Wachtberger „Parents for Future“ mit neuem Vorschlag zur Schulwegsicherung in Berkum
„Walking-Bus“ soll den Schulweg sichern
Bedenken der Online-Petition werden aufgegriffen
Wachtberg. Endlich isst es soweit: Der Berkumer Weg, die etwa 1 km lange Verbindungsstraße zwischen Gimmersdorf und Berkum, ist seit Anfang des Jahres in Gemeindeeigentum. Damit hat ddie Gemeinde auch die Möglichkeit, den lange gehegten Wunsch umzusetzen, den Berkumer Weg zu einer reinen Fußgänger-und Fahrradstraße umzuwidmen. Dieser Entschluss wird von den Parents for Future begrüßt, weil es genau im Sinne einer nachhaltigen und klimafreundlichen Mobilität ist. Die Folge dessen ist jedoch, dass die Buslinie 856, die in Berkum derzeit noch über den Stumpebergweg (Schulzentrum) und dann über den Berkumer Weg nach Gimmersdorf führt, eine andere Linienführung bekommen muss. Eine einfache Streckenumlegung über die Klosterstraße ist aus verkehrstechnischen Gründen nicht möglich, da die Straße zu schmal ist, um Begegnungsverkehr mit Bussen zu ermöglichen. Zudem wäre eine rechtwinklige Ein-und Ausfahrt auf die Rathausstraße (L 123) mit hohem Unfallrisiko verbunden. Daher wurde unter Abwägung aller Aspekte (Verkehrssicherheit, Schülertransfer, Straßenzustand und –ausbau) mehrheitlich die Lösung präferiert, den Bus 856 auf der Rathausstraße zu belassen und mit den Haltestellen „Rathaus“ und „Seniorenpark“ die Zu-und Ausstiegspunkte für die Schule am Stumpebergweg anzufahren. Das hat nun zur Folge, dass die Schüler nicht mehr direkt an der Schule aussteigen, sondern von der Rathausstraße zur Schule gehen, was einem Fußweg von ca. 450 Metern bedeutet.
Über 200 Menschen haben sich an Petition beteiligt
Eine Online-Petition, der sich bis Redaktionsschluss 168 Wachtberger*innen und 60 Auswärtige angeschlossen haben, votierte dagegen, weil man an der Haltestelle „Rathausstraße“ dieselben Disziplindefizite der Schüler vermutet, wie sie auf dem Schulareal während der Wartezeit auf die Busse vorgekommen sind. Parents for Future hat diese Bedenken der online-Petition diskutiert und ist der Auffassung, dass dieses „Necken“ (z.B. Mützen wegzunehmen und auf dem Hof umherlaufen) nach einem geführten Fußweg von ca. 450 m bis zur Haltestelle nicht mehr entscheidend relevant ist und damit auch auf Dauer kein signifikantes Problem mehr darstellen wird. Zudem ist entsprechendes Aufsichtspersonal auch an der Rathausstraße vorhanden. Die Parents haben nunmehr einen zukunftsweisenden Kompromissvorschlag vorgelegt.
Priorität ist: Ein sicherer Schulweg
Die Verlegung der Buslinie 856 ist im Gesamtkontext folgerichtig. Aber: Wenn die Eltern das Gefühl haben, dass der Schulweg der Kinnder dadurch gefährlicher wird und genau dieselbe „Disziplinlosigkeit“ der Schüler (wie in der Petition befürchtet) an der Rathausstraße fortgesetzt werden würde, werden sie ihre Kinder nicht mit dem Bus zur Schule fahren lassen, sondern mit dem Auto bringen. Genau das soll aber vermieden werden: Aus Klimaschutzgründen und weil dadurch wiederum neue (oder fortgesetzt alte) gefährliche Situationen durch die „Eltern-Taxis“ entstehen. Die Zustimmung von betroffenen Eltern zu der Online-Petition gegen die Verlegung der Buslinie 856 war möglicherweise nur dadurch zu erklären, dass die Petenten aufgrund der Presseartikel davon ausgehen mussten, dass ihre Kinder an der baulich nicht veränderten Bushaltestelle Rathausstraße „ihrem Schicksal überlassen“ werden. Es geht dem Initiator und den Unterzeichnern der Petition – so ist rückzuschließen – offensichtlich auch nicht darum, den Weg von der Rathausstraße zur Schule aus Bequemlichkeit zu verhindern, sondern insbesondere für die I-Dötzchen und auch besonders in der dunklen Jahreszeit einen sicheren Schulweg zu gewährleisten. Ob nach einem gemeinsamen „Marsch“ zur Haltestelle immer noch ungezügeltes Herumlaufen und durchgehende Streits untereinander (wie in der Petition beschrieben) vorherrscht, wird von den Parents aufgrund der eigenen Erfahrungen bezweifelt. Im Übrigen wird die neue Situation von den Verantwortlichen sehr genau beobachtet werden, so dass es zu keiner Zeit zu unbeaufsichtigten Situationen kommen dürfte. Zudem ist nichts „in Stein gemeißelt“ .
