Politik | 28.04.2026

Betreuende Grundschule greift ab nächsten Schuljahr auch in Heimersheim

Stadtrat legt die Gebühr auf 500 Euro pro Jahr fest

Blick auf die Grundschule Weststraße in Bad Neuenahr mit den Klassencontainern, in denen während der Bauzeit der neuen Grundschule unterrichtet wird. Foto: GS

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler hat beschlossen, die Elternbeiträge für die Betreuende Grundschule an den drei städtischen Grundschulen für das Schuljahr 2026/2027 von bislang jährlich 450 Euro auf 500 Euro je fünf Betreuungsstunden pro Woche und Kind festzulegen. Die Erhöhung wurde von allen Fraktionen als „moderat“ bezeichnet, Kritik gab es indes daran, dass „das Land seine Zuschüsse seit jahren nicht erhöht hat“. Die Beitragsfreistellung aufgrund der Anzahl der betreuten Kinder aus einer Familie bleibt unverändert. Für das Schuljahr 2027/2028 und die weiteren Jahre soll eine grundlegende Beratung und Entscheidung über Angebot und Finanzierung der Betreuenden Grundschule erfolgen.

Das ist neu: Ab dem Schuljahr 2026/2027 wird nunmehr auch an der Grundschule an der Landskrone Heimersheim und damit an allen drei städtischen Grundschulen (bisher nur Aloisiusschule in Ahrweiler und Grundschule Weststraße in Bad Neuenahr) ein Ganztagsschulangebot in Angebotsform eingerichtet. Das Angebot umfasst (neben den regulären Unterrichtszeiten) den Zeitraum von Montag bis Donnerstag jeweils von 12 respektive 13 Uhr bis 16 Uhr. Freitags besteht kein Ganztagsschulangebot.

Geschwisterkinder kostenfrei

Ergänzend zu diesem für die Eltern kostenfreien Angebot wird in Bad Neuenahr-Ahrweiler zusätzlich die Möglichkeit einer Teilnahme an der Betreuenden Grundschule eingeräumt, und zwar bei ausreichendem Bedarf jeweils - morgens von sieben bis acht Uhr, - Montag bis Donnerstag von 12 respektive 13 Uhr bis 14 Uhr sowie von 16 bis 17 Uhr (tatsächlich derzeit nur Bedarf bis 14 Uhr) sowie - Freitag (keine Ganztagsschule) von 12 beziehungsweise 13 Uhr bis 17 Uhr (tatsächlich derzeit nur Bedarf bis 15 Uhr).

Dieses freiwillige kommunale Angebot ist laut Stadtvize Peter Diewald im zeitlichen Umfang der Inanspruchnahme flexibler als die Ganztagsschule, für die Eltern allerdings – im Gegensatz zur Ganztagsschule - kostenpflichtig. Die Elternbeiträge für die Teilnahme an der Betreuenden Grundschule sind jeweils vor Beginn des Schuljahres in den politischen Gremien der Stadt zu beschließen. Im laufenden Schuljahr liegen die Kosten für das gesamte Schuljahr bei 450 Euro je fünf Betreuungsstunden pro Woche und Kind. Hinsichtlich der anfallenden Elternbeiträge weist Diewald darauf hinzuweisen, dass Eltern, die zwei oder mehr Kinder in der Betreuenden Grundschule angemeldet haben, nur für ein Kind einen Elternbeitrag zu zahlen haben. Zugleich bestehe für Eltern mit geringem Einkommen die Möglichkeit, einen Antrag auf Übernahme des Elternbeitrages zu stellen.

Für das Schuljahr 2026/2027 bedurfte es nun einer erneuten Beschlussfassung, die auch vor dem Hintergrund des nunmehr umfassenden Ganztagsangebotes sowie der Entwicklung der für die Durchführung der Betreuenden Grundschule anfallenden Kosten erfolgen sollte. Diewald zur aktuellen Sachlage: „Leider ist festzustellen, dass sich der städtische Zuschussbedarf anders entwickelt als angenommen. So beläuft sich der tatsächliche Zuschussbedarf für das Schuljahr 2024/2025 nicht auf 40600 Euro, sondern tatsächlich auf 65600 Euro. Der Grund für den höheren Zuschussbedarf liegt dabei insbesondere in höheren Personalkosten und einem höheren Anteil an (kostenfreien) Geschwisterkindern als angenommen sowie der hohen Fluktuation bei der Nutzung des Betreuungsangebotes.“

Gestiegene Kosten

Auch für das laufende Schuljahr sei von einer höheren Unterdeckung auszugehen als seinerzeit angenommen. Hinzuweisen sei in diesem Zusammenhang auch, so Diewald, dass der Landeszuschuss für das Angebot der Betreuenden Grundschule trotz deutlich gestiegener Personal- und Sachkosten seit Jahren unverändert sei.

Vor dem Hintergrund dieser Kostenentwicklung, dem kostenfreien Angebot der Ganztagsgrundschule wie auch den Überlegungen zur Haushaltskonsolidierung sieht die Verwaltung laut Diewald „die Notwendigkeit, mit den städtischen Gremien grundsätzlich über Art, Umfang, Ausgestaltung und Finanzierung des Angebotes der Betreuenden Grundschule zu diskutieren“. Dazu sollen für die Sitzungen im Herbst 2026 sowohl die Schulen selbst wie auch die Elternbeiräte der jeweiligen Schulen angehört und um eine Stellungnahme gebeten werden. Zudem soll bis dahin ein Vergleich mit den Angeboten der anderen Träger von Grundschulen im Kreisgebiet erstellt werden.

Um vor diesen grundsätzlich zu klärenden Fragen den Eltern aber zeitnah eine Aussage zu den Kosten machen zu können, schlug die Verwaltung dem Rat vor, für das kommende Schuljahr 2026/2027 den Elternbeitrag um 50 Euro auf dann 500 Euro je fünf Betreuungsstunden pro Woche und Kind für das gesamte Schuljahr festzulegen. Dem folgte das Gremium einstimmig. Wobei Serkan Basar für die FWG-Fraktion unterstrich: „Unser Ziel muss es sein, die Belastungen für Familien möglichst stabil zu halten. Weitere Steigerungen sollten nach Möglichkeit vermieden werden.“ GS

Blick auf die Grundschule Weststraße in Bad Neuenahr mit den Klassencontainern, in denen während der Bauzeit der neuen Grundschule unterrichtet wird. Foto: GS

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