Überschwemmungsgebiet des Eulenbachs
Ramershovener sollen vor den Gefahren des Hochwassers geschützt werden
Rheinbach. „Das Überschwemmungsgebiet des Eulenbachs gibt es schon lange, wir hatten nur noch nie eine Karte darüber“, sagte Bürgermeister Stefan Raetz in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt, Planung und Verkehr vor zahlreichen interessierten Bürgern aus Ramershoven. Die Bezirksregierung Köln hatte das Überschwemmungsgebiet des Eulenbachs nämlich neu ermittelt und will dieses nun mit einer Überschwemmungsgebietsverordnung festsetzen, was mit einigen Einschränkungen einhergeht. Das hatte zu Irritationen im Rheinbacher Ortsteil geführt, die aber bei einer Informationsveranstaltung der Stadtverwaltung in der Mehrzweckhalle Ramershoven ausgeräumt wurden. Fachbereichsleiter Robin Denstorff räumte einen hohen Beratungsbedarf bei diesem Thema ein, das nach dem Willen des Ausschusses nach der Informationsveranstaltung erneut in dem Gremium diskutiert werden soll. Doch eigentlich stecke dahinter ein guter Gedanke, denn bekanntlich stelle Hochwasser durchaus eine Gefahr für Menschen, Tiere und Güter dar. Weil auch aus den Schäden der Vergangenheit gelernt werden solle, sei die Bezirksregierung derzeit dabei, landesweit die erforderlichen Grundlagendaten zu sammeln. In Rheinbach gebe es demnach zwei Gewässer mit einer gewissen Hochwassergefahr, das seien die Swist und der Eulenbach. Weil davon eine potenzielle Gefahr für die Bevölkerung ausgehe, habe die Bezirksregierung ein mögliches Überschwemmungsgebiet anhand eines Hochwassers, wie es nur alle 100 Jahre einmal vorkommt, durchgerechnet und sei dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass im schlimmsten Fall einige Teile des Ortes Ramershoven mehr als einen Meter unter Wasser stehen könnten. Auf Basis dieser Daten sei zunächst eine Hochwassergefahrenkarte und anschließend eine Hochwasserrisikokarte erstellt worden. Ergebnis: Bis zu 50 Einwohner von Ramershoven könnten in so einem Fall akut gefährdet sein. In dem Überschwemmungsgebiet sollen mit der geplanten Rechtsverordnung alle Maßnahmen und Handlungen untersagt werden, die das Gefahrenpotenzial erhöhen könnten. So dürfen unter anderem keine neuen Baugebiete ausgewiesen werden, die Erweiterung baulicher Anlagen oder das Erhöhen sowie Vertiefen der Erdoberfläche sind ebenfalls untersagt. Die Verbote gelten übrigens schon jetzt, so Denstorff, da die Bezirksregierung bis zum Inkrafttreten der Verordnung das Überschwemmungsgebiet „vorläufig gesichert“ habe. Er beruhigte die Ramershovener aber zugleich: „Das heißt nicht, dass jetzt niemand mehr sein Gartenhäuschen bauen oder seinen Garten nicht mehr ordentlich bewirtschaften darf - er muss es nur in Abstimmung mit der Unteren Wasserschutzbehörde tun.“
Durch die Hochwasserkartierung der Bezirksregierung sei die Stadtverwaltung in Sachen Hochwasserschutz auf jeden Fall ein ganzes Stück schlauer geworden, gab Denstorff zu. Nun müssten sich die Details angeschaut und Konzepte erarbeitet werden, um künftige Probleme zu vermeiden. „Wir haben jede Menge Hausaufgaben auf“, schmunzelte Denstorff. Schließlich sei es die absolute Pflicht der Stadtverwaltung, ihre Bürger vor den Gefahren des Hochwassers zu schützen.
Deshalb sei die Stadtverwaltung bereits in einer Arbeitsgruppe gemeinsam mit der Bezirksregierung Köln aktiv, in der auch schon erste Maßnahmen zur Verringerung des Hochwasserrisikos im Stadtgebiet abgestimmt worden seien. Entsprechende Planungen zum Schutz Ramershovens sollen im kommenden Jahr begonnen werden. Denkbar seien hierbei eine Renaturierung der Gewässer und Auen, eine Erweiterung des Bachbettes zur Verringerung der Fließgeschwindigkeit, aber auch größere Einzelmaßnahmen wie Hochwasserschutzmauern oder das Vergrößern von Durchlässen. Außerdem sollen die Einsatzpläne der Feuerwehr für den Fall eines Hochwassers fortgeschrieben werden. Die Diskussionen über das Vorhaben der Bezirksregierung sparte sich der Ausschuss zunächst auf, wie es Bernd Beißel (CDU) vorgeschlagen hatte. Zuerst solle abgewartet werden, was bei der Informationsveranstaltung herausgekommen ist. Außerdem machte Bürgermeister Raetz klar, dass ein solches Überschwemmungsgebiet auch wieder aufgehoben werden könne, wenn beispielsweise eine Reihe von Maßnahmen umgesetzt seien und damit die Gefahr gebannt werde.
