Politik | 25.08.2020

Parents for Future regen statt dessen Klima-Dialog an

„St.Florians-Prinzip“ in Wachtberg?

Ein Bürgerenergiepark soll in Wachtberg die Akzeptanz der Windkraft erhöhen

Gemeinde Wachtberg. Ein gemeinsamer Konsens kann zu schwarzen Zahlen für die Bürger führen „NIMBYs - not in my backyard“ oder auch „nicht in meinem Hinterhof“ ; so werden etwas abschätzig Menschen genannt, die sich zwar grundsätzlich für den Klimaschutz aussprechen, aber die dafür nötigen Windräder und Hochspannungsleitungen nicht in ihrem Umfeld haben wollen. Was zunächst paradox klingt ist das Ergebnis berechtigter Ängste. Kluge Politik nimmt diese Bedenken auf und bindet die Bürger frühzeitig ein in das Projekt Klimaschutz. Auf diesem Wege entsteht Akzeptanz für die nötigen Veränderungen und eine unnötige Polarisierung im Thema wird verhindert. Diesen Weg schlagen die Parents for Future in Wachtberg vor.

Wie schwierig, aber gleichwohl wichtig das ist zeigt , sich aktuell in Wachtberg. Unter der Überschrift „Naturschutz in Adendorf gefährdet“ berichtet der Generalanzeiger Bonn am 18.8.2020 über aktuell laufende Planungen für Windräder in der Gemeinde. Klima- oder Umweltschutz – sind das unsere Wahlmöglichkeiten?

Für die Parents for Future gehören Klima- und Umweltschutz zusammen. Windräder sind ein Eingriff in die Natur mit möglicherweise negativen Effekten. Es kommen vielleicht Vögel und Fledermäuse zu Schaden und das Landschaftsbild wird sich ändern. Mit diesen Effekten muss behutsam umgegangen werden, betonen Juliane und Kristian Lempa von den Wachtberger Parents . So können beispielsweise Abschaltzeiten während der Ernte die Vogelproblematik verringern.

Eines ist nach Auffassung der Parents aber nicht zu vergesssen: „ Klimaschutz ist Bedingung für eine gesunde Natur. Die Dürren der letzten Jahre zeigen, was auf uns zukommt, wenn wir den menschengemachten Klimawandel nicht aufhalten. Tiere, Pflanzen und Menschen leiden unter der Dürre, unser gemeinsamer Lebensraum ist in Gefahr,“ so Juliane und Kristian Lempa von den Wachtberger Parents.

Dass Umwelt- und Klimaschutz gemeinsam zu stemmen möglich ist, zeigen, so Lempa weiter, positive Beispiele in NRW. So verweisen die Parents auf die „NRW-Klimakommune Saerbeck“, die unter diesem Slogan auch im Internet zu finden ist. Gemeinsam mit ihren Bürgern wurde dort bereits vor acht Jahren ein nachhaltiger Energiemix in Eigenregie geschaffen. Die Gemeinde wies ein Gelände für den Energiepark Saerbeck aus, auf dem nun Windräder, Solar- und eine Biogasanlage den klimafreundlichen Strom erzeugen. Mittlerweile versorgt sich Saerbeck komplett selbst und die Bürger schreiben als Investoren sogar schwarze Zahlen. „ Wenn sich die Windräder für den eigenen Geldbeutel drehen, ist die Akzeptanz wahrscheinlicher“ sind Juliane und Kristian Lempa überzeugt. Deswegen mache Saerbeck auch Hoffnung für Wachtberg. Nach den Vorstellungen der Wachtberger Parents kann ein runder Tisch mit allen Interessierten und Betroffenen gemeinsam Pläne entwickeln, wie Wachtberg bis 2035 klimaneutral werden könnte. „Die Bürger mitzunehmen muss jetzt erste Priorität sein, um gemeinsam und konsequent zu versuchen, gesteckte Klimaziele zu erreichen. Wenn es in Wachtberg gelingt, einen Bürgerenergiepark zu schaffen, wird sich die Akzeptanz bei vielen Wachtberger Bürgerinnen und Bürger signifikant erhöhen. Ein solcher Klimadialog ist zielführender als Verordnungen von oben“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Demgegenüber könne man keine Akzeptanz erwarten, wenn die Wachtberger die Nachteile neuen Infrastrukturen erdulden, die Gewinne aber ortsfremde Investoren einstecken. Deswegen sollte dieser Bürgerenergiepark gerade auch für eigene Beteiligungen der Bürger*innen selbst offen sein.

In dieser Mission werden sich die Parents an die Verwaltung und den neu zu wählenden Gemeinderat wenden und einen Aufruf zur kommunalen Energiewende als gemeinsames, solidarisches Projekt unterstützend bebleiten. Der Endbericht zum Integrierten Klimaschutzkonzept für die ILEK-Region Rhein-Voreifel (https://www.klima-rv.de/wp-content/uploads/2016/09/13-01-10-IKK.pdf) gibt dafür bereits einen Rahmen, der nach Auffassung Lempas um ein genossenschaftliches Konzept bei der Finanzierung und Planung ergänzt werden muss. Ein Bürgerwindpark als Teil des Projekts „Bürgerenergiepark“ ist, so die Parents weiter, der richtige Ansatz, alle Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen.

Pressemitteilung
Parents for Future Wachtberg

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
  • Beatrix Biskup: Ich habe Bibliotheken immer geliebt und ich freue mich über jeden Schritt den die Stadtbibliothek in Richtung Zukunft geht und über jede Veranstaltung die diese durchführen würde.
Stellenanzeige mehrere Stellen
Stellenanzeige Kita
Wohnträume
Wohnträume
Anzeige KW 15
Stellenausschreibung Hausmeister/in
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Die Stadt Mayen trauert um ihren Ehrenbürger Mario Adorf.
60

Im Foyer des Rathauses in der Rosengasse liegt ein Kondolenzbuch aus, in das sich Bürgerinnen und Bürger eintragen können

Stadt Mayen trauert um Mario Adorf

Mayen. Die Stadt Mayen trauert um ihren Ehrenbürger Mario Adorf, der am 8. April 2026 im Alter von 95 Jahren verstorben ist.

Weiterlesen

Pfarrer Jörg Meyrer. Foto: privat
14

Sie ist gerade nicht besonders verlässlich. Kriege, Krisen, harte Worte in der Politik. Vieles ist in Bewegung, manches gerät aus den Fugen. Für uns Erwachsene ist es schon nicht einfach, alles zu verfolgen – und erst recht nicht, alles zu verstehen. Und zu begreifen, warum die Mächtigen ihre Gewalt- und Kriegsspiele treiben. Wie machen Kinder das?

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Imageanzeige
Dauerauftrag 2025
Alles rund ums Haus
Doppelseite PR/Anzeigen
Stellenanzeige
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0220#
Koblenzer Kneipengeschichten
Titelanzeige KW 15
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten, Wohnen
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten- Modernisieren
Wohnträume
Aushilfskraft (w/m/d)