Politik | 07.06.2019

Leserbrief zum Artikel in BLICK aktuell 22, Seite 8

Verniedlichung ist ebenso wenig hilfreich wie Panikmache

Vorweg: Herr Ulrich Müller ist, soweit ich das einschätzen kann, ein ehrenwerter Mann. Was er und seine Familie als lokales/regionales Obstgut geleistet haben verdient uneingeschränkte Anerkennung.

Ganz anders sieht es da aber mit seinem seltsamen ‚Glauben‘ bezüglich es Klimawandels aus: ‚Ich schenke eher den Geologen Glauben.‘ Herr Müller beruft sich vornehmlich auf einen emeritierten Professor, der zumindest seit 1975 (erst seit dieser Zeit werden wissenschaftliche Arbeiten katalogisiert), also seit fast fünfzig Jahren keine eigene Forschungsarbeit vorgelegt hat. – Zugespitzt möchte man sagen, diese Haltung ähnelt der von religiösen Fundamentalisten, die der ‚Theorie‘ Glauben schenken, die Erde sei zwischen sechs- und zehntausend Jahre alt.

Gegenwärtig legen die Fakten, nicht der Glaube, folgende Annahmen nahe:

- Es gab in der Geschichte der Erde eine Reihe Klimaveränderungen, auch Erderwärmung, aus natürlichen Gründen, die sich jeweils über Jahrtausende hinzogen.

- Es gibt eine Fülle von wissenschaftlichen Beweisen dafür, dass die Verbrennung von fossilen Brennstoffen in vergleichsweise kurzer Zeit zu einer erhöhten CO² - Konzentration in der Atmosphäre geführt hat. (Im Gegensatz zu früherer CO² - Erhöhung im Verlauf der Erdgeschichte, die sich über Jahrtausende, nicht Jahrhunderte entwickelte.)

- Treibhausgase, v. a. CO², führen zu einem Anstieg der globalen Mitteltemperatur, indem sie die Reflektion von Infrarotstrahlung ins All erheblich mindern und so zur Erderwärmung beitragen.

- Es gilt als wissenschaftlich gesichert, dass globale Erwärmung der Hauptgrund für den kontinuierlichen Meer- und Landeisschwund ist.

- Herr Müller verweist richtigerweise auf Michael Zemps Studie (veröffentlicht 2019), die besagt, dass der Meeresspiegel gegenwärtig um einen Millimeter pro Jahr steigt. Herr Müller verschweigt, dass Herr Zemp dies, insbesondere auf Grund des schnellen Abschmelzens der Gletscher und auf Grund der Meereserwärmung, nicht als zu vernachlässigende Entwicklung sieht, auf die ‚man sich einstellen‘ kann, wie Herr Müller meint. – Wenn wir an unsere Kinder und Kindeskinder denken, dann ist jeder Millimeter, den der Meeresspiegel steigt, einer zuviel. Stammtisch-Verniedlichung bezüglich des Klimawandels ist ebenso wenig hilfreich wie populistische Panikmache.

Udo J.Hennig, Neuwied

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