Politik | 03.04.2024

Menschenkette „Hand in Hand für Demokratie und Toleranz“ in Neuwied

Über 500 Menschen setzten ein Zeichen

Mehr als 500 Menschen waren der Einladung an das Neuwieder Deichvorgelände gefolgt.  Foto: Peter Schwarz

Neuwied. Es war ein starkes Zeichen der Geschlossenheit und Entschlossenheit für die freiheitliche Demokratie und gegen Rechtsextremismus, zu dem das Neuwieder Bündnis für Demokratie und Toleranz eingeladen hatte. Mehr als 500 Menschen waren der Einladung an das Neuwieder Deichvorgelände gefolgt.

Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer war die Menschenkette „Hand in Hand für Demokratie und Toleranz“ nicht nur eine Möglichkeit, persönliche Zeichen zu setzen, sondern auch ein Moment aktiver Gemeinschaft und Solidarität mit Menschen, denen es ebenso um die Bewahrung einer freien, liberalen und rechtsstaatlichen Gesellschaft geht. In einer Welt vieler bedrückender, negativer Nachrichten wurde die Menschenkette zu einer positiven, optimistischen Botschaft. Rasch verbreitete sich Hand in Hand gute Laune.

Zu Beginn der Veranstaltung wies Peter Schwarz für das Neuwieder Bündnis auf die Bedeutung des Veranstaltungsortes hin. Der Rhein sei seit Menschengedenken Verkehrsweg und Sammelpunkt für Begegnungen von Menschen, Völkern, Kulturen und Religionen. Hier habe sich durch natürliche Migration über Jahrtausende eine Vielfalt entwickelt, die das Leben in der Region und weit darüber hinaus bereichert habe. Der Rhein verbinde uns mit unseren Nachbarländern, mit denen wir Teil der Europäischen Gemeinschaft seien, der wichtigsten politischen Errungenschaft nach dem 2. Weltkrieg.

Das wolle die rechtsextreme AfD zerstören, wenn sie menschenverachtende Pläne für millionenfache Deportationen von Mitbürgerinnen und Mitbürgern schmiede. Sie wolle die europäische Gemeinschaft zugunsten eines isolierten Nationalstaates nach Putins Gnaden und als Spielball der Mächte zerschlagen. Sie verachte freie, liberale Lebensformen. Aus Bunt solle Grau, aus Vielfalt Einfalt werden.

Pfarrer Tilmann Raithelhuber hob anschließend die Bedeutung des Grundgesetztes hervor, das in diesem Jahr 75 Jahre alt werde. Die Mütter und Väter des Grundgesetzes hätten, nach den Jahren der Nazidiktatur mit Tod und Zerstörung, Deutschland eine Verfassung geschenkt, in der das „Nie wieder“ zu Faschismus, Krieg und Zerstörung grundgelegt sei. Die unantastbare Würde des Menschen in Artikel 1 mit der Betonung von Menschen- und Gleichheitsrechten verpflichteten uns alle. Besonders heute in einer Zeit, in der Feinde der Demokratie den Wert unserer Verfassung infrage stellten.

Alle würden in der Demokratie gebraucht, so das Resümee und das Versprechen des Bündnisses, mit Aktionen weiterzumachen, lösten großen Beifall aus Schon am Samstag, 4. Mai findet die nächste Veranstaltung als ein „Festival für Demokratie und Toleranz“ statt.

Raithelhuber und Schwarz forderten die Anwesenden auf, am 9. Juni zur Wahl zu gehen und den Einzug weiterer Rechtsextremisten in das Europäische Parlament und in die kommunalen Räte zu verhindern. Wählen sei Bürgerrecht, aber auch Bürgerpflicht.

Pressemitteilung

Neuwieder Bündnis

für Demokratie und Toleranz

Mehr als 500 Menschen waren der Einladung an das Neuwieder Deichvorgelände gefolgt. Foto: Peter Schwarz

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Kommentare
03.04.202418:57 Uhr
Helmut Gelhardt

Großen Dank an das gesamte Neuwieder Bündnis für Demokratie und Toleranz. Die Wortbeiträge der Herren Schwarz und Raitelhuber waren eindringlich und sehr bedenkenswert!

Angelika und Helmut Gelhardt, Neuwied - Engers

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