Unabhängige Kandidatin tritt gegen Gabriele Hermann - Lersch an
Susanne Heuser möchte Stadtbürgermeisterin werden
Bad Breisig. Unter dem Leitsatz „Gemeinsam in ein Bad Breisig der Zukunft“ tritt die 31-jährige Susanne Heuser gegen die CDU-Kandidatin und amtierende Stadtbürgermeisterin Gabriele Hermann-Lersch an. Stolz ist sie darauf, von ihrer Familie her tief mit Bad Breisig verwurzelt zu sein. Das trifft sowohl für die väterliche als auch die mütterliche Seite zu. Es bedeutet aber keinesfalls, dass sie nicht über den „Tellerrand“ ihres heimatlichen Bad Breisig hinaus geschaut hätte. An der Universität Heidelberg studierte Susanne Heuser Geographie mit den Nebenfächern Volkswirtschaftslehre, Politikwissenschaften und Psychologie. Bereits neben ihrem Studium und danach war sie als selbstständige IT-Beraterin für diverse Behörden, Bundesministerien und Bundesämter tätig. Einblicke in die Bereiche Kommunal- und Bundespolitik erarbeitete sie sich in ihrer Praktikantenzeit bei der Stadt Koblenz sowie in einer Berliner Politikberatung. Seit 2016 arbeitet Susanne Heuser als angestellte IT-Beraterin. Privat hat sie ein großes Herz für den Karneval und ist von Geburt an Mitglied der Karnevalsgesellschaft sowie seit 1994 aktives Mitglied des Spielmannszugs der KG. Das Reisen ist die zweite große Leidenschaft Susanne Heusers. Sie verbrachte mehrere Jahre in den USA, Australien, Chile und Guatemala.
BLICK aktuell: Wann haben Sie sich entschlossen, für das Amt der Stadtbürgermeisterin zu kandidieren?
Susanne Heuser: Die Entscheidung für das Amt der Stadtbürgermeisterin zu kandidieren habe ich erst vor wenigen Wochen getroffen. Ich verfolge nun schon seit einiger Zeit die politischen und infrastrukturellen Entscheidungen in Bad Breisig. Insbesondere im vergangenen Jahr musste ich dabei oftmals Beschlüsse zu Lasten unserer schönen Quellenstadt beobachten. Hieraus entstand der Wille, mich in meiner Heimatstadt stärker zu engagieren. Dass dieses Engagement in Form der Stadtbürgermeisterin sein könnte, ergab sich für mich erst als Option, nachdem sich abzeichnete, dass keine andere Partei einen Kandidaten stellen wird. Wenn nur eine Person zu einer Wahl kandidiert, ist dies konträr zu meinem Demokratie-Verständnis: Demokratie ist, wenn man eine Wahl hat. Diese Wahl möchte ich den Bürgerinnen und Bürgern mit meiner Kandidatur wieder geben.
BLICK aktuell: Welche Chancen rechnen Sie sich als unabhängige Kandidatin aus?
Susanne Heuser: Als unabhängige Kandidatin habe ich den entscheidenden Vorteil, dass ich losgelöst von parteipolitischen Zwängen oder Befindlichkeiten mein Wahlprogramm definieren und auf die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger eingehen kann. In der vergangenen Woche habe ich einen enormen Zuspruch aus der Bevölkerung – Bürgerinnen und Bürgern aus allen politischen Lagern - erhalten. Dies spiegelt sich auch in der hohen Zahl an Unterstützerunterschriften wieder. Dies stimmt mich positiv, dass wir gemeinsam einen Wandel in dieser Stadt bewirken können.
BLICK aktuell: Was würden Sie als Stadtbürgermeisterin Entscheidendes ändern? Wo liegen Ihre Schwerpunkte?
Susanne Heuser: Mein Motto lautet: „Gemeinsam für ein Bad Breisig der Zukunft“. Hierunter verbirgt sich mein Wille als engagierte, kompetente und unabhängige Kandidatin zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern eine wahre Veränderung einzuläuten und gemeinsam den Schritt zur Stadt der Zukunft zu wagen. Unser Ziel muss es sein, unsere Heimat mit Herz zu einem attraktiven und nachhaltigem Tourismus- und Wirtschaftsstandort zu entwickeln, der uns gleichzeitig ermöglicht unsere Stadt lebendig und lebenswert zu gestalten. Um dies zu ermöglichen, steht für mich an oberster Stelle ein zukunftsfähiger Haushalt. Mein Eindruck ist, dass auf Grundlage der aktuellen Schuldensituation der Stadt viele politische und infrastrukturelle Entscheidungen schlicht und ergreifend mit dem Ziel kurzfristiger Gewinne zur Stopfung dieses Schuldenloches getroffen wurden. Das Ziel muss es jedoch sein, die Einnahmeseite unserer Stadt zu stärken und sinnvolle Investitionen zu tätigen, von denen unsere Quellenstadt auch langfristig profitiert. Um dies zu erzielen, müssen wir unser Tourismuskonzept modern und nachhaltig ausrichten und eine smarte Wirtschaftsförderung implementieren. Gleichzeitig müssen wir uns von innen heraus stärken. Dies umfasst für mich: Entwickelter Kulturraum – d.h. Ehrenamt, Vereine und Kultur fördern; Soziale Stadt – d.h. Generationenübergreifendes Miteinander und Sicherung der Grundversorgung; Verbindende Mobilität und eine nachhaltige und saubere Stadtentwicklung. Nur wenn wir alle diese Aspekte gemeinsam und Schritt für Schritt realisieren können, schaffen wir einen erfolgreichen Schritt in die Stadt der Zukunft.
BLICK aktuell: Eines der großen Wahlkampfthemen: Bad Breisig leidet an der B9 unter Staus, Abgasen und Lärm. Wie sehen Sie die Chancen, hier Abhilfe zu schaffen?
Susanne Heuser: Die aufgezeigten Lösungen sind vielschichtig und müssen sehr differenziert betrachtet werden. Vorweg kann ich sagen, dass ich jegliche Maßnahmen, die beispielsweise den Verkehr innerhalb der Stadt umleiten, kategorisch ablehne. Von den Kosten ganz zu schweigen, profitieren wir als Touristenstadt selbst zu einem gewissen Grad sogar von diesem Durchgangsverkehr.
Unter den realisierbaren Möglichkeiten muss zwischen kurzfristigen und langfristigen Maßnahmen unterschieden werden. Kurzfristig kann sicherlich durch stärkere Kontrollen, eine Optimierung der Ampelschaltung zu Stoßzeiten als auch ggf. die Prüfung der Option der Geschwindigkeitsreduzierung eine Erleichterung für unsere Stadt bringen. Langfristig können wir diese Thematik jedoch nur lösen, wenn eine sinnvolle Umgehung für die A61 realisiert und stationäre Prüfstationen implementiert werden. Dies können wir jedoch nur gemeinsam mit den anderen betroffenen Kommunen im Umkreis sowie dem Land angehen. In Kombination hierzu müssen wir auch das Mobilitätskonzept unserer Stadt überdenken und langfristig überarbeiten. Dies bedeutet für mich, dass der ÖPNV für unsere Bürgerinnen und Bürger stärker ausgebaut und attraktiver gestaltet wird – das umfasst auch die vorliegende Schulbusproblematik. Es muss zudem geprüft werden, welche modernen Mobilitätskonzepte einen Mehrwert für unsere Quellenstadt bringen können, um somit auch langfristig die Zahl der genutzten PKWs reduzieren zu können.
KMI
