Politik | 16.03.2021

SPD Grafschaft

Ökologische Aufwertung der Grafschaft

Grafschaft. Wie gelingt die ökologische Aufwertung der Grafschaft?

Es gibt drei gelungene Beispiele: Die Biotopfläche der Frankensiedlung zwischen Birresdorf und Nierendorf, die Biotopfläche in Lantershofen bei der Spirituellen Kapelle und die Biotopfläche an der Dorfhütte in Karweiler.

Das Erfolgsrezept lautete in allen drei Fällen: Menschen wollen etwas - Menschen holen sich fachlichen Rat - Menschen setzen ein Projekt um.

„Unsere Landschaft ist in den letzten Jahrzehnten eintöniger und ärmer geworden. So konnte man vor Jahren durchaus noch Lerchen und Rebhühner in der Grafschaft beobachten. Unseren Kindern ist dies nicht mehr vergönnt. Wir brauchen eine sofortige Trendwende zugunsten von Arten und Ökosysteme in unserer Gemeinde. Daher müssen wir heute handeln. Und das möglichst in allen Ortsbezirken. Das ist unsere Verantwortung, die Verantwortung der Politik, gegenüber der Gesellschaft, unseren Kindern und Enkeln. Im Umweltausschuss am 3. März 2021 beantragten die dortigen CDU-Vertreter, dass die Ergebnisse der ökologischen Aufwertung des „Americh“ im Ortsbezirk Nierendorf demnächst stets berücksichtigt werden sollten. Doch bis diese Ergebnisse vorliegen, werden noch Jahre vergehen. Sollen wir etwa mit der ökologischen Aufwertung der Grafschaft noch länger warten?

Die SPD jedenfalls will schneller mit der ökologischen Aufwertung der gesamten Grafschaft vorankommen.

Bereits im Vorfeld des Projektes Americh gab es Versuche von landwirtschaftlichen Vertretern in der CDU bestimmen zu wollen, was an Themen überhaupt angedacht werden könnte. Diesen Einfluss der Landwirtschaft, der bereits im Vorfeld bestimmt, worüber überhaupt nachgedacht werden soll, will die CDU jetzt für die gesamte Grafschaft festlegen. Was dann durch diese Zensur durchkommt, soll sich zudem auch nur auf gemeindeeigene Grundstücke beziehen. So wird es mit der Ökologie in der Grafschaft nichts. Die ökologische Aufwertung der Grafschaft und auch die dringend gebotene Agrarwende gelingen selbstverständlich nur mit der Landwirtschaft. Doch in der Landwirtschaft bei uns und in ganz Europa ist so viel schief gelaufen und hat zu den jetzigen erbärmlichen und gefährlichen Zuständen geführt, dass ein Primat der Landwirtschaft abzulehnen ist.

Geboten ist ein konstruktiver Dialog zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft.

Dabei sind natürlich die Interessen der Landwirtschaft zu beachten, die Landwirtschaft ist finanziell bei der Umgestaltung zu fördern und die Einkommen der Landwirte sind zu sichern, wobei der Grundsatz gelten sollte: Öffentliche Gelder für öffentliche Leistungen, also Geld für Bauern die unsere natürlichen Grundlagen pflegen und erhalten und gute Lebensmittel produzieren.

An diesem Punkt sind wir bei den 60 Milliarden jährlichen europaweiten EU-Agrarsubventionen und ihrer falschen Verteilung. Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft versagte zuletzt in der Herbeiführung eines wirklichen Wandels zum Besseren und auch die nationale Umsetzung der EU-Richtlinien ist gelinde gesagt suboptimal.

Doch kommen wir zur Grafschaft zurück und zu dem, was wir hier tun können. Ein Beispiel für den erfolgreichen Weg eines konstruktiven Dialoges findet sich in Karweiler. Die ökologische Aufwertung hat hier durch Eigeninitiative bereits begonnen. Unterstützung kam mittels eines konstruktiven Dialoges durch Diplomagraringenieurin Frau Ockenfels von der Gemeindeverwaltung.

Ein Bienenhotel wurde von einem fachkundigen Bürger bestückt, der zudem ein großes Hochbeet baute und dieses mit nahrungsgebenden Pflanzen für Bienen und Insekten bestückte. Zwei Apfelbäume alter Obstsorten und zwei ökologisch wertvolle Speierlingbäume wurden gepflanzt. Die Wiesenflächen sollen sich nach dem „Eh-schon-da-Prinzip“ entwickeln. Hierbei wird seltener gemäht und das Mähgut muss abgefahren werden. Desweiteren wurde eine lange dreigliedrige Hecke gepflanzt.

Der Ortsvorsteher von Karweiler begrüßte im Umweltausschuss, dass - auch als Lohn für die Eigeninitiative der Dorfgemeinschaft - eine Planung zur ökologischen Aufwertung des Ortsbezirkes Karweiler durch ein Fachbüro erfolgen soll und dies gleichzeitig auch für den Nachbarort Bengen.

Eine ähnliche Planung für die Ortschaften Birresdorf und Leimersdorf wurde von der Gemeindeverwaltung vorgeschlagen und von der SPD im Umweltausschuss sehr begrüßt.

Doch die CDU-Vertreter im Umweltausschuss wollen die ökologische Aufwertung von Birresdorf und Leimersdorf auf die lange Bank schieben.

Zum Glück kommt alles noch in den Gemeinderat und hoffentlich kommt der Gemeinderat in seiner Gesamtheit zu besseren Resultaten."

Pressemitteilung

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