Stadtrat beschließt den nächsten Schritt „Am Keppergäßchen“
Präsentationsfläche zur Landesgartenschau soll entstehen
Bad Neuenahr-Ahrweiler. „Am Keppergäßchen“ unterhalb des Klosters Calvarienberg in Ahrweiler will die Stadt im Rahmen der Landesgartenschau 2022 zeitgemäße Arten von Weinbau, Gartenbau, Landwirtschaft und Obstbau präsentieren. Vor allem sollen dort auf einem 2,3 Hektar großen Gelände, das bislang zu etwa einem Drittel von einer Gartenbaufirma bewirtschaftet wird, Innovationen in diesen Bereichen modellhaft gezeigt werden. Zudem plant man eine Kleingastronomie sowie ein Hofladen zur Vermarktung regionaler Produkte. Dafür müssen allerdings auf Rebflächen und bislang ungenutzten Wiesen Präsentationsflächen angelegt werden, weshalb der Flächennutzungsplan ebenso wie der Bebauungsplan geändert werden müssen.
Der Bebauungsplan sieht künftig ein Sondergebiet mit der Zweckbestimmung „Garten- und Landschaftsbau“ vor, auch im Hinblick auf eine Nutzung durch den Gartenbaubetrieb nach der Landesgartenschau. Mitüberplant werden soll aus Gründen der städtebaulichen Ordnung der Gartenbaubetrieb Wershofen, der ebenfalls in diesem Plangebiet seinen Sitz hat. Ein Teil dieser Ausstellungen und Nutzungen soll nämlich auf dessen Betriebsgelände abgewickelt werden.
Irrgarten im Weinberg
Im Einzelnen sind dort Themenflächen zum Weinbau an der Ahr, ein Irrgarten im Weinberg, ein ständiger Weinausschank sowie eine Verkaufsstelle für regionale Produkte geplant. Der Hofladen zum Verkauf regionaler Produkte und Lebensmittel sowie ein Café zur Bewirtung der Kunden mit Speisen und Getränken ist jedoch nur zulässig, sofern es einen untergeordneten Teil der Betriebsfläche einnimmt und eine Bewirtung von Gästen nicht außerhalb der Öffnungszeiten des Hauptbetriebs stattfindet.
Verringert wurde mittlerweile die zulässige Höhe der baulichen Anlagen, zudem wurde zur Schonung der angrenzenden Freiräume eine Höhenstaffelung von Ost nach West vorgenommen. Die dort entstehenden Gebäude dürfen nicht größer als 600 Quadratmeter und nicht länger als 35 Meter werden, ähnlich wie die heute schon vorhandenen Gebäude. Der Hofladen soll in erster Linie dem Vertrieb regionaler Produkte dienen und fügt sich damit in das Thema das Garten- und Landschaftsbaus ein. Die gastronomische Nutzung ist zur Bewirtung der Kunden vorgesehen und demnach auch an die Betriebszeiten der Hauptnutzung gebunden.
Historischer Bezug zum Kloster
Die CDU sehe das Vorhaben in Zusammenhang mit der benachbarten Kleingartenanlage „Auf Ergen“ als flächengrößtes Laga-Projekt im Stadtteil Ahrweiler, führte CDU-Fraktionschef Christoph Kniel aus. Die hier geplante Präsentation von Weinbau, Gartenbau, Landwirtschaft und Obstbau stelle auch einen historischen Bezug zum ehemaligen Kloster Calvarienberg her, welches über Jahrhunderte mit diesen Themen in der praktischen Tagesarbeit verbunden gewesen sei. Durch die ebenfalls vorgesehene Umlegung des Ahrtal-Radweges wäre das Plangebiet im Westen erfreulicherweise besser angebunden und wohl auch stärker frequentiert.
Eine im Rahmen der Landesgartenschau geplante gastronomische Nutzung werde die Verweildauer für diesen Teil des Ausstellungsgeländes sicherlich verlängern und die Attraktivität steigern, hoffte Kniel. Zudem eröffne die Planung Entwicklungsmöglichkeiten für den dort bereits ansässigen Betrieb. „Damit werden Arbeitsplätze gesichert und zugleich das Landschaftsbild bewahrt.“ Während sich Dr. Jürgen Lorenz (Wählergruppe Jakobs) nicht so recht vorstellen konnte, dass bis zum Start der Landesgartenschau in einem Jahr die Fläche in schönem Zustand sein könne, waren Werner Kasel (SPD) und Klaus Beu (FWG) froh, dass man nun einen Schritt weiterkomme. JOST
