Politik | 14.12.2020

BLICK aktuell sprach mit Stadtbürgermeister Hans-Peter Ammel

Rückblick auf das Jahr 2020

Zu den spektakulären Projekten zählt u.a. auch die Neubauplanung und Realisierung von Sozialwohnungen in der Vulkanstraße.Fotos: FRE

Mendig. Schon bald ist wieder ein Jahr vorüber und trotz Corona-Pandemie hat sich in der Stadt Mendig einiges getan. Bei einem Besuch von „BLICK aktuell“ im Büro von Stadtbürgermeister Hans-Peter Ammel ließ dieser die vergangenen 12 Monate noch einmal Revue passieren:

„Zu den spektakulärsten Projekten in 2020 zählte die bereits kurz nach meinem Amtsantritt im Jahr 2009 die von mir vorgeschlagene Neubauplanung auf dem Gelände der ehemaligen „Schlichthäuser“ in der Vulkanstraße. Als der ehemalige 1. Beigeordnete der Stadt, Thomas Schneider gemeinsam mit Andreas Loeb und Frank Kaschner (Bauabteilung) die Chancen für eine Realisierung des Projektes ausgelotet hatte, wurde der Plan im Hauptausschuss und im Stadtrat vorgestellt und von allen Fraktionen mitgetragen“, so Stadtbürgermeister Ammel.

Beim Richtfest am 07.02. 2020 konnten die beiden imposanten Wohnblöcke mit insgesamt 24 Wohnungen in den Größenordnungen: 64,91 qm, 69,17 qm und 76,48 qm in Augenschein genommen werden. Die Baukosten betragen insgesamt 3.504.102,02 Euro, das städtische Grundstück wurde mit 380.100,00 Euro veranschlagt, die Abrisskosten für die ehemaligen Schlichtwohnungen belaufen sich auf 265.000,00 Euro und die Planung (Eigenleistung) ist mit 173.437,52 Euro beziffert.

Die Finanzierung von 2.805.000,00 Euro durch die ISB wurde zu folgenden Konditionen ausgehandelt: 10 Jahre 0,00 Prozent Zinsen, 5 Jahre 0,50 Prozent Zinsen und weitere 10 Jahre zu einem Zinssatz von 1,00 Prozent. Die Tilgung beträgt 4 Prozent pro Jahr bei einer Laufzeit von 25 Jahren. Das Land Rheinland Pfalz gewährt einen einmaligen Tilgungszuschuss von 15 Prozent = 420.750,00 Euro. Die jährliche Tilgung in den ersten 10 Jahren beträgt 93.250.00 Euro. Demgegenüber stehen Mieteinnahmen in Höhe von 93.000.00 Euro (bei einem aktuellen qm-Preis von 4,60 Euro). Bezugsfertig sind die Wohnungen voraussichtlich am 01.02.2021.

Mit der Neugestaltung und dem Bau der unfallträchtigen Jahnstraße sowie des neuen Kreisels (Jahnstr., Barbara Str., Auf Stürmerisch) konnte die Stadt Mendig nach vielen kontroversen Diskussionen im Rat, nicht zuletzt für den städtischen Kindergarten „Zauberwald“ eine gute Verkehrssituation erzielen.

Auch im Rahmen der Innenstadtentwicklung ist man in Mendig bereits gut vorangekommen. Um in den kommenden Jahrzehnten im kommunalen Wettbewerb um Neuansiedlungen von Bewohnern und Gewerbe gut aufgestellt zu sein, hatte der Stadtrat in seiner Sitzung am 09.06.20 beschlossen, die Technische Universität Kaiserslautern mit der Erstellung eines Zukunftskonzeptes zu beauftragen. Ein erstes Konzept stellte Frau Prof. Dr. habil. Gabi Troeger-Weiß von der TU Kaiserslautern (Fachbereich Raum und Umweltplanung. Lehrstuhl Regionalentwicklung und Raumordnung) dem Stadtrat in der Sitzung am 24.11.2020 vor. Im Januar 2021soll eine Befragung der Mendiger Bürgerinnen und Bürger sowie der ansässigen Unternehmen durchgeführt werden.

