Versuch am untauglichen Objekt
Die Sprache der Werbung erreicht speziell im Fernsehen – und das ist auch so gewollt – nicht nur Otto Normalverbraucher, sondern auch dessen Nachwuchs, und sei er auch noch so jung. Dies mussten die Eltern des kleinen Wolfgang, seines Zeichens drei Lenze jung, kürzlich ebenfalls freudlos feststellen. Die gute Waschmaschine, bereits viermal so alt wie das eigene Nesthäkchen, hatte ihren wichtigen Dienst verweigert, und so musste natürlich ein adäquates Ersatzgerät her.
Beide Elternteile bemühten in diesem Zusammenhang das Internet und orderten alsbald ein neues Waschgerät, das auch nur drei Tage später per Lieferdienst vorstellig wurde. Nach einem sehr intensiven Studium seiner Funktionsweise anhand der beigefügten Gebrauchsanweisung wollte die Dame des Hauses besagte Maschine dann einem ersten Test unterziehen. Dazu verließ zunächst das Bad, in dem das frisch erworbene Gerät eine neue Heimat gefunden hatte, und ging zur Wäschetruhe in den Abstellraum, um diese vorab zu sortieren. Klein Wolfgang, der ihr zunächst auf Schritt und Tritt gefolgt war, blieb von Mama unbeobachtet zurück und erinnerte sich beim Betrachten der offenstehenden Maschinentür wohl an den Werbespot eines namhaften Geräteanbieters aus dem TV. Als die gute Mama jedenfalls mit der Wäsche zurückkam, hatte es der Filius tatsächlich irgendwie geschafft den Basketball des großen Bruders in die kreisrunde Öffnung der neuen Maschine zu stopfen. Schnell musste der Junior aber erkennen, dass nicht nur keine weiteren Bälle aus dem Gerät ausgeworfen wurden, sondern dass auch der dort versenkte sich nicht mehr entfernen ließ. Erst als der Papa wenig später dem Sportgerät mit einem scharfen Messer zu Leibe rückte, konnte die Maschine von dem lästigen Ding befreit werden.Ihr
Schmandelecker
