Juniorwahl am Gymnasium Calvarienberg in Ahrweiler
Praktische Übung in Demokratie
Ahrweiler. Gut eine Woche bevor in Rheinland-Pfalz die Wahllokale öffneten, war am Gymnasium Calvarienberg bereits gewählt: In der Woche vom 29. Februar zum 4. März waren in der Alten Bibliothek Wahlkabine und Wahlurne aufgebaut worden. Schüler aus den Jahrgangsstufen 10 bis 12 konnten im Vorfeld der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz ihr Kreuzchen machen. Dies geschah im Rahmen der sogenannten „Juniorwahl“, die nunmehr zum dritten Mal parallel zu den Landtagswahlen durchgeführt wurde und mit über 30.000 Schülern auch eine beachtliche Zahl künftiger Wähler erreichte. Bei den seit 1999 immer mehr Zuspruch erfahrenden Juniorwahlen können Schüler anlässlich von Europa-, Bundestags- oder Landtagswahlen in einem möglichst authentischen Verfahren die erste eigene Stimmabgabe üben.
Gründliche Vorbereitung im Unterricht
Am Gymnasium Calvarienberg waren die Schüler nicht nur zur Wahl aufgerufen, sondern befassten sich im Vorfeld auch im Unterricht mit Wahlrecht, dem Landtag in Mainz und ausgewählten Wahlkampfthemen der Parteien. Vor allem aber unterstützten sie unter der Leitung von Dr. Torben Stretz und Susanne Zepp die Wahl auch selbst als Wahlhelfer oder sogar als Wahlvorstand. So leitete der Sozialkunde LK 12 von Susanne Zepp sechs der Wahlvorgänge und wertete später die Stimmzettel aus.
Die unten auch grafisch aufbereiteten Ergebnisse unterschieden sich teils deutlich sowohl von den Juniorwahlen im Land, als auch von den Landtagswahlergebnissen.
Entgegen dem Landestrend konnte sich am Calvarienberg die CDU (48,2 Prozent) klar vor Grünen (19,6) und SPD (15,5) durchsetzen. Damit ähnelt das Stimmenergebnis dem Erfolg des Bewerbers der Union im Wahlkreis Ahrweiler, Horst Gies, der auch bei den Wahlberechtigten das Direktmandat erringen konnte. In ersten Auswertungen im Unterricht verwiesen die Schüler auf die Rolle der christlichen Werte am Calvarienberg, erinnerten aber auch an die Analyse der Podiumsdiskussion am 12. Februar. Ähnliche Vermutungen bezüglich der Podiumsdiskussion wurden zum überdurchschnittlichen Abschneiden der Grünen bei den Juniorwahlen an unserem Gymnasium angestellt. Die Vertreter von CDU und Grünen hatten bei der Podiumsdiskussion besonders viele Schüler durch ihr Auftreten und ihre Argumente überzeugt.
Damit zeigt sich, dass die Veranstaltung eine nachhaltige Wirkung bei den Schülerinnen und Schülern gehabt zu haben scheint. Dies unterstreicht zum einen sicher die Bedeutung des direkten Kontakts mit jungen, zukünftigen Wählern. Zum anderen beleuchtet dieser Umstand auch, dass Fragen des Auftretens und des persönlichen Stils auch bei jungen Politikinteressierten stärker ins Auge fallen können, als politische Inhalte.
Podiumsdiskussion hatte Einfluss auf Wahlverhalten
Gegenüber den Ergebnissen der Juniorwahl und Landtagswahl fällt das schwache Abschneiden der AfD auf, und auch die anderen Parteien, die keinen Direktkandidaten zur Podiumsdiskussion schicken konnten, schnitten im Vergleich zu den Landesergebnissen unterdurchschnittlich ab.
Die Wahlbeteiligung lag mit 96 Prozent deutlich über dem Landtagswahlergebnis, aber auch über den Ergebnissen der Juniorwahl im ganzen Land. Dieses aus Sicht der Demokratie erfreuliche Ergebnis dürfte freilich mit der Durchführung der Wahlen während der Unterrichtszeit zu erklären sein.
