Politik | 12.05.2026

Sinziger Stadtrat macht den Weg frei für die Zukunft der Ahr

Rücksicht auf Schülerverkehr bei Baumaßnahmen hat Priorität

Die Gewässerwiederherstellung der Ahr fällt in die Zuständigkeit des Kreises. Foto: GS

Sinzig. Die Zukunft der Ahr im Stadtgebiet prägte die jüngste Sitzung des Sinziger Stadtrates unter Leitung von Hans-Werner Adams. Dieses in zwei Beschlüssen: 1. Der Aufweitung des Ahrkorridors in Bad Bodendorf mit Herstellung einer Entlastungsrinne, wo es hydraulisch notwendig wird, wurde unter der Maßgabe zugestimmt, dass die Stadtverwaltung und die Gremien der Stadt Sinzig in die weitere Gestaltung eng eingebunden werden. Insbesondere zu berücksichtigen seien die Belange des Naturschutzes und der bestehenden Klimarisiken sowie Hitzeentwicklung und Dürre im Ahruferbereich. 2. Die vorgestellte Entwurfsplanung der Kreisverwaltung Ahrweiler zur Aufweitung der Ahr im Bereich Sinzig wird zur Kenntnis genommen. Gleichzeitig hat der Rat beschlossen, die zeitliche Abfolge des Wiederaufbaus der Sportanlagen sowie der Ahraufweitung umzusetzen. In diesem Zusammenhang soll insbesondere der Rückbau des temporären Christinenstegs im Frühjahr 2027 vorgesehen werden. - In beiden Fällen stellt die Stadt dem Kreis die Flächen in ihrem Eigentum für die Maßnahme zur Verfügung. Private Eigentümer werden vom Kreis kontaktiert.

Hintergrund der Maßnahmen, die Sofia Lunnebach von der GEWI dem Gremium erläuterte: Im Zuge der Flutkatastrophe im Juli 2021 wurden neben der kommunalen Infrastruktur auch die Wasserläufe durch die enormen Wassermengen stark beschädigt. Die Beschädigung erstreckt sich über das Gewässerbett und die Uferbereiche. Weiter kam es zu Boden- und Kiesverlagerungen. Die Ahr ist ein Gewässer der zweiten Ordnung. Somit ist der Kreis Ahrweiler für die Gewässerwiederherstellung zuständig. Dafür werden folgende Ziele verfolgt: die Beseitigung von Gefahren, die Aufwertung der Gewässerstruktur, die Wiederherstellung der Gewässerökologie, die Aktivierung der Wasserrückhaltung sowie die Verbesserung des Abflusses.

Zusage für neue Brücke

Zum Bereich Bad Bodendorf: Um im Bereich Bodendorf aus hydraulischer Sicht eine maximale Optimierung zu erlangen, ist eine Entlastungsrinne geplant. Diese Rinne würde bei einem bestimmten Hochwasserstand mit Wasser gefüllt sein. In diesem Zusammenhang wird aktuell die Freiherr-vom-Stein Brücke in Bad Bodendorf neu geplant. Für diese gibt es laut Lunnebach eine 100-Prozent-Zusage aus dem Wiederaufbau. Auch die räumliche Lage des Geländes der Tier- und Naturfreunde Schwanenteich wird gegenwärtig bewertet. Abstimmungsgespräche mit dem Verein finden statt, um das Vereinsgelände hochwassersicher und zukunftsfähig auszugestalten. Im Zuge der Aufweitung des Ahrkorridors kommt es zu einer möglichen Verschiebung der Radwegetrasse.

Planung in Sinzig

Für den Bereich Sinzig gibt es laut Vorplanung bereits ein entsprechendes Szenario mit zeitlichen Abläufen. Dieses sieht wie folgt aus: Baubeginn der Freianlagen im Herbst 2026. Baumfällungen entlang der Ahr durch den Kreis im nächsten Herbst und Winter. Ahraufweitung am linken Ufer Frühjahr bis Herbst 2027. Rückbau des temporären Christinenstegs im Frühjahr 2027 sowie Herstellung einer temporären Ahrquerung für den Baustellenverkehr. Neubau Vereinsheim: Frühjahr 2027 bis Frühjahr/Sommer 2028. Fertigstellung der Freianlagen im Sommer 2027. Neubau des Christinensteg: Frühjahr 2028 bis Ende 2028 /Frühjahr 2029. Ahraufweitung am rechten Ufer: Durchführung im Jahr 2028 parallel zum Neubau des Christinenstegs, inklusive der Integration des endgültigen Radwegs.

Wichtig war im Zusammenhang mit dem temporären Wegfall des provisorischen Christinenstegs, es ist eine THW-Brücke, den Fraktionen im Stadtrat, die Schulwegsicherheit. Denn der Christinensteg wird von Hunderten von Schülern aus Bad Bodendorf und Remagen mit dem Fahrrad genutzt. Hier sollen gemeinsam mit den Elternbeiräten Lösungen gefunden werden, denn die Kölner Straße und Kölner Brücke sind für Radler nicht ohne Gefahren. Lunnebach. „Wir prüfen alles was machbar ist bis hin zur Brückensperrung.“ Und Adams unterstrich: „Die Elternbeiräte werden in das Konzept einbezogen.“

Wasser und Abwasser

Vorgelegt wurden dem Stadtrat auch die Wirtschaftspläne für 2026 der Stadtwerke Rhein-Ahr, die jetzt eine Anstalt öffentlichen Rechts sind. Diese sehen für die Bürger auch Preiserhöhungen vor, für die es zwei Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen gab. Der Trinkwasserpreis steigt in Sinzig von bisher 1,80 Euro je Kubikmeter auf 2,05 Euro, in Remagen von 2.78 Euro auf 2,85 Euro. Bei Abwasser klettert der Preis in Sinzig von 2,40 Euro auf 2,50 Euro, in Remagen von 2,80 Euro auf 2,85 Euro.

FDP-Antrag abgelehnt

Mit deutlicher Mehrheit hat der Stadtrat zudem einen Antrag der FDP-Fraktion abgelehnt. Dieser hatte zum Inhalt, den Wiederaufbau des Tourismusgebäudes in Bad Bodendorf nicht weiter zu verfolgen und die geplanten entsprechenden Einrichtungen in das neue Thermalbad zu integrieren. Da zog ein „Totschlagargument“ von Sofia Lunnebach: „Wir haben eine 100-Prozent-Förderung für das Bad. Wenn wir die Kiste noch mal aufmachen, kann alles scheitern.“ Auf den FDP-Antrag hatte Vorfeld zudem schon der Ortsbeirat von Bad Bodendorf Stellung bezogen: „Wir brauchen die Anlaufstelle für Touristen auch als ‚Haus der Begegnung‘ für die Bürger.“ GS

Die Gewässerwiederherstellung der Ahr fällt in die Zuständigkeit des Kreises. Foto: GS

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