Politik | 23.04.2019

Hängeseilbrücke über das Adenbachtal soll zur Landesgartenschau fertig sein

Neue Attraktion für die Kreisstadt geplant

Haupt- und Finanzausschuss sowie Bau- und Planungsausschuss stimmten mit großer Mehrheit für die Fortführung der Planungen

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Mit einer neuen Touristenattraktion will die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler in absehbarer Zeit aufwarten. Eine Hängeseilbrücke über das Adenbachtal soll nach Möglichkeit bis zur Landesgartenschau 2022 fertiggestellt sein. Das beschlossen der Bau- und Planungsausschuss und der Haupt- und Finanzausschuss in einer gemeinsamen Sitzung mit großer Mehrheit. Lediglich Gregor Sebastian (FWG) stimmte dagegen, er hatte zuvor für die Alternative geworden, die Hängeseilbrücke zwischen der Bunten Kuh und dem Habichtsblick bei Walporzheim zu errichten.

Die Stadtverwaltung hatte beide Alternativen auf ihre Machbarkeit hin untersucht und war dabei zur Ansicht gekommen, dass die Brücke über das Adenbachtal in allen Belangen zu bevorzugen sei. Sie sei nämlich nur 165 Meter lang, im Gegensatz zur Bunten-Kuh-Seilbrücke, die mit 302 Metern doppelt so lang werden müsste und damit auch doppelt so teuer aus viele. Für die Adenbachtal-Hängebrücke rechnet man mit Kosten von 841.000 Euro, für die Bunte-Kuh-Brücke müsste die Stadt rund 1,6 Millionen Euro ausgeben. Außerdem werde dort die Stromversorgung relativ leicht und kostengünstig herzustellen, und es müsste lediglich der Adenbach als Gewässer dritter Ordnung überquert werden, was voraussichtlich keine wasserrechtlichen Probleme nach sich ziehe. Bei der längeren Brücke zwischen Bunte Kuh und Habichtsblick sei das anders, denn hier müsse nicht nur die Bundesstraße und die Ahr, sondern auch noch die Bahnlinie der Ahrtalbahn überquert werden, was eine gigantische Menge an Absprachen, Genehmigungen und Auflagen erfordern würde. Außerdem würde das Anschließen an die Stromversorgung mit 70.000 Euro glatt zehnmal so teuer wie für die Adenbachtal-Brücke mit geschätzten 7000 Euro.

Die Nähe zur Altstadt und zum Regierungsbunker nutzen

Eine Hängeseilbrücke über das Adenbachtal hätte zudem den Vorteil, dass man durch die Nähe zur Altstadt von Ahrweiler auf der einen Seite und zur Dokumentationsstätte Regierungsbunker auf der anderen Seite eine touristisch besser nutzbare Anbindung hätte. „Das hätte eine deutliche Steigerung der Attraktivität von Ahrweiler zur Folge“, war Andreas Geschier (CDU) überzeugt. Die Verweildauer von Tagestouristen könnte dadurch erhöht werden, und der Heimatverein Alt-Ahrweiler habe schon seine Bereitschaft signalisiert, in seine Ausflugsprogramme die Brücke mit einzubeziehen – wenn sie denn gebaut werde.

In der älteren Untersuchung soll auch geklärt werden, ob für die Überquerung der Brücke ein „Brückengeld“ erhoben wird, oder ob die Nutzung kostenlos gestattet werden soll. Dies hat nämlich gravierende Konsequenzen auf die Förderfähigkeit des Projektes. Mit Kassenhäuschen auf beiden Seiten würde die Hängebrücke nämlich nicht mehr als touristische Infrastrukturförderung durchgehen, sondern als eine Art Wirtschaftsbetrieb, womit auch eine mögliche Landesförderung von 85 Prozent der Baukosten hinfällig wäre. Mit anderen Worten: dann müsste die Kreisstadt die Baukosten und die Folgekosten komplett aus eigener Tasche bezahlen. Ohne Kassenhäuschen würde der Löwenanteil eventuell vom Land übernommen, sodass sich der Eigenanteil der Stadt auf nur noch 128.000 Euro verringern würde. Dieser plädierte unter anderem Peter Terporten (CDU) für die „geförderte“ Variante ohne Kassenhäuschen. Allerdings machte Bürgermeister Guido Orthen (CDU) auch klar, es sei noch gar nicht sicher, dass es eine Förderung für die Brücke gebe, das müsse erst noch endgültig abgeklärt werden. Der Stadtrat soll nun in seiner nächsten Sitzung am 29. April die weitere Planung endgültig in Auftrag geben und zugleich die Verwaltung beauftragen, in den Haushaltsplan für 2020 das nötige Geld für das Erstellen einer Entwurfsplanung für eine Hängeseilbrücke im Adenbachtal einzustellen, um das Projekt fortführen zu können. In diesem Zuge soll auch die Finanzierung der Maßnahme im Detail weiter beleuchtet werden.

JOST

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