Politik | 02.02.2017

Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen: Arbeitsmarktbericht Januar

Strenger Frost lässt Zahl der Arbeitslosen ansteigen

Arbeitsagentur erklärt Anstieg mit saisonalen Gründen - Gesetzesänderung sorgt für Verschiebungen von Jobcentern zu Agenturen

Kreis Ahrweiler. Deutlich angestiegen ist im Januar die Zahl der Arbeitslosen in der Region: Zum Monatsende zählen die Statistiker der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen 3.003 arbeitslose Frauen und Männer im Ahrkreis – 458 mehr als im Dezember, aber 274 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote steigt um 0,6 auf 4,4 Prozent. Ende Januar 2015 lag sie bei 4,9 Prozent. Eine Überraschung sei diese Entwicklung angesichts der eisigen Temperaturen der letzten Wochen nicht, betont Agenturleiter Frank Schmidt. „Nachdem zum Jahresende bereits in Hotel und Gastronomie weniger Personal gebraucht wurde, sind die Arbeiten nun vor allem an Baustellen und im Landschaftsbau weitgehend zum Erliegen gekommen. Damit setzt die typische Saisonarbeitslosigkeit ein, die im Frühjahr aber auch wieder verschwindet.“ Dass der Arbeitsmarkt in der Region, von den Saisoneinflüssen abgesehen, durchaus robust sei, zeige ein Blick auf die gemeldeten Stellen, erklärt Schmidt. 124 Angebote kamen im Januar dazu. Insgesamt liegen der Arbeitsagentur damit zurzeit 860 Stellenmeldungen aus dem Landkreis Ahrweiler vor – knapp 300 mehr als vor einem Jahr. Unterschiedlich wirkt sich die aktuelle Entwicklung auf die beiden Rechtskreise des Sozialgesetzbuches (SGB) aus, die die Arbeitslosigkeit regeln. So ist der Anstieg im Rechtskreis SGB III, also bei jenen Menschen, die meist noch nicht länger als ein Jahr arbeitslos sind und zur Gemeinschaft der Arbeitslosenversicherung gehören, deutlich stärker ausgeprägt. Dort waren Ende Januar 1.432 Frauen und Männer gemeldet – 374 mehr als im Dezember und 16 mehr als vor einem Jahr. 1.571 arbeitslose Frauen und Männer sind derzeit dem SGB II zugeordnet, also auf Grundsicherung, Hartz IV, angewiesen und werden vom Jobcenter betreut. Im Dezember waren in diesem Rechtskreis noch 84 Personen weniger arbeitslos gemeldet, vor einem Jahr waren es dagegen 290 mehr. Da es sich beim saisonbedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit im Winter in den allermeisten Fällen um ein kurzfristiges Phänomen handle, sei diese unterschiedliche Betroffenheit durchaus üblich, erläutert Frank Schmidt. Allerdings wirke sich diesmal auch eine gesetzliche Neuerung aus: Seit Januar 2017 werden sogenannte Aufstocker, deren Arbeitslosengeld I-Anspruch so niedrig ist, dass sie zusätzlich noch Grundsicherung beziehen, nicht mehr dem SGB II, sondern dem SGB III zugeordnet. „Das führt zu einer Verschiebung unter den Rechtskreisen – also von den Jobcentern zu den Arbeitsagenturen, wirkt sich aber in der Gesamtzahl der Arbeitslosen nicht aus.“ Wann mit dem saisonüblichen Rückgang der Arbeitslosigkeit zu rechnen sei, wagt Agenturleiter Schmidt nicht vorherzusagen. „In diesem Jahr haben wir bislang einen vergleichsweise strengen Winter mit extrem niedrigen Temperaturen, die besonders dem Baugewerbe noch einige Zeit zu schaffen machen könnten. Da nichts so ungewiss ist wie das Wetter, ist eine genaue Prognose allerdings nicht möglich. Sicher ist aber, dass der Frühling – und damit die Belebung des Arbeitsmarktes – früher oder später kommen wird.“Pressemitteilung der

Agentur für Arbeit

Koblenz-Mayen

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