Parents bringen den „Walking-Bus“ ins Gespräch
Die Buslinie 856 kann auf die Rathausstraße verlegt werden, wenn dies mit geeigneten Maßnahmen für einen sicheren Schulweg von der Haltestelle bis zur Schule flankiert wird. Die Parents bringen genau hierzu das Konzept des „Walking-Bus“ ins Gespräch, wie es in verschiedenen Kommunen schon sehr erfolgreich praktiziert wird. Ein Walking Bus ist eine Gehgemeinschaft von Grundschülern auf dem Weg zur Schule und zurück, die von einem oder mehreren Erwachsenen begleitet wird. Eine überzeugende Idee, die auch in Berkum umgesetzt werden kann. Eine Gruppe von Eltern, Ehrenamtlichen, Freiwilligen und/oder Lehrern, die abwechselnd diese Begleitung übernehmen würden, ließe sich nach Auffassung der Parents gut organisieren. Es ähnelt dem Prinzip der Schülerlotsen insbesondere an verkehrsreichen Straßen, was auch in Wachtberg seit „ewigen Jahren“ vor Kitas erfolgreich praktiziert wird. Dass an den Haltestellen selbst auch Aufsichtspersonal stationiert sein wird, entspricht der aktuellen Situation am Schulzentrum und muss analog – wie oben abgeleitet -beibehalten werden.
Begleitende Maßnahmen für die Schulwegsicherung
Selbstverständlich empfiehlt es sich ergänzend, mit Hilfe verkehrserzieherischer Hinweise im Unterricht und/oder der Sensibilisierung der Eltern/Kinder den „Fahrradführerschein“ zu machen, die Sicherheit der Kinder als Verkehrsteilnehmer*innen zu festigen. Gerade dieser „Fahrradführerschein“ ist ein ausgesprochen erfolgreiches Instrument, das Bewusstsein der Kinder für den Verkehr und damit auch für die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Darüber hinaus kann durch bunte kindgerechte Piktogramme auf dem Gehweg oder die Gestaltung des Gehweges selbst, beispielsweise mit kleinen Skulpturen, die Identifizierung als „mein“ sicherer Schulweg erhöht werden.
Bewegung durch Laufen hat viele Vorteile
Wenn man sich beklagt, dass schon im Grundschulalter eine erkennbare Übergewichtigkeit der Schüler*innen signifikant ist, tut Bewegung vor der Schule und eine gewisse körperliche Aktivität nach dem langen Sitzen im Unterricht durchaus gut. Das belegen im Prinzip alle Studien, die sich damit beschäftigt haben. Während der Recherchen zu dieser Stellungnahme gaben viele Eltern an, dass ein längerer Schulweg zu Fuß „früher“ gang und gäbe war. Also sollte man sich nicht davor scheuen, eine Strecke von 8 bis 10 Minuten begleiteter Fußweg für die Kinder als o.k. zu empfinden.
Haltestellen baldmöglichst barrierefrei umbauen
Wenn möglich sollten die Haltestellen sehr schnell barrierefrei umgebaut/gestaltet werden und nicht während des laufenden Schulverkehrs längere Zeit als Baustelle in Erscheinung treten und ein mögliches Gefahrenpotential darstellen. Dieses betrifft die Haltestellen in Berkum und in Gimmersdorf (Kommunalweg anstelle Berkumer Weg).
Umgestaltung des Schulhofbereichs/Stumpebergweg
Durch Verlegung der Buslinie 856 auf die Rathausstraße stellt sich die Frage, inwieweit der Stumpebergweg auch fester Bestandteil des Fahrradwegekonzepts wird und im Anschluss an den Berkumer Weg die Achse bis zum Einkaufszentrum am Wachtbergring bilden kann. Die Parents überlegen daher , zur Sicherheit der Fahrradfahrer und der Grundschulkinder den Stumpebergweg nur als Zufahrt zur Feuerwehr und zur Wohnanlage Limbachstift offen zu lassen. Damit ergäbe sich eine günstige Gelegenheit, den Schulhof naturnaher und ökologischer zu gestalten. Ein weiterer Vorteil dieser Lösung ist die dann zu erwartende Verringerung des morgendlichen „Eltern-Taxi“- Chaoses vor dem Schulzentrum. Auch ein deutlicher Beitrag zur Sicherung der Schulwegsituation. Informationen zum „Walking Bus“ sind bei der Stadt Paderborn und der Landesverkehrswacht Nordrhein-Westfalen zu bekommen.
Pressemitteilung
Parents for Future-Wachtberg
Die möglicherweise neue Situation in Berkum und Gimmersdorf nach Umlegung der Linienführung des 856er Busses.
