Verkehrs- und Umweltverbände aus der Region appellieren an Beteiligte
Seilbahn: Keine Panikmache, sondern sachliche Diskussion
Seilbahnprojekt soll Teil einer Lösung der Verkehrsprobleme sein
Bonn. Sieben Verkehrs- und Umweltverbände aus der Region, die sich für eine Seilbahnverbindung zwischen Ennert über Bundesviertel zum Venusberg einsetzen, appellieren an alle Beteiligten, sich sachlich mit den Chancen einer Seilbahn auseinanderzusetzen. Zugleich begrüßen die Verbände, dass die Stadt Bonn durch die Vergabe einer Machbarkeitsstudie endlich das Potenzial einer Seilbahn als Teil des öffentlichen Nahverkehrssystems prüft.
Seilbahnen haben sich in einigen europäischen und außereuropäischen Städten zum Transport von Personen und Fahrrädern bewährt, sind im Vergleich zu Straßen billiger, umweltfreundlicher und wesentlich schneller gebaut – und abgebaut.
Die Bonner Verbände begrüßen die Gründung einer Bürgerinitiative mit Ansprechpartnern als deutlichen Fortschritt im Vergleich zu den zum Teil anonymen Angriffen der vergangenen Wochen auf der städtischen Webseite zur Diskussion über die Seilbahn. Die von der Stadt Bonn früher als sonst in Planungen eingeräumte Möglichkeit, sich auf ihrer Internetseite pro oder contra zu äußern, wurde leider oft nicht zum Austausch sachlicher Argumente genutzt, sondern für Panikmache und unsachliche Behauptungen.
Erst auf der Grundlage der Ergebnisse der Machbarkeitsstudie, die voraussichtlich im März 2017 vorgestellt werden, lassen sich genaue Angaben über Energieverbrauch, CO2-Werte und letztendlich Nutzen und Kosten einer Seilbahn machen. Bisherige, von den Seilbahn-Gegnern vorgebrachte Zahlen basieren zum Teil auf Seilbahnprojekten, die mit der Situation in Bonn nicht vergleichbar sind.
Entscheidend für Bonn ist nach Ansicht der unterzeichnenden Verbände vor allem, mit welchem Verkehrssystem die innerstädtischen Verkehrsprobleme der Zukunft möglichst umweltgerecht gelöst werden können. Dazu gehört aus unserer Sicht auch die Prüfung der Möglichkeit der Weiterführung über den Rhein und einer anschließenden Verbindung mit den Ortsteilen oberhalb des Ennerts, um auch den Einpendlern aus dem Siebengebirge, die derzeit meist mit dem Auto nach Bonn fahren, eine echte Alternative anbieten zu können.
Umwelt-/kostengünstigste Variante
Die Verknüpfung einer Seilbahn mit den vorhandenen öffentlichen Verkehrsmitteln Bahn, U-Bahn, Bus und Straßenbahn in Kombination mit dem Radverkehr (Fahrradleihsysteme an den Stationen, Fahrradmitnahme in den Kabinen) erscheint uns die umwelt- und kostengünstigste Variante im Vergleich zu mehr Straßenbau oder neuen U-Bahn-Linien.
Gute Verkehrslösung für Mehrheit der Bonner
Bei der Diskussion über eine mögliche Seilbahn geht es nicht um ein gegenseitiges Aufrechnen verschiedener Haushaltspositionen (Schulen, Sport oder Kultur gegen Verkehr), sondern um eine gute Verkehrslösung für die Mehrheit der Bonner. Alle Seiten – Befürworter und Gegner einer Seilbahn, aber auch die Kommunalpolitiker – haben nach Abschluss der Machbarkeitsstudie die Möglichkeit, öffentlich und sachlich ihre Argumente auszutauschen.
Unterzeichnende Verbände sind ADFC - Allgemeiner Deutscher Fahrradclub Bonn/Rhein-Sieg, VCD - Verkehrsclub Deutschland Bonn/Rhein-Sieg/Ahr, BUND - Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland Kreisgruppe Bonn, Verkehrsforum Bonner Bürgerinitiativen, Anwohnerinitiative Venusberg, Lebenswerte Siebengebirgsregion und AStA Allgemeiner Studierenden Ausschuss Universität Bonn.
Pressemitteilung
ADFC, VCD, BUND, Verkehrs-
forum Bonner Bürgerinitiativen,
Anwohnerinitiative Venusberg,
Lebenswerte Siebengebirgsregion, AStA Allgemeiner Studierenden- Ausschuss Universität Bonn
