Kolpingsfamilie Remagen
Sportvereine fördern Integration
Vier große Sportvereine aus Remagen nahmen in einem Podiumsgespräch Stellung
Remagen. Vier große Sportvereine aus Remagen präsentierten im Rahmen des lokalen Aktionsplans stellvertretend für alle Sportvereine in Remagen ihre Leistungen bei der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. Werner Unkelbach, der Vorsitzende der Kolpingsfamilie Remagen, konnte dazu Günter Chatenay vom Postsportverein Remagen, Florian Gottschalk vom SV Remagen, Wolfgang Middecke vom TUS Oberwinter und Otto von Lom vom TV Remagen begrüßen. Die vier Vereinsvertreter stellten ihre jeweiligen Leistungen bei der Integration mit Zahlen und Begebenheiten aus dem Sportalltag vor. Seit den 1950er-Jahren, als die ersten „Gastarbeiter“ nach Deutschland kamen und dann später die Asylbewerber, Aussiedler und weitere Arbeitsmigranten folgten, haben die Sportvereine immer wieder Menschen aufgenommen und zu ihrer Integration beigetragen. Durch die Nähe an Bonn fanden auch Botschaftsangehörige zu den hiesigen Vereinen. Die unterschiedlichen Sprachen und Herkunftskulturen (wie Religionen und Essgewohnheiten etc.) spielten dabei eine wichtige Rolle. Besonders in den Mannschaftssportarten ist die Kommunikation über die gemeinsame Sprache wichtig. Es kam dann beispielsweise bei Fußballspielen vor, besonders in Stresssituationen, dass sich Spieler in ihre Muttersprache äußerten und dadurch Missverständnisse oder gar Misstrauen verursachten. Leider werden auch immer wieder Sportler wegen ihres fremdartigen Aussehens beleidigt. Es überwog aber die gemeinsame Freude am Sport. Auch bei gemeinsamen Feiern, bei denen oft die Speisen und Getränke aus den Herkunftsländern der Migranten angeboten wurden, wurden Freundschaften gefördert und vertieft. Es gab auch Probleme, die es zu lösen galt und die teilweise auch noch zu lösen sind. So ist es nach wie vor schwierig Frauen, besonders aus muslimischen Ländern, im Sport zu integrieren. Die Vereine bemühen sich noch mehr, Schieds- und Kampfrichter mit Migrationshintergrund, auszubilden.
Der anwesende Landeskoordinator des Landessportbundes für das Programm „Integration durch Sport“, Milan Kocian, einst selbst als Volleyballer in die Bundesrepublik gekommen, bot den Vereinsvertretern seine Hilfe an.
In dem gemeinsamen Podiumsgespräch wurde auch die Problematik angesprochen, dass Rechtsextreme versuchen Sportler, vornehmlich Jugendliche, zu beeinflussen und für ihre radikalen Ansichten zu gewinnen. Auch dort bietet der Sportbund Hilfen an.
Unkelbach bedankte sich bei den Vereinen für die vielen Beiträge zur Integration und die Teilnahme an dem Abend. Er freute sich abschließend, dass Sportler wie der Kickboxer Kenan Er gekommen waren, bedauerte aber, dass nicht mehr interessierte Menschen den Weg zu der Veranstaltung gefunden hatten. Pressemitteilung
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