monetären Nutzen einen mindestens ebenso wichtigen weiteren Aspekt. „Unsere Mitarbeiter freuen sich über diese Zoolidarität. Sie zeigt ihnen, dass sie ihren Job für die Menschen machen“, so Mirko Thiel. Rund achtzig Mitarbeiter/innen beschäftigt der Neuwieder Zoo. Den Rundgang mit den Ministerinnen nutzte der Zoodirektor, um über die positiven Entwicklungen der letzten Jahre zu berichten. Ebenfalls über die Zooschule und den praktischen Lerneffekt für Kinder- und Jugendliche. Rund fünf bis sechs Schulklassen besuchen in den Wochen vor den Sommerferien den Zoo. Diese Einnahmen fallen in diesem Jahr ebenfalls weg. Mirko Thiel wies die Ministerinnen auf die baulichen Erweiterungen der vergangenen Jahre hin, die mit dazu geführt hätten, dass die Besucherzahl mittlerweile bei 260.000 im Jahr liegt. Der Einzugsradius beträgt 80 Kilometer. Und wie auf das Stichwort, schob sich eine Familie an der Delegation vorbei. „Wir sind sogar 120 Kilometer aus Nordrhein-Westfalen angereist. Bei uns haben ja alle Zoo´s geschlossen“, berichtete der Familienvater. Das freute auch Oberbürgermeister Jan Einig, der gleichzeitig der Vorsitzende des Fördervereins ist. Er geht von sechsstelligen Einnahmenverlusten für den Zoo aus. Genau wissen könnte man das aber erst am Ende des Jahres. Die vierwöchige Schließung falle schwer ins Gewicht, schließlich sei man gewöhnlich schon mit einer schwarzen Null am Jahresende zufrieden. Immerhin sei die Liquidität gesichert. Auf täglich rund 8.000 Euro beziffert Mirko Thiel die laufenden Kosten. Eigentlich hatte der Zoo im Mai seinen 50. Geburtstag feiern wollen. Der fällt nun aber aus. Geschenke kommen bestimmt trotzdem. Vielleicht ja von Bundestagsmitglied Erwin Rüddel. Der Bundestagsabgeordnete zeigte sich zuversichtlich, 50.000 Euro Corona-Hilfe in Berlin locker zu machen, wenn je 50.000 Euro ebenfalls vom Land und gemeinsam von Stadt und Kreis Neuwied beigesteuert werden. FF

Abwechslung vom Corona-Alltag bietendie Zoobewohner, für die alles den gewohnten Gang nimmt.

Abwechslung vom Corona-Alltag bieten die Zoobewohner, für die alles den gewohnten Gang nimmt.

Mit Landes-Futterhilfe und Spenden sind Verluste nicht zu kompensieren

Umweltministerin Ulrike Höfken, Familienministerin Anne Spiegel sowie Land- und Bundestagsabgeordnete besuchten den Zoo Neuwied. Fotos: FF

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