CDU Frauen-Union Mayen-Koblenz zu Gast beim Wertstoffhof Ochtendung
Was geschieht mit unseren Abfällen?
CDU Frauen Union Mayen-Koblenz informierte sich über das Abfallkonzept des Kreises
Kreis MYK. Viel beschrieben, viel diskutiert: das neue Abfallkonzept des Kreises Mayen-Koblenz. Jahrelang haben kluge Köpfe daran getüftelt, und anfängliche logistische Probleme hat es zweifellos gegeben, jetzt wollten die Frauen der Union in MYK mit eigenen Augen sehen, was an der Kritik wirklich dran ist. Beim Besuch des neu errichteten Wertstoffhofes in Ochtendung erläuterte der Geschäftsführer des Abfallzweckverbandes, Frank Diederichs, die Arbeitsweise des Wertstoffhofs. Der Abfallzweckverband Rhein-Mosel-Eifel der Landkreise Mayen-Koblenz, Cochem-Zell und der Stadt Koblenz betreibt die Deponie in Ochtendung einschließlich des Wertstoffhofs. Der Referatsleiter Kreislaufwirtschaft Mayen-Koblenz, Carsten König, informierte über die Umsetzung des Abfallwirtschaftskonzepts. Beide standen im Anschluss den Damen Rede und Antwort.
Abfallentsorgung nach neuem Konzept
In der Vergangenheit hat eine private Firma im Auftrag des Landkreises den Müll entsorgt. Hierfür stellte die Firma den Haushalten gegen Mietgebühren auch die entsprechenden Abfallbehälter zur Verfügung. Der Kreis hat den Vertrag nicht verlängert, sondern entschieden, diese Aufgaben selbst wahrzunehmen. Deshalb wurden 22 Müllfahrzeuge angeschafft, entsprechende Fahrer eingestellt und die Produktion eigener Abfallbehältnisse und die nötige Software nach europaweiter Ausschreibung in Auftrag gegeben. Bei der Vorbereitung der Umsetzung ging der Kreis von den Daten der Vorgängerfirma aus, die ihm 218.000 Müllbehälter gemeldet hatte. Tatsächlich werden heute gut 252.000 Müllbehälter genutzt. Die anfängliche Kritik wegen fehlender oder zu kleiner Behälter hat sich zwischenzeitlich auch dank eines enormen Arbeitspensums der zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gelegt. „Wir haben mittlerweile ein gutes System aufgebaut“, berichtet König, „Digitalisierung spielt im neuen Abfallkonzept des Kreises eine große Rolle.“ Wie genau diese Digitalisierung aussieht, interessierte die Frauen der CDU besonders. „Alle Tonnen sind gechipt“, erklärt Carsten König, „jede Leerung wird registriert. Dabei stehen die Server, auf denen die Daten gesammelt werden, in Bielefeld,“ schmunzelt er, „die Entfernung ist dabei vollkommen egal.“
Anlaufschwierigkeiten
Angesprochen auf die logistischen Schwierigkeiten am Anfang sagt Carsten König: „Ich glaube, man muss sich mal die Dimensionen dieses Wechsels vor Augen führen, um zu verstehen, dass es letztlich sogar ziemlich gut gelaufen ist. Wir haben gerade 68.000 Bescheide ausgegeben, also 68.000 Haushalte und Betriebe sind Teil unseres neuen Konzepts. Obwohl wir im Vorfeld bei allen nachgefragt hatten, gab es 53.000 Änderungsaufträge. Dass es dabei zu Verzögerungen kam, ist ja nicht weiter verwunderlich. Bereits im März waren aber alle Aufträge abgearbeitet. Das war ein Kraftakt, für den ich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr dankbar bin.“
Grünschnitt läuft
Was geschieht nun mit dem Abfall und welche Vorteile ergeben sich durch das neue Konzept? Das wollten die Unions-Frauen wissen. „Zum einen sind die Gebühren durch die Registrierung und Berücksichtigung der Leerungen gerechter, und zum anderen erkennen wir jetzt bereits den Trend, dass sich die Menge des Restabfalls, der nur schwer zu verwerten ist, nach und nach verringert“, erläutert König. „Das resultiert aus der besseren Trennung der Wertstoffe. 2015 wurden noch 40.000 Tonnen Restabfall, Bioabfall 14.000 t und Papier 19.000 t entsorgt. 2016 rechnen wir nach der bisherigen Entwicklung mit circa 23.000 t Restabfall, circa 24.000 t Bioabfall und 17.000 t Papier.“ Zum Sorgenkind Grünschnitt erläuterte Carsten König: „Zu Beginn hatten wir noch Container für den Grünschnitt im Einsatz und an manchen Stellen ist das auch heute noch so. Mittlerweile haben wir aber 16 Sammelplätze im Einsatz. Der Grünschnitt „läuft“.“ „Die Erwartungen an ein effizienteres und umweltfreundlicheres Abfallwirtschaftssystem scheinen sich zu bestätigen. Eine immer bessere Mülltrennung belegt, dass die Bürgerinnen und Bürger das Konzept angenommen haben. Wir alle tragen damit dazu bei, den Abfall als Wertstoff weiter zu verwenden“, so die Kreisvorsitzende der Frauen-Union Hedi Thelen. Die CDU Frauen bedankten sich für das informative Gespräch und besichtigten abschließend den Wertstoffhof, dessen Gebäude mit den Gasen, die bei der Verwertung entstehen, beheizt werden. Beim geselligen Abendessen im Gasthaus zur Krone in Plaidt reflektierten die Frauen die interessanten Informationen und Eindrücke des Besuchs. Aber natürlich wurde auch über die aktuelle Politik diskutiert.
Pressemitteilung
Frauen-Union Mayen-Koblenz