Ein nicht minder bedeutendes Projekt ist die Welterbe-Initiative „Eifeler Mühlsteinrevier“. „Seit dem Jahr 2015 wurde das Thema im Rahmen der Jubiläumsfeier „10 Jahre Lava Dome“ wieder von uns aufgegriffen und zunächst primär von zwei Kommunen (Mendig und Mayen) losgelöst voneinander behandelt. In der Folge erkannte man aufgrund der geschichtlichen Basis (Basaltabbau, Mühlsteinproduktion, Nutzung Bierkeller, etc.), dass in der Sache ein gemeinsames Vorgehen im vorstehenden Sinne eine weitaus größere Durchschlagskraft nach sich zieht, als weiterhin einzeln zu agieren. In einer konstituierenden Sitzung wurde am 0912.2015 der Arbeitskreis „Eifeler Mühlsteinrevier“ (Geschäftsstelle Mendig) gegründet“, sagte Ammel.

Seit Februar 2017 sind die Ortsgemeinden Ettringen und Kottenheim Kooperationspartner der Kooperationsvereinbarung „Eifeler Mühlsteinrevier“, welche ursprünglich von den drei Partnern VGV Mendig, Stadt Mendig und Stadt Mayen im Januar 2016 mit dem Ziel der Anerkennung der historischen Mahl- und Mühlsteinbrüche als UNESCO-Weltkulturerbe, gegründet wurden. Im Weiteren erfolgte 2018 der Beitritt der VGV Vordereifel in die Kooperationsvereinbarung. Die zuständigen Gremien der beteiligten Gebietskörperschaften wurden an den Beitrittsverfahren aktiv beteiligt und haben die entsprechenden Beschlussfassungen herbeigeführt. Flankierend begleitet - und im Handeln und Tun als gleichrangiger Partner - wurden die Kooperationspartner durch den Landkreis Mayen-Koblenz. Der Geschäftsführer der Vulkanpark GmbH, Jörg Busch, wurde diesbezüglich durch Landrat Dr. Alexander Saftig als Vertreter zur Wahrnehmung der Interessen und Aufgabenerfüllung im Arbeitskreis des Landkreises Mayen-Koblenz im Arbeitskreis benannt. Eine formelle Aufnahme des Landkreises Mayen-Koblenz als Kooperationspartner in die bestehende Kooperationsvereinbarung wird uneingeschränkt befürwortet und angesteuert.

Gleiches gilt für die Stadt Andernach. Der Andernacher Hafen mit seinem „alten Krahnen“ stellt einen wichtigen Teil für den Handel mit den örtlichen Mühlsteinen dar.

Das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur hat Herrn Prof. Dr. Helmut Albrecht (Lehrstuhl für Technikgeschichte und Industriearchäologie, sowie Direktor des Instituts für Industriearchäologie, Wissenschafts- und Technikgeschichte der Technischen Universität Bergakademie Freiberg) im Jahr 2018 als Gutachter beauftragt, um die Chancen eines Welterbe Antrags besser einschätzen zu können.

Frau Dr. Andrea Stockhammer (Sekretariat für das Welterbe in Rheinland-Pfalz) teilte am 27.04.2020 per Mail folgendes mit: „Nun liegt das Gutachten von Herrn Prof. Albrecht zu den Welterbe-Chancen des Eifeler Mühlsteinreviers vor. Herr Prof. Albrecht entwickelt darin eine mögliche Nominierungsstrategie für „Mühlstein-, Werkstein- und Schottergewinnung von der Römerzeit bis in das 20. Jahrhundert (Chr. Geburt - 1950)“ und formuliert die potentiellen Welterbe-Kriterien dazu. Er empfiehlt weiterhin dringend, eine Vergleichsstudie mit anderen historischen Mühlsteinrevieren im relevanten geo-kulturellen Raum (Europa, Mittelmeerraum) zumindest in Grundzügen zu erarbeiten, um eine endgültige Entscheidung über die Erfolgschancen einer Nominierung treffen zu können. In Kürze werden Ihnen die vorläufigen Bewerbungsunterlagen für das Verfahren um Aufnahme auf die Deutsche Tentativliste zugehen.“

