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Beim „Roten Talk im Grünen Baum“ bleibt kein Platz frei

Viele Wäller diskutierten über die schwierige politische Situation

Viele Wäller diskutierten
über die schwierige politische Situation

Die Nachwuchspolitiker Sebastian Stendebach (links) und David Olberts äußerten sich beim „Roten Talk im Grünen Baum“ skeptisch zum Engagement der Jugend in der Politik.Foto: SPD Stelzenbach

12.01.2018 - 10:19

Horbach. „Es wird in der SPD nicht genug gestritten über den künftigen Kurs und die notwendige Erneuerung der Partei!“ Diese Meinung vertrat Kommunikationsberater Prof. Dr. Klaus Kocks beim „Roten Talk im Grünen Baum“. Dazu hatte der SPD-Ortsverein Stelzenbach eingeladen und das Gasthaus im Buchfinkenland war – wie schon bei der ersten Ausgabe dieses Formates – wieder bis auf den letzten Platz besetzt. Und gestritten wurde auch: Fast 50 „Sozis“ und Gäste diskutierten leidenschaftlich darüber, wie es mit der SPD auf Bundesebene und in der Region weitergehen kann.


Wohin soll’s denn gehen?


Im ersten Teil sprach Kreistagsmitglied Uli Schmidt als Moderator des Abends dreimal im wechselnden Trio mit verschiedenen Sozialdemokraten: Abgeordnete aus Mainz und Berlin, langjährige Kommunalpolitiker sowie Vertreter des Parteinachwuchses. In der ersten Dreierrunde stellte MdB Gabi Weber die Frage, wohin wir mit unserer Gesellschaft überhaupt wollen. „Bevor die SPD darauf keine Antworten gefunden hat, wird es als Volkspartei schwierig“, meinte die Bundestagsabgeordnete aus Wirges.

Auf stabile politische Verhältnisse in Rheinland-Pfalz verwies MdL Dr. Tanja Machalet aus Meudt. Angesprochen auf die Unterschiede der Regierungsbildungen auf Bundes- und Landesebene meinte die Landtagsabgeordnete: „In Mainz reden die Koalitionspartner nicht schlecht übereinander und gönnen den anderen auch politische Erfolge!“


Gesucht: Aktive im Lokalen und Mehrheiten links von der Mitte


In der zweiten Dreierrunde kamen Sozis zu Wort, die auf jahrzehntelange politische Arbeit im Westerwald zurückblicken können. Auf vielen Ebenen zwischen Mainz, Montabaur und Wirges war Harald Schweitzer unermüdlich unterwegs. „Wir dürfen uns nicht ständig vor den Karren von Frau Merkel spannen lassen, sondern müssen andere Mehrheiten links von der Mitte suchen“. Eine Fortsetzung der GroKo könne für die SPD den Untergang bedeuten und eine Minderheitsregierung dagegen fördere die Diskussionskultur.

Udo Schöfer aus Eitelborn, derzeit Fraktionsvorsitzender der SPD im Verbandsgemeinderat Montabaur, beklagte, dass immer weniger Menschen dazu bereit seien politische Verantwortung auf kommunaler Ebene mitzutragen. „Besonders wichtig ist es, die Jugend im Dorf und den politischen Gremien zu behalten“, so das sozialdemokratische Urgestein aus der Augst.


Jugend sucht keine feste Bindung an eine Partei


Damit leitete er zum letzten Dreiergespräch des Abends mit zwei Nachwuchspolitikern über. „Politik muss auch etwas Spaß machen, sonst können wir heute Jugendliche nicht dafür gewinnen, aktiv zu werden“, meinte Sebastian Stendebach aus Oberelbert als Vorsitzender des SPD-Gemeindeverbands Montabaur. Selbst noch im Jusoalter, gestand er ein, die SPD sei in seiner VG längst keine Volkspartei mehr, was nur durch die Gewinnung von geeignetem Nachwuchs zu ändern sei. Dem stimmte auch Juso-Kreisvorsitzender David Olberts aus Härtlingen zu. Die Jugend wolle sich heute nicht fest an Parteien und deren Ziele binden. Die Jusos freuten sich zwar auch im Westerwaldkreis über einige neue Mitglieder, doch müsse dem Nachwuchs verstärkt die Chance gegeben werden, sich in kommunalen Gremien bewähren und Erfahrungen sammeln zu können.


