Leserbrief zu „Ortsumgehung kostet etwa das Dreifache der Westumgehung“, Ausgabe 18/2019
Reine Panikmache
Offensichtlich hat man seitens der Bürgerinitiative bei der Vorstellung der Kosten-Nutzen Rechnung durch das LBM nicht zugehört beziehungsweise zugesehen. Der Vortrag beinhaltete in keiner Weise die korrekten Fakten zur Ermittlung des Kosten-Nutzen- Verhältnisses. Fehlende Berechnungen zu den Betriebskosten, eine falsche Netzlänge, falsche Annahmen zu Schwerlastverkehr und Umweltverschmutzung, sowie Missachtung der Gefahrenlage in Esch.
Vollkommen vergessen wurden die Einsparpotenziale bei der K 34 und K 35 (Ausbaumaßnahmen Kreis), sowie im Bereich der Kreuzung B 257 am Haus Schönberg, die in der vorgesehenen Form nicht mehr ausgeführt werden müssen. Die Kosten dafür liegen schon bei einer Million Euro! Ein weiteres, nicht einbezogenes Beispiel, was der Bürgerinitiative wahrscheinlich nicht bewusst ist, zeigt sich in der Benutzung der oberen Bachstraße in Dernau, die täglich mit 350 Fahrzeugen von Pendlern frequentiert wird.
Auf meine Anfrage zur detaillierten Kosten-Nutzen Berechnung beim LBM und beim Büro VERTEC wurde mir bis heute nichts vorgelegt. Auch unter diesen Umständen ist es vollkommen abwegig, den negativen NKA-Wert weiter zu kommunizieren.
Die sogenannte West-Trasse wurde bereits in der besagten Versammlung von fast allen Anwesenden abgelehnt. Wieso die Bürgerinitiative diese Trasse nach wie vor zum Vergleich heranzieht, ist mir schleierhaft, zumal auch grundstücksmäßig eine Realisierung nicht möglich sein wird.
Die Kosten der Ost-Umgehung von 4 Millionen Euro nun auf 7 Millionen Euro hochzurechnen ist reine Panikmache. Gerade weil ich die 4 Millionen Euro – das hat man wohl nicht verstanden – für zu hoch halte und deshalb das Fehlen der Berechnung angeprangert habe. Ein Rückgriff auf das Jahr 2012 bezüglich der Kosten entbehrt jeder Grundlage.
Leider ist seit der Versammlung schon wieder fast ein halbes Jahr ohne das zugesagte Treffen mit dem Ortsbeirat Holzweiler-Esch, der Gemeinde Grafschaft und dem Kreis und Umweltausschuss vergangen. Ich hatte dieses Treffen bereits im November 2018 für Anfang 2019 in der Hoffnung angeregt, dass dann aktuelle Ergebnisse vorliegen.
Jochen Seifert,
Kempenich
