Politik | 29.12.2025

Überbordung von Bürokratie nimmt kein Ende

v. l. Ralf Seekatz, MdEP und Detlef Odenkirchen, MIT-Vorsitzender des Bezirks Koblenz-Montabaur.  Foto: Frank Hoffmann

Koblenz/Ahrweiler. Die Überbordung der Bürokratie, besonders für Unternehmen, nimmt einfach kein Ende. Im Gegenteil, bevor man Bürokratiemechanismen abbauen kann, sind schon wieder neue Verordnungen entstanden. Das behindert nicht nur die tägliche Arbeit der Unternehmen im gesamten Land, sondern erschwert sie noch in besonderen Maßen.

Erst letzte Woche ist eine Ankündigung im Bereich der Freistellungsbescheinigungen für Bauleistungen veröffentlicht worden. Bis vor kurzem konnte ein Unternehmer die Freistellungsbescheinigung für Bauleistungen sofort ausgestellt und ausgehändigt bekommen. Das Dokument benötigen Unternehmen aus dem Baugewerbe, wenn diese von Steuerabzügen für bestimmte Bauleistungen befreit werden können. Das war bislang mit wenig Aufwand verbunden und konnte als Dokument direkt mitgegeben werden. Nun ist das nicht mehr möglich. Man muss jetzt einen digitalen Antrag über das elektronische Portal Elster beim zuständigen Finanzamt stellen und je nach dem bis wann man das Dokument benötigt, ist dies dann entsprechend mit Vorlauf anzufordern, da es in der Regel bis zu 14 Tagen dauern kann, bis der Antragsteller das Dokument schlussendlich erhält.

„Wir erfahren hier wieder eindrücklich, dass durch die Digitalisierung, die Dinge nicht vereinfacht, sondern vielmehr mit höherem Aufwand verkompliziert werden“, so Detlef Odenkirchen, Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsunion, des MIT-Bezirksverband Koblenz-Montabaur. „Dies ist nur ein Beispiel von vielen und ich habe es mir herausgesucht, weil es erst letzte Woche öffentlich bekannt gemacht wurde. Diese Selfmade-Aktionen erleben Unternehmen immer häufiger z.B. bei den Banken, den Behörden, den Krankenkassen, dem Arbeitsamt etc. Wenn man die täglichen Anforderungen, die Unternehmen an ihren Computern verbringen müssen, in Zeit umwandelt, die der Unternehmer damit verbringt Formulare auszufüllen, sprechen wir von wertvollem Geld, das den Unternehmen verloren geht. Es wird immer mehr von den Unternehmen abverlangt und aufgebürdet. Die Vereinfachung, wenn überhaupt, spielt sich auf einer anderen Ebene z.B. bei den Behörden ab. „Wenn wir hier nicht schnellstmöglich ins Miteinander der Problemlösung gelangen, werden Unternehmen ihrer ureigensten Aufgaben nicht mehr gerecht werden und ihre Ziele nicht mehr erreichen können. Hier ist die Politik gefordert, die notwendigen Rahmenbedingungen für den Abbau der Bürokratie, schnellstmöglich zu forcieren und den Unternehmen Luft zum Atmen zu geben“, fordert Odenkirchen den Gesetzgeber auf. In einem persönlichen Gespräch mit Ralf Seekatz (MdEP für die EVP im Europa-Parlament), hatte Odenkirchen diese wichtige Thematik bereits besprochen. Seekatz, der für den Wahlbezirk Koblenz-Montabaur und Trier-Saarburg zuständig ist, bescheinigte Odenkirchen, dass die EU das Themenfeld nun angehen muss. „Die Unternehmen brauchen mehr Freiräume und das Vertrauen in die Politik“, so Seekatz. Da sei in der Vergangenheit leider bei den Menschen vieles verloren gegangen.

„Ich erinnere an ein Gespräch mit einer selbstständigen Fleischereimeisterin aus der Eifel, die mir von einer Dokumentationspflicht berichtete, wonach diese Dokumente, innerhalb von zehn Jahren, nicht einer einzigen Kontrolle unterlagen. Solche Dokumentationen braucht niemand und haben auch für keinen einen Mehrwert. Dies verbuche ich in die Kategorie behördliche Gängeleinen“, ärgert sich Odenkirchen. Die MIT will praktisch vorgehen, um die Unternehmen direkt zu entlasten. Dazu benötigen wir die Unterstützung des Gesetzgebers. Hierzu fordern wir eine Entlastungskommission innerhalb der Regierung, die die Bürokratiemechanismen unter die Lupe nimmt. „Was nicht benötigt wird und keinen erkennbaren Mehrwert bringt, kann weg“, bringt es Odenkirchen auf den Punkt.

Pressemitteilung MIT

Bezirksverband

Koblenz-Montabaur

v. l. Ralf Seekatz, MdEP und Detlef Odenkirchen, MIT-Vorsitzender des Bezirks Koblenz-Montabaur. Foto: Frank Hoffmann

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Petraa: Das sehe ich genauso. Hier wurden Opfer und Täter verwechselt. Nur so ist es zu erklären, dass dieser Mann nicht dauerhaft hinter Gitter bleibt. Dass er sich entschuldigt hat, ist irrelevant.
  • Christian Rott: Wenn das kein heimtückischer Mord war, weiß ich nicht mehr was heimtückisch sein soll. Ich bin zwar kein Jurist, aber diese Tat empfinde ich als, detailliert geplant, heimtückisch und aus niederen Beweggründen ausgeführt.
  • Franz Stengel: Mich wundert das es in unserer Langendorfer Straße in Neuwied nicht zu mehr Gefahren kommt denn die meisten Autofahrer denken anscheinend es wäre eine Auffahrt zum Nürburgring so wird hier gerast, aber...
  • Boomerang : Die Gleichberechtigung von Mann und Frau ist eigentlich ein gutes Ziel. "Feministischer Kampftag" dagegen mutet an wie eine Kriegserklärung. Der moderne Feminismus ist pervertiert zu einem Anspruch die...
Dauerauftrag 2026
Unterstützeranzeige Frank Hastenteufel
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0123#
Imageanzeige
Nachruf Engelbert Harst
Teamleitung
Gegengeschäft
Imageanzeige
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0123#
Empfohlene Artikel

Bendorf. Direkter Austausch statt trockener Theorie: Zwei Unterrichtsstunden lang diskutierten die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 des Wilhelm-Remy-Gymnasiums in Bendorf mit dem Koblenzer SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Thorsten Rudolph über seinen parlamentarischen Alltag, aktuelle politische Herausforderungen und die Abläufe politischer Entscheidungsfindung in Berlin.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Feuerwehreinsatz auf der B9: Busfahrer nur leicht verletzt

01.03.: Vollbrand auf der B9: Bus in Flammen

Andernach. Am 1. März 2026, um 16:25 Uhr, ging die Meldung eines brennenden Busses auf der B9 im Bereich Andernach ein. Bei Eintreffen der Einsatzkräfte stand der Bus bereits in Vollbrand.

Weiterlesen

Ralf Schweiss
Stellenanzeige Produktionsmitarbeiter
Planungsbüro Blechschmidt wird zu TGAPLAN Münch GmbH
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0123#
Titelanzeige KW 9
Wahlanzeige 3 von 6
Angebotsanzeige (Februar)
Sachbearbeitung Brand-, Zivil- und Katastrophenschutz (w/m/d)
Anke Turco
Landtagswahl
Landtagswahlen 2026
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606  // AZ Commodity Rheinschiene KW 5
Anzeige Rasenseminar
Anzeige Der neue BMW iX3 - Angebotsanzeige