Merkel-Politik lähmt die Gesellschaft


In seiner Bewertung der politischen Situation im Umfeld der Sozialdemokratie meinte Kommunikationsberater Prof. Dr. Klaus Kocks, die SPD habe in anderthalb Jahrhunderten schon viel Strömungen ausgehalten und werde auch die aktuellen Wirrungen überstehen. „Jedoch werden wir einen Politikstil wie den der Bundeskanzlerin nicht mehr lange aushalten, da er die Gesellschaft lähmt“, so Kocks. Seine These, die Kneipe als sozialer Raum gehöre der Vergangenheit an, nahmen wegen des voll besetzen Gasthauses „Zum grünen Baum“ nicht alle ernst. Es bezog sich natürlich auch auf die fortschreitende Digitalisierung der Gesellschaft und lud zum Widerspruch ein.


Reger Dialog auch parteiübergreifend


Nun bestand im zweiten Teil des Abends noch ausreichend Gelegenheit zur Diskussion, die von den zahlreich anwesenden Nichtmitgliedern der SPD gerne genutzt wurde. Sogar der Vorsitzende des örtlichen CDU-Ortsverbandes Buchfinkenland, Dietmar Riewe aus Daubach, beteiligte sich an der lebhaften Diskussion. Er bemängelte, dass auch in seiner Partei zu wenige zum politischen Engagement bereit seien. Der Horbacher Alfred Labonte bemängelt als Vorsitzender des Chorverbandes Westerwald die unzureichende öffentliche Kulturförderung. Dass es um die Jugend in Vereinen nicht überall schlecht bestellt sei, meinte Raimund Roos aus Gackenbach als Vorsitzender des Tennisvereins Hübingen. Ein weiterer Teilnehmer machte unsere verschwenderische Lebensweise für viele negative Entwicklungen verantwortlich.


„Roter Talk im Grünen Baum“ lädt ein zur politischen Meinung


Für den SPD-Ortsverein Stelzenbach kündigte Uli Schmidt weitere Abende des Formates „Roter Talk im Grünen Baum“ an. „Bevor sich immer mehr Leute nur noch im Internet aufhalten und sich politisches Tun auf den passiven Konsum von TV-Talkshows beschränkt, müssen wir interessante Gelegenheiten zur Diskussion mit echten Menschen schaffen“, so der Kommunalpolitiker. Wer dazu einen Vorschlag habe, könne sich gerne melden unter uli@kleinkunst-mons-tabor.de .

Pressemitteilung des

SPD-Ortsvereins Stelzenbach

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Kommentare
Karsten :
Mir kommt es so vor als hätten die lieben Menschen, die eine Wohnung gekauft haben direkt den ganzen Heddesdorfer Berg mitgekauft. Was soll dieser Blödsinn? Warum beschweren sich so viele? Es wird seit Jahren da oben gebaut und nie beschwert sich jemand. Jetzt auf einmal ist ja alles soooo schlimm. Seid froh dass Kaufkraft nach Neuwied kommt!! Es sollen vernünftige Wohnungen gebaut werden die kaufkräftige Menschen nach Neuwied bringen. Das ist das was Neuwied brauch. Unfassbar diese ständige Nörgelei. Es war schon immer so geplant dass weitere Mehrfamilienhäuser dort entstehen. Wer alleine wohnen will muss aufs Land ziehen.
Dennis Mohr:
Die vorgelegten Pläne sind ein Schlag in das Gesicht der Anwohner vor allem der Erich-Kästner-Str., die mit ihren Investitionen dieses Baugebiet überhaupt erst möglich gemacht haben. Alle Stadträte, die sich für diese Änderung aussprechen, sollten sich öffentlich dazu bekennen! Versprochen wurde ein Nahversorgungsgebiet im Stile des Ringmarktes im Raiffeisenring. Jetzt wird mit 4-geschossigen Bauten das Areal weiter verschandelt und den Anwohnern die teuer bezahlte Aussicht verbaut. Und die Vertreter der Stadt lachen über die Einwände!
Uwe Klasen:
"Solarverein Goldene Meile", solche Lobbyvereinigungen haben es geschafft, dass der Strom In Deutschland am teuersten, die Umweltzerstörung im Zuge des Aushaues der sogenannten "Erneuerbaren Energien (EE)" gewaltig, dafür die Netzstabilität gering ist, bei gleichzeitig steigendem CO²-Ausstoß der im Grunde durch die in die EE investierten Milliarden verringert werden sollte!
juergen mueller:
Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, als hätte die STADT ein "Toilettenproblem" - siehe auch HAUPTBAHNHOF. Ob man sich mit dem Vorschlag, die städtische Toilettenanlage "rund um die Uhr" zugänglich zu machen und wenn nötig, die Verwaltung technisch nachrüsten MUSS, auch Gedanken gemacht hat, wie das alles vonstatten gehen soll oder was eine Nachrüstung kostet? Glaube nicht.
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