Politik | 29.11.2022

GRÜNE informierten über Planung zum A1-Weiterbau:

„Völlig überholtes Konzept aus den 1970er-Jahren“

Die GRÜNEN-Verkehrsexpertinnen MdB Susanne Menge (links) und MdL Jutta Blatzheim Roegler informierten in Adenau über die Planungen zum Weiterbau der A1. Foto: Stefan Kaminski/Jutta Blatzheim-Roegler

Adenau. Der Kreisverband Ahrweiler von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hatte MdB Susanne Menge, Obfrau im Verkehrsausschuss des Bundestages, und MdL Jutta Blatzheim-Roegler, verkehrspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion, zu Gast in Adenau. Sie informierten über den Stand der Planungen und Möglichkeiten zur Beteiligung der Bevölkerung am aktuellen Planfeststellungsverfahren für das 10,54 km lange Teilstück der A1. Eingaben sind bis zum 07.12.22 möglich. Seit 50 Jahren bestehen Pläne, die Autobahn A1 zwischen Kelberg und Blankenheim zu bauen. „Für die Umsetzung dieser ‚Auto-Vision‘ müsste umfangreicher Raubbau an der Natur betrieben werden. Das ist unverantwortlich. Wir müssen vielmehr weg von der alten, rein ökonomischen Festlegung, wie unsere verkehrliche Infrastruktur aussehen muss. Klimaschutz muss eine klare Priorität haben. Da passt ein Weiterbau der A1 nicht mehr“, so MdB Susanne Menge. Auch finanziell spricht aus ihrer Sicht vieles dagegen: „Schätzungen aus dem ersten Quartal 2022 lagen bei 630 Mio. Euro, aber die Beträge dürften mittlerweile erheblich höher liegen. Das Geld hat der Bund nicht für Neuausbau.“

Jutta Blatzheim-Roegler, MdL, stimmt dem zu: „Wir brauchen eine zeitgemäße Straßeninfrastruktur, die den großräumigen Schwerlastverkehr auf vorhandene Autobahnen lenkt. Vor dem Hintergrund des Klimaschutzes muss jedes Neubauprojekt auf den Prüfstand – auch die A1. Die Katastrophe an der Ahr im vergangenen Jahr hat deutlich gemacht, dass weitere großflächige Versiegelungen von intakten Naturräumen vor allem in der Nähe von Flüssen vermieden werden müssen. Auch deshalb lehne ich als GRÜNE Verkehrspolitikerin der Fortführung der Planung zur A1 ab.“

„Das Bundes-Klimaschutzgesetz verlangt eine drastische Reduzierung der Treibhausgasemissionen im Verkehr bis 2030 – für uns ein Widerspruch zum Weiterbau der A1. Wir sehen hier unsere Verantwortung für die junge Generation, einzuschreiten und dieses Projekt aus den 1970er-Jahren ad acta zu legen“, sagt Claudia Schmitz, Sprecherin der GRÜNEN im Kreis Ahrweiler und ergänzt: „Nach der Flutkatastrophe 2021 wurde die Entwässerungsplanung überprüft, da Teile des Oberflächenwassers der A1 in die Ahr geleitet werden sollen. Einwendungen der Bevölkerung gegen die angepassten Planungen sind bis 7. Dezember möglich.“ Informationen dazu erhalten Bürgerinnen und Bürger per E-Mail an a1@gruene-aw.de.

Pressemitteilung BÜNDNIS 90/

DIE GRÜNEN

Kreisverband Ahrweiler

Die GRÜNEN-Verkehrsexpertinnen MdB Susanne Menge (links) und MdL Jutta Blatzheim Roegler informierten in Adenau über die Planungen zum Weiterbau der A1. Foto: Stefan Kaminski/Jutta Blatzheim-Roegler

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Dauerauftrag
Stellenanzeige Landschaftsgärtner und Hausmeister, 1.Anzeige "2+1 Aktion"
150 Jahre Jubiläum
150 Jahre Blick Zeitungstradition
Empfohlene Artikel
Flaschen, Plastikverpackungen, Einweggeschirr: Am Ufer des Sees türmt sich gerade nach Wochenenden der Müll.  Foto: Gabi Becker
944

Mit großer Besorgnis beobachte ich die zunehmende Verschmutzung am Laacher See. Besonders nach den Wochenenden bleiben nach Partys häufig Flaschen, Plastikverpackungen, Einweggeschirr und anderer Müll am Ufer, entlang der Wege und sogar mitten im Wald zurück. Dieses rücksichtslose und antisoziale Verhalten schadet der Natur und der Tierwelt gleichermaßen und beeinträchtigt die Erholung aller Besucherinnen und Besucher.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symboldbild.
1359

Nach dem schweren Unfall in der Bismarckstraße sucht die Polizei nach Zeugen

10.07.: Nach schwerem Unfall in Andernach: Beifahrerin außer Lebensgefahr

Andernach. Am 9. Juli 2026 ereignete sich um 10:45 Uhr in Andernach an der Kreuzung Bismarckstraße/Breite Straße ein schwerer Unfall. Die Polizei hat inzwischen bekannt gegeben, dass sich die Beifahrerin des Unfallfahrzeugs außer Lebensgefahr befindet. Sobald ihr Gesundheitszustand es erlaubt, wird sie von der Polizei befragt, um den Hergang des Unfalls aufzuklären. Auch weitere Zeugen sollen zu dem Vorfall befragt werden.

Weiterlesen

614

Wandern in der Heimat - LandFrauenkreisverband lädt ein

Geführte Wanderung durch Amseltal und Neuenahrer Wald in Bad Neuenahr

Bad Neuenahr. Die geführte Wanderung verläuft durch das Amseltal und den überwiegend schattigen Neuenahrer Wald zur Amseltalhütte. Nach dem steilem Aufstieg geht es in ca. eineinviertel Stunden zum Steckenbergturm. Der Lennéweg führt zurück ins Tal vorbei am Waldkletterpark, dem Waldentdeckerpfad, durch den Dahliengarten zum Ausgangspunkt. Es ist keine Einkehr vorgesehen.

Von Ingrid Strohe

Weiterlesen