Politik | 16.06.2020

Gemeinderat Schuld zur Vollsperrung der L 73

„Verständnis schlägt um in Verständnislosigkeit und Wut“

Gemeinderat um Ortsbürgermeister Lussi wendet sich
öffentlich an den Landesbetrieb Mobilität Cochem-Koblenz

Seit dem 14. April ist für Felssicherungsarbeiten die L 73 zwischen Schuld und Insul für den Verkehr voll gesperrt. Der Landesbetrieb Mobilität Cochem-Koblenz bittet die Verkehrsteilnehmer um Verständnis. Die Sperrung war bis Mitte Mai terminiert. So schön so gut. Wir haben Verständnis.

Die erste Verlängerung wurde dann bis zum 12. Juni diktiert. Wir wählen bewusst diktiert, da seitens der Entscheidungsträger lediglich eine formale Verlängerung der Maßnahme mitgeteilt wurde. Keine Hintergründe, keine erklärenden Gespräche, kein Verständnis erzeugen, sondern einfach nur, salopp formuliert, „Dä. Friss oder stirb!“ Das eingeforderte Verständnis schwindet.

In der Zwischenzeit kann festgestellt werden, dass die Mitarbeiter der mit der Umsetzung der Arbeiten beauftragten Firma über Tarnumhänge à la Harry Potter verfügen müssen, da sie für die Eifelaner bei ihrer Tätigkeit an den meisten Tagen nicht sichtbar waren.

Auch die mittlerweile unzähligen Gespräche seitens des Ortsbürgermeisters mit den Verantwortlichen des Landesbetriebes fanden augenscheinlich akustisch, aber nicht inhaltlich Gehör.

Nunmehr gibt es das zweite Diktat. Eine Verlängerung bis zum 30. Juni. Das gleiche Procedere wie bei der ersten Verlängerung. Keine Hintergründe, keine erklärenden Gespräche, kein Verständnis erzeugen, sondern einfach nur, salopp formuliert, „Dä. Friss oder stirb!“ Es gibt kein Verständnis mehr.

Liebe Entscheidungsträger des Landesbetrieb Mobilität Cochem-Koblenz:

Ihre Trägheit bei der Umsetzung der Maßnahme kostet hunderte von Arbeitnehmer und Arbeitgebern jeden Tag 20 Minuten mehr privater Zeit und ca. 10 km Umweg. Bei bis zu 50 Arbeitstagen in den 10 Wochen Sperrung stehlen sie jedem Arbeitnehmer oder Arbeitgeber in der Region, der die Umleitung nutzen muss, 16,67 Stunden Privatzeit, 500 km mehr Fahrtstrecke. Es ist ja nicht ihre Zeit und ihr Geld, welches jeder mehr aufbringen muss.

Ihre Ausschilderung der Umleitung sorgt dafür, dass an jedem Wochenende dutzende Motorradfahrer in Schuld umher irren, um einen Weg nach Insul zu finden. Seit dieser Maßnahme ist es mit der Ruhe an den Wochenenden vorbei.

Kann es sein, dass Sie Ihrer Aufsichtspflicht bzgl. dem Voranschreiten der Arbeiten nicht genügend nachkommen?

Mutet das Werben um Verständnis Ihrerseits mittlerweile als arrogante Ignoranz gegenüber Eifelanern unsererseits an. Die Region Eifel wird nicht von Menschen zweiter Klasse bewohnt, mit denen man machen kann, was man will.

Das zu Beginn entgegengebrachte Verständnis schlägt augenscheinlich in Verständnislosigkeit und Wut ob dieser arroganten Ignoranz um.

Der Gemeinderat Schuld

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