Großer Bahnhof für den Brohltal Express!
Mit Volldampf in die Zukunft
Burgbrohl. Bei herrlichstem Sommerwetter konnte VG-Bürgermeister Johannes Bell in Burgbrohl zahlreiche Gäste aus der Landes- und Lokalpolitik sowie der lokalen Wirtschaft an der historischen Dampflok 11sm begrüßen. Der Gast, der an diesem Donnerstag gespannt erwartet wurde, war extra aus Mainz angereist. Dr. Volker Wissing, der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister, hatte einen Förderbescheid über 4,69 Millionen Euro im Gepäck, mit dem sich das Land an den umfassenden Sanierungskosten der ca. 18 Kilometer langen Strecke zwischen Brohl und Engeln beteiligt. Damit trägt das Land 85 Prozent der Kosten, mit der Gleise und Brücken im ersten Sanierungsabschnitt modernisiert werden. Wissing, als Minister auch für die Verkehr, Tourismus und Weinanbau verantwortlich ist, betonte in seiner Rede, wie wichtig die Brohltalbahn für die Region ist. Und: „Wir wollen, dass der Eisenbahnverkehr in unserem Bundesland gestärkt und weiter ausgebaut wird.“ Deshalb die finanzielle Unterstützung des Landes für die Brohltalbahn, die erste nichtbundeseigene Eisenbahn, deren Streckenertüchtigung nach der Förderrichtlinie für NE-Bahnen finanziert wird. Für die Brohltalbahn , so Wissing, sei dieser Tag ein Meilenstein, der trotz Corona-Pandemie mit Optimismus und Zuversicht in die Zukunft schauen lasse. Sein Dank galt an diesem Tag aber auch allen ehrenamtlich aktiven Eisenbahnfreunden, die den Betrieb der Brohltalbahn überhaupt möglich machen.
Auch Johannes Bell, der an diesem Tag nicht nur die Interessen der Verbandsgemeinde, sondern auch der BEG (Brohltal-Eisenbahn GmbH), Eigentümer des Schienennetzes und der Infrastruktur, vertrat, lobte den Einsatz aller, die an diesem großen Projekt beteiligt waren bzw. sind. So z.B. die vielen Ehrenamtler der Interessengemeinschaft Brohltal Schmalspureisenbahn e.V. unter dem Vorsitzenden Stefan Pauly, die den Vulkan Express vor rund 30 Jahren vor dem Aus bewahrt haben und für einen reibungslosen Fahrbetrieb sorgen. Er nannte den Förderbescheid, den er nun in den Händen hielt „das Ergebnis von über vier Jahren harter Arbeit. Mit dem heutigen Tag geht die Planungsphase zu Ende und nunmehr steht die Realisierung an.“ Alle im Ministerium, in Kreis und Brohltal, hätten an einem Strang gezogen. Ausdrücklich dankte er Andreas Heinz als Ansprechpartner im Wirtschaftsministerium, den Landtagsabgeordneten Horst Gies und Guido Ernst, und Bernd Weidenmann von der VG Bad Breisig. Auch die Beigeordneten, die Ortsbürgermeister des Brohltals, von denen sich viele an der Seite von Burgbrohls Walter Schneider einfanden, die Fraktionen im Kreistag und im VG-Rat hätten das Projekt von Anfang an unterstützt. Sein Dank galt Stefan Raab als Geschäftsführer der Betriebs GmbH, zuständig für Fahrzeuge und den Schienenverkehr. Und, last but not least, dem Team Alexander Bell. Der Geschäftsführer der BEG als Motor des Projekts, das er gemeinsam mit Frank Muth (VG Brohltal) und Manfred Schlich (Betriebs GmbH) vorantrieb. Mit dem Bewilligungsbescheid des Mainzer Ministeriums sei die Arbeit des Teams, so Johannes Bell, längst nicht erledigt. Weitere Investitionen in die Infrastruktur sollen bald folgen. Mit einem Gesamtvolumen von 10 Millionen Euro ist es das größte Investitionsprogramm in der Geschichte des Brohltals, das gestemmt werden muss.
Auch Mdl Horst Gies, der als Vertreter von Landrat Pföhler ans Mikrofon auf dem offenen Panoramawagen trat, rief den Gästen zu: „Damit werden die Weichen für eine Zukunft der Eisenbahn im Brohltal gestellt.“ Auch Stefan Pauly und Alexander Bell als Schlussredner richteten noch Dankesworte an die versammelten Gäste, bevor Minister Volker Wissing, dem dieser Termin sichtlich Freude bereitete, die rote Eisenbahnermütze aufsetzte und das Startsignal für die Fahrt der blitzblank geputzten, bildschönen historischen Dampflok in die Zukunft gab.
Das macht sichtlich Spaß! Volker Wissing gibt das Startsignal. Fotos:BE
Im Schatten vor dem Bahnhof konnte man es aushalten.
