Neue Bestattungsformen: Bis zu vier Urnen können in Urnengrabstätten beigesetzt werden
Stadtrat stimmte der neuen Friedhofssatzung einstimmig zu
Urnenbestattungen unter einem Baum jetzt auch auf den Remagener Friedhöfen möglich
Remagen. Neue Bestattungsformen wie Urnengräber mit bis zu vier Urnen, die beigesetzt werden können und Urnenbestattungen unter Bäumen sind jetzt auf Remagener Friedhöfen möglich. Bei der jüngsten Stadtratssitzung stimmte der Rat der neuen Friedhofssatzung einstimmig zu. Die SPD-Ratsfraktion um Fraktionsvorsitzende Christine Wießmann hatte dazu einen Antrag in die Ratssitzung eingebracht. Hintergrund war vor allem, dass inzwischen mehr als die Hälfte aller Bestattungen Urnenbestattungen sind. „Wir könnenden Menschen nicht vorschreiben, wie sie sich beisetzen lassen wollen. Wir können nur auf ihre Wünsche Rücksicht nehmen“, so Christine Wießmann. Bereits seit ein paar Jahren gibt es Rasenreihengräber und Rasenurnengräber mit ebenerdigen Grabplatten oder zentralem Gedenkstein, die sowohl anonym als auch halbanonym (mit zentralem Gedenkstein) genutzt werden können. Auch diesem Vorstoß der SPD hatte der Rat vor ein paar Jahren einstimmig zugestimmt. Neu ist in der Remagener Friedhofssatzung, dass in einem Urnenwahlgrab oder in einem Wahlgrab bis zu vier Urnen beigesetzt werden können. Bisher waren es bis zu zwei. Neu ist ebenfalls die Ruhezeit für Aschen. Sie wurde von 20 Jahren auf 15 Jahre reduziert.
Ganz neu ist ebenfalls, die Möglichkeit von Urnenbestattungen unter einem Baum direkt auf den städtischen Friedhöfen. Damit müssen Menschen in Remagen, die unter einem Baum beigesetzt werden möchten, nicht mehr in den Friedwald Bad Breisig, oder noch weiter entfernt, im Friedwald Hümmel in der Eifel, ausweichen. Um spezielle Bäume herum können in Zukunft bis zu 12 biologisch abbaubare Urnen in sogenannten Baumgräbern beigesetzt werden. Es können auch Familienbäume für bis zu zwölf, sechs oder vier Urnen erworben werden. Familienbäume sind Wahlgrabstätten an ausgewählten Bäumen innerhalb der bestehenden Friedhöfe. Bis auf den Friedhof in Unkelbach ist dies auf allen städtischen Friedhöfen möglich. Bei Rasengrabstätten mit zentralem Gedenkstein sowie Baumgräbern erfolgt die namentliche Kennzeichnung durch den Friedhofsträger, sofern keine anonyme Beisetzung gewünscht ist. Die Pflege der neuen Grabformen übernimmt die Stadt, die Kosten sind in den noch zu verabschiedenden Gebühren enthalten. Sollte der Baum während der Dauer des Nutzungsrechts zerstört oder aus Sicherheitsgründen gefällt werden, erfolgt durch die Friedhofsverwaltung eine Ersatzpflanzung in unmittelbarer Nähe der Grabstätte.
Damit gibt es auch auf den Friedhöfen in Remagen, Kripp und Oberwinter, für jeden leicht erreichbar, eine große Auswahl an Bestattungsmöglichkeiten, ob namentlich, halbanonym mit zentralem Gedenkstein oder anonym. Ein großer Vorteil ist sicher auch, dass es Bestattungsmöglichkeiten gibt, die als Gedenkstätte für die Angehörigen dienen können, aber nicht mehr dauerhaft gepflegt werden müssen. Die Kosten für die neuen Bestattungsformen müssen noch vom Rat verabschiedet werden, halten sich aber nach Hintergrundinformationen in sehr vertretbaren Grenzen. Wie Stadtkämmerer Alla Krämer mitteilte, werden die angedachten Kosten am 16. Oktober der Politik vorgestellt und seien sehr moderat. Besonders wichtig schien ihm auch, dass Remagener Bürger nun für Baumbestattungen nicht mehr woanders hin ausweichen müssen. Die Bäume auf den Friedhöfen, die für Baumbestattungen vorgesehen würden, würden von den jeweiligen Ortsbeiräten ausgesucht. AB
Urnengräber mit ebenerdigen Grabplatten.
