Politik | 28.01.2020

AG 60 plus im Breisiger Land will das Senioren-Taxi erhalten

Unterschriftenaktion mit Appell an Nutzer

Zwei Jahre nach der Einführung soll wegen der hohen Kosten schon am 30. Juni 2020 wieder Schluss sein–

Mona Henzgen.Fotos: privat

Bad Breisig. „Das Senioren-Taxi in der gesamten Verbandsgemeinde Bad Breisig soll über den 30. Juni 2020 hinaus für behinderte und ältere Menschen erhalten bleiben.“ Damit legt die Senioren-Arbeitsgemeinschaft der SPD im Breisiger Land, die AG 60 plus, ihre Position fest, nachdem im Haushaltsplan der Verbandsgemeinde für das Jahr 2020 die Ratsmitglieder von CDU, FWG und FDP samt Bürgermeister weitere Gelder für dieses Projekt blockiert haben. Das bedeutet, dass das Senioren-Taxi im Breisiger Land zum 30. Juni 2020 wieder abgeschafft werden soll – genau zwei Jahre nach seiner Einführung. Das Senioren-Taxi war seinerzeit von der AG SPD 60 plus initiiert worden.

Wegen der im Vergleich zu Nachbarregionen überaus großen Nachfrage explodierten jedoch sehr schnell die Kosten und spielten sich zuletzt bei rund 5000 Euro monatlich ein. Ursprünglich waren 5000 Euro für ein halbes Jahr eingeschätzt. Dass eine solche Summe für den Verbandsgemeindehaushalt zu hoch ist, das ist auch den Verantwortlichen im Vorstand der AG 60 plus klar. „Mit einer solch großen Nachfrage haben wir vor gut zwei Jahren beim Start unserer Initiative weiß Gott nicht gerechnet“, so Mona Henzgen und Gerd Kaiser, die beiden Co-Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft 60 plus unisono. „Wir sind damals von Jahreskosten von 10.000 bis 20.000 Euro ausgegangen. Mit einem solchen Kostenvolumen rechneten damals die Verbandsgemeinden Brohltal und Mendig, bei denen das Senioren-Taxi schon einige Zeit länger angeboten wird. Nun wollen wir sehen, wie das Angebot grundsätzlich erhalten bleiben kann. Dass Abstriche gemacht werden müssen, das ist uns auch klar.“

Derzeit sind für ältere Nutzer vorgegeben: ein Mindestalter von 70 Jahren, Fahrten rund um die Uhr und egal wohin, bezahlt wird der halbe Taxi-Fahrpreis, jedoch nur bis zu einer maximalen Höhe von acht Euro.

Preiswerte Möglichkeit

Die Idee hinter dem Senioren-Taxi war und ist nach Meinung der SPD-Senioren, behinderten und älteren Menschen, die selbst nicht (mehr) mobil sind oder sein können, die (preiswerte) Möglichkeit zu unabhängiger Mobilität bei Arzt-, Krankenhaus- oder Apothekenbesuchen, bei Anwendungen und Einkäufen zu schaffen und ihnen damit eine höhere Lebensqualität zu bieten.

Wie zwischenzeitlich festgestellt werden musste, wurde dieses Angebot auch von Personen (zum Teil intensiv) genutzt, die von ihrer (finanziellen) Lebenssituation her und den ihnen zur Verfügung stehenden Fortbewegungsmitteln nicht zwingend auf ein Senioren-Taxi angewiesen wären. An sie geht der Appell der SPD 60 plus, nur in Notfällen vom Senioren-Taxi-Angebot Gebrauch zu machen. „Wir können und wir wollen niemanden daran hindern, sich ein Senioren-Taxi zu bestellen. Dies sollte – und dahin geht unser Appell – allerdings nicht nur aus Bequemlichkeitsgründen geschehen. Damit werden nur Kosten in die Höhe getrieben, die den Sinn und Zweck des Angebots untergraben. Fazit daraus ist, dass das Senioren-Taxi nach derzeitigem Stand für alle abgeschafft wird. Das muss nicht sein“, so Henzgen und Kaiser.

Mit einer Unterschriftenaktion, die am Wochenende beginnen soll, wollen die SPD-Senioren nochmals auf den akuten Einstellungstermin 30. Juni 2020 hinweisen und möglichst viele Bürger aus der gesamten Verbandsgemeinde um Beteiligung bitten. Mitglieder der AG 60 plus werden in den nächsten Wochen Unterschriften sammeln. Die am Senioren-Taxi teilnehmenden Unternehmen (City-Taxi, Rhein-Taxi und Bad Breisig Mietwagen) halten in ihren Fahrzeugen ebenfalls Unterschriftenlisten bereit. Die Initiatoren bitten alle Bürger aus der gesamten Verbandsgemeinde um Unterstützung durch ihre Unterschrift unter die Forderung nach einer Weiterführung des Senioren-Taxis. Für sie ist klar: „Nur gemeinsam können wir in dieser Sache noch etwas erreichen. Lasst es uns gemeinsam versuchen.“ Weitere Infos unter Telefon (0 26 33) 47 02 83 oder unter www.spd-breisigerland.de/ag/60plus/.

Pressemitteilung

der AG 60 plus

im Breisiger Land

Gerd Kaiser.

Gerd Kaiser.

Mona Henzgen.Fotos: privat

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