Grüne Höhr-Grenzhausen und Hillscheid
Waldschutz und Forstwirtschaft in den Dialog gebracht
Gemeindewald – FFH-Schutzgebiet Brexbachtal
Höhr-Grenzhausen. Über 50 Waldinteressierte folgten der Einladung von Bündnis 90/Die Grünen Höhr-Grenzhausen und Hillscheid zur Waldexkursion mit Diplom-Forstwirt und Waldexperte Volker Ziesling, Sprecher der Bürgerinitiative Waldwende-Jetzt!, sowie mit Tanja Alten und Marcel Hoffmann von der Regionalvertretung Waldwende Jetzt! - Mittelrhein. Als Gäste aus der Forstwirtschaft wurden Friedbert Ritter, Leiter des Forstamtes Neuhäusel und Detlev Nauen als zuständiger Revierförster herzlich begrüßt.
Das Exkursionsteam führte die Gäste durch kommunalen Wirtschaftswald und durch Teile des Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebietes FFH-5511-302 Brexbachtal, Teil des EU-Natura-2000 Schutzgebietsnetzes. Die hierin ausgewiesenen FFH-Flächen sind von Bedeutung zum Erhalt und zur Förderung der verschiedensten Lebensraumtypen und ihrer Arten der Fauna und Flora. Die FFH-Richtlinie 92/43/EWG wurde in den Nationalstaaten in nationales Recht umgesetzt. Die unterschiedlichen Ansprüche an Waldschutz und Holzproduktion führen zu Konflikten, welche durch die vergangenen folgenschweren Dürrejahre im voranschreitenden Klimawandel für jedermann sichtbar wurden. Volker Ziesling wies deutlich darauf hin, dass eine Herangehensweise, wie sie bisher funktionierte, nicht mehr möglich ist, sondern stärker eine selektive Bewirtschaftungsform mit ausgewählten Waldfunktionen die Konfliktlösung herbeiführen kann. Dies bedeutet, dass Waldbesitzer wie die Stadt Höhr-Grenzhausen entscheiden müssen, welchen Fokus sie, auch mit Hinblick auf die Einhaltung der strengen Schutzziele, in ihrem Wald setzen wollen. Holzproduktion und Holznutzung oder Schutz der Biodiversität, Klima-, Boden-, Grundwasserschutz und Kohlenstoffspeicher. Kahlschlagsflächen sind immer wieder Kern der Debatten um Waldschutz und Wirtschaft. Die Folgen eines Fichten-Kahlschlages sind enorm für das Waldökosystem. Aber auch Erntemaßnahmen in Buchenwaldgesellschaften führen zu ähnlichen Problemen. Dort wo das Waldinnenklima verändert wird, schädigen höhere Verdunstungsraten, starke Winde und hohe Temperaturen die Lebensräume. Wertvolle Habitatstrukturen gehen verloren. Das komplette Abräumen der Biomasse und fehlendes Totholz auf den Ernteflächen verhindern Beschattung, Wasserspeicherung. Habitatstrukturen, insbesondere für Insekten, Moose, Flechten und Pilze, sowie wertvolle Neuhumusbildung für die kommende Waldgeneration geht verloren. Von der Forstbehörde wurden die Chancen von Totholznutzung erkannt und sollen in Zukunft deutlich stärkere Berücksichtigung finden.
Ein weiteres konfliktreiches Thema ist die Aufforstung mit gebietsfremden Baumarten wie Küsten-Douglasie, Libanon- und Atlaszeder, oder mit der amerikanischen Küstentanne. Im Dialog mit Ritter und Nauen bestand Konsens, dass gebietsfremde Arten immer Risiken bergen. Ihre Ausbreitung führt aufgrund ihrer fehlenden Interaktion mit dem heimischen Ökosystem zu einer Artenarmut, welche insbesondere im FFH-Gebiet den Schutzzielen entgegenwirkt. Die Vertreter des Forstamtes gaben dennoch zu bedenken, dass auf Baumarten wie die Douglasie, aus Gründen der Versorgungsleistung, nicht ganz verzichtet werden könne, nachdem die Fichte auf weiten Teilen der Waldfläche ausfiele. Aber auch hier bestehen neben den Chancen auch Risiken durch Frosttrocknis, Wildschäden, Pilzerkrankungen und Insektenbefall. Beispielhaft wurde gezeigt, wie sich durch die Naturverjüngung der Buchenwaldgesellschaften gesunde Mischwälder entwickeln, wenn die Forstwirtschaft kaum eingreift. Die von der Forstwirtschaft eingeleitete Verjüngung des Waldes, Ernte des Altbestandes, ist dagegen aus Sicht der Referenten kritisch anzusehen. Ein intaktes Kronendach ist insbesondere in den Sommermonaten für den Wasserhaushalt des Waldökosystems und der damit verbundenen Verdunstung/Kühlfunktion lebensnotwendig, ein Auflichten des Bestandes ist daher riskant. Friedbert Ritter betonte in diesem Kontext, dass das Fäll-Moratorium des Landes Rheinland-Pfalz zur Rotbuchen-Bewirtschaftung verlängert wurde, sowohl für den Staatswald als auch in allen Gemeinde- und Kommunalwäldern des Forstamtes Neuhäusel. Die Referenten der Bürgerinitiativen fordern für die Schutzgebiete grundsätzlich eine FFH-Verträglichkeitsprüfung, um eine Verschlechterung der Lebensraumtypen zu verhindern.
Waldschutz ist Klimaschutz und Klimaschutz ist Waldschutz
Dazu gehört eine Förderpolitik, die Anreize setzt und die dem Wald und den Forstämtern den wirtschaftlichen Druck nimmt. Zugleich soll sie einen naturnahen Umbau des Waldes fördern, den Schutz und die Weiterentwicklung von FFH-Gebieten unterstützen. Hierzu bedarf es eines Paradigmenwechsels in der Landeswaldpolitik und ein ressourcenschonendes Verbraucherverhalten, darin sind sich Waldschützer und Forstwirte in Höhr-Grenzhausen einig.
Als Fazit des Tages herrschte Einigkeit darüber, dass der begonnene Dialog über Wege zur Erhaltung des Waldes ausgesprochen wertvoll ist und dieser Diskussionsprozess auf örtlicher Ebene weitergeführt werden muss.
Pressemitteilung
Bündnis 90/Die Grünen
Höhr-Grenzhausen
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