Bürgermeister Stefan Raetz lobt die Rheinbacher Gleichstellungsbeauftragte Mechthild Schneider
„Sie kann sich mit ihrer charmanten Art ganz hervorragend durchsetzen“
Rheinbach. „Sie kann sich mit ihrer charmanten Art ganz hervorragend durchsetzen“, lobte Rheinbach Bürgermeister Stefan Raetz die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Rheinbach, Mechthild Schneider. Die hatte zuvor ihren Tätigkeitsbericht für das Jahr 2014 bei der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses vorgetragen. Im Namen aller Fraktionen drückte SPD-Sprecherin Martina Koch ihre Wertschätzung aus: „Ihre Arbeit hat Maßstäbe gesetzt, sie hat tolle Dinge für Rheinbach initiiert. Die Belange der Gleichstellung liegen bei ihr in guten Händen.“
Dabei ist die Gleichstellungsbeauftragte lediglich mit einem Kontingent von 19,5 Stunden pro Woche beschäftigt und verfügt über einen jährlichen Etat von gerade einmal 1025 Euro. Damit kümmert sie sich einerseits um die Gleichstellung innerhalb der Rheinbacher Stadtverwaltung, aber auch um das Thema „Gleichberechtigung“ in der Stadt insgesamt.
Bei den insgesamt 261 Beschäftigten bei der Stadtverwaltung handelt es sich um 135 Frauen und 126 Männer. Während bei den Männern allerdings lediglich vier einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen, sind es bei den Frauen mit 68 etwas mehr als die Hälfte. Erstaunlicherweise ist bei der Altersgruppe der über 50-Jährigen das weibliche Geschlecht deutlich in der Mehrheit mit 58 gegenüber 48 Männern. Während in der Altersgruppe von 35 bis 49 wieder die Männer die Mehrheit stellen, übernehmen die Frauen in den jüngeren Jahrgängen wieder das Kommando.
Nur wenige Frauen in Führungspositionen
Die große Mehrheit der Frauen ist auch im einfachen und mittleren Dienst beschäftigt, während im höheren Dienst sieben Männern lediglich eine Frau gegenübersteht. „Nach wie vor gibt es in der Stadtverwaltung bei vergleichsweise hoher Frauenquote nur wenige Frauen in Führungspositionen“, berichtete Schneider. Ihrer Ansicht nach sei eine systematische Personalentwicklung mit gezielten Förderprogrammen für weiblichen Führungsnachwuchs ein geeignetes Instrument, diesem Missverhältnis entgegenzutreten.
Ausgeglichen war das Verhältnis bei den Höhergruppierungen, davon waren drei Männer oder Frauen betroffen, und bei den Neueinstellungen, denn es wurden ein Mann und eine Frau genommen. Von den vier Ausbildungsstellen in der Stadtverwaltung gingen drei an Männer, doch die Lehrstelle als Landschaftsgärtnerin konnte sich eine Frau sichern, worauf Schneider natürlich besonders stolz war.
Erfreulich sei es auch, dass im vergangenen Jahr insgesamt 62 Beschäftigte an Fortbildungen teilgenommen hätten, davon 42 Männer und 20 Frauen. Drei Damen hätten zudem das spezielle Fortbildungsangebot „Kommunikation als soziale Kompetenz“ genutzt. „Insgesamt sind wir auf einem guten Weg, Frauen zu stärken und auf Führungspositionen vorzubereiten“, fasste Schneider zusammen.
Aber auch außerhalb der Stadtverwaltung habe sie zahlreiche Informationen und Beratungen von Einwohnern übernommen, wobei die Themen sehr breit gestreut waren.
Die Öffentlichkeitsarbeit sei intensiviert worden und umfasse unter anderem Veranstaltungen, Seminare, Flyer, Infostände und Veröffentlichungen in den örtlichen Medien. Damit wolle sie gleichstellungsrelevante Themen in die Öffentlichkeit tragen, informieren und Diskussions- und Bewusstseinsprozesse anstoßen. Der dritte Rheinbacher Frauengesundheitstag, der „Girls Day and Boys Day“ und ein Infostand anlässlich des Aktionstags „Nein zu Gewalt an Frauen“ zählten dazu.
Frauengesundheitstag verzeichnet stärkeren Zulauf
Als starker Partner habe sich das Frauennetzwerk Rheinbach entwickelt, das auf ihre Initiative hin gegründet wurde und auch im vergangenen Jahr regelmäßig Netzwerk- und Themenabende organisiert habe. An den Veranstaltungen hätten durchschnittlich jeweils 20 bis 30 Frauen teilgenommen.
Besonders hervorzuheben sei der dritte Rheinbacher Frauengesundheitstag, der immer stärkeren Zulauf verzeichne und weit über Rheinbach hinaus Anziehungskraft besitze. Mehr als 300 Frauen und Mädchen aus allen Altersgruppen hätten die Gelegenheit genutzt, sich einen Tag lang intensiv mit ihrer Gesundheit auseinanderzusetzen. Die Themenpalette reichte dabei von Stressbewältigung und Coaching bis hin zu Ernährungsfragen, Bewegungsangeboten und Farb- und Stilberatung. Der Frauengesundheitstag habe sich mittlerweile zu einem festen Angebot entwickelt und diene als Informations- und Austauschplattform für interessierte Frauen und Anbieterinnen, für Einwohnerinnen und Netzwerkfrauen und gebe auch Impulse über die Veranstaltung hinaus. Wobei sich auch immer mehr Männer die Gelegenheit nicht entgehen ließen, sich über das andere Geschlecht und seine Situation zu informieren.