Auch der Gewerbepark an der A61/B262 macht –im besten Sinne- wieder einmal von sich reden. Auf dem seinerzeit von den Investoren Halfen und Rombelsheim erworbenen insgesamt ca. 30.000 qm umfassenden Grundstück haben die Firmengründer eine 11.000 qm umfassende Logistikhalle als Akkus- und Batterien-Umschlagplatz für Elektro-Fahrzeuge gebaut. Nun, zum Jahresende, erwarb die Volksbank RheinAhrEifel eG am gleichen Standort ein ca. 5000 qm großes Grundstück, auf dem ein Gebäude für die Ausgliederung der Bereiche Volksbank direkt und weitere interne Abteilungen für ca. 110 MitarbeiterInnen entstehen wird. Während die Planungen Anfang 2021 in Angriff genommen werden sollen, könnte mit der Realisierung voraussichtlich im 2. oder 3. Quartal begonnen werden. Mit der Fertigstellung ist Ende 2022 zu rechnen.

Last, but not least plant die Stadt Mendig bekanntlich den Neubau einer P+R Anlage mit Buswendeschleife in der Nähe des Bahnhofes Niedermendig. Die Umsetzung der Maßnahme sollte schnellstmöglich begonnen werden, da im Jahr 2021 der Nahverkehrsplan des Landkreises Mayen-Koblenz in Kraft tritt, und der ZOB Mendig darin bereits berücksichtigt wurde. Hierzu sagte Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel: „Im Rahmen früherer Beratungen wurde bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass das ÖPNV-Angebot in unserer Verbandsgemeinde ohne diesen ZOB deutlich reduziert werden müsste. Ein Förderantrag an das Land Rheinland-Pfalz wurde daher bereits im vergangenen Jahr vorbereitet, mehrere Abstimmungsgespräche mit dem Fördergeber geführt und Verhandlungen mit den benachbarten Grundstückseigentümern geführt. Im Sommer letzten Jahres hatte zudem ein gemeinsamer Ortstermin mit Vertretern des LBM Rheinland-Pfalz sowie mit Vertretern von DB Netz, DB Regio, DB Station & Service sowie mit Vertretern von TüV, Polizei und Verbandsgemeindeverwaltung stattgefunden.“ Die Stadt beabsichtigt, die Infrastruktur um den Bahnhof zu verbessern und somit aufzuwerten. Anhand von verschiedenen Varianten hat sich die Stadt inzwischen für die Option 1c (Buswendeschleife und Park & Ride-Stellplätze am Stellwerk) ausgesprochen. Der hierfür erforderliche Grunderwerb des Bahngeländes wurde zwischenzeitlich vollzogen. In diesem Zusammenhang plant die Deutsche Bahn (DB Netz) auch den vorhandenen Bahnsteig zu sanieren und um einen Außenbahnsteig mit Fußgängerquerung zu erweitern. Somit wäre eine kurze Anbindung zwischen den Parkplätzen, der neuen Bushaltestelle und dem Bahnhof gewährleistet. Im Rahmen der o.g. Umgestaltung soll neben der Beleuchtung auch eine Ladeinfrastruktur für die E-Mobilität von E-Autos und E-Bikes geschaffen werden. „Nun macht die Deutsche Bahn plötzlich einen Rückzug, da sie hier zunächst eine in die Jahre gekommene Stellwerktechnik erneuern will, was bis zu 10 Jahre lang dauern könnte“, erläuterte Hans Peter Ammel, der jedoch hinzufügte, dass man in dieser Angelegenheit bereits das Gespräch mit einem leitenden Mitarbeiter der Bahn gesucht habe, um das geplante Projekt nunmehr endlich realisieren zu können.

FRE

Mendigs Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel blickt auf ein ereignisreiches Jahr 2020 zurück.

Mendigs Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel blickt auf ein ereignisreiches Jahr 2020 zurück.

Zu den spektakulären Projekten zählt u.a. auch die Neubauplanung und Realisierung von Sozialwohnungen in der Vulkanstraße.Fotos: FRE